Wutz tot.
Kleinen Settern sind mittelgroße tote Wutzen nicht geheuer.
Der Wettlauf gegen die Mücken.
Reicht das?
Bissi mager. Also von vorne.
Der Zwerg soll ja mit mir zur Jagd. Also - logisch - früh übt sich, was ein Jagdsetter werden will.
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In eigentlich sollte es am Freitag abends rausgehen. Gestrichen, zu warm. Wenn es abends um 8 noch 30 Grad sind, muß ich den kleinen Hund nicht auf einen Hochsitz quälen. Also - neue Planung. Oder in anderen Worten - Planung ersetzt Zufall durch Beliebigkeit.
Der Entschluß war schnell gefaßt, ein paar leckere Sauerkrautsäfte einfällen und versuchen möglichst früh zur Ruhe zu kommen. Sagt sich leicht mit einem Setterzwerg.
Wecker auf halb 4 gestellt. Tiefschlaf findet seit dem Setterzwergeneinzug eh nicht mehr statt, also - egal wo ich müde bin. Zwanzig nach drei,
*!PONK!* Zwergensetternase in meinem Gesicht. Übersetzt heißt das, du hast 2 Minuten, Schuhe oder Küchenrolle. Die Entscheidung liegt bei dir. Die Schuhe haben gewonnen.
Kurz vor halb 5 auf dem Sitz. Ich hab die beiden schnarchenden Köties im Auto gelassen, natürlich für ausreichend Luft gesorgt.
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Ich sitze auf einen Plateau, um mich rundrum abgeerntete Weizen und Raps-Felder. Mir scheint, der fleißige Bauer zieht beim Raps-Dreschen direkt das Gülle-Faß hinter sich her. Raps. Gülle. Sau. Wir erinnern uns. Ein Jahr ist schnell vorüber, 300 Meter weiter ist der Sitz, an dem ich letztes Jahr mein Rapssau-in-Gülle-Festival hatte.
Ich habe mir geschworen, in Richtung Gülle wird nicht geschossen. Also. Ich sitze und versuche wach zu bleiben. Halte mich mit ein bissi Französischlernäpp auf dem Händi wach und harre so vor mich hin.
Viertel nach fünf oder so war es. Der Blick geht vom Händi aus dem Fenster, es zieht eine Compagnie von 4 oder 5 gleichgroßen Sauen über die Stoppeln. Recht unbekümmert. Händi weggelegt, Waffe war schon so ungefähr in die Richtung aus dem Fenster gelegt (ist nämich für Schlümpfe dieser Sitz). Situation erfassen. Alle gleich groß, stramme ÜL´s habe ich für mich ausgemacht. Keine Zwerge.
Jetzt sollte es schnell gehen. Glücklicherweise bleiben sie stehen, nicht zu eng beieinander, ich bin im Anschlag, weit weg sind die nicht. 30-40 Meter. Bauchlinie zu sehen, ich erkenne einen Dödel, also. Ziel erkannt und angesprochen....
Die furtchtbar altmodische 7x64 (ganz ohne Carbon und Lochschaft) tut mit gewohnter Präzision was sie tun soll. Die Sau geht ins Down, kippt zur Seite, Ruhe. Der Rest der Mannschaft rennt los, bleibt kurz später stehen, repetiert ist. Besser nicht. Hätte zwar gepasst, aber was soll ich mit zwei Sauen und vor allem an einem Sommermorgen - wie ausreichend schnell versorgen? Also - nicht machen.
Die Bühne ist leer, das Auto steht in die andere Richtung. Ich packe zügig zusammen und mach mich auf den Weg zum Auto. Alles trocken, Acker abgeerntet, ich kann wunderbar bis an die Sau fahren. Kofferraum auf, Brau Braun macht einen Satz und ist bei der Sau. Wirft derselben einen verächtlichen Blick zu, rümpft die Nase und verschwindet zum Pinkeln hinder der nächsten Strohrolle.
Ich setze Zwergi auf den Boden, wir gehen zur Sau, todesmutig. Drei Schitte davor bleibt er wie angewurzelt steh, knurrt die Sau ganz furchterregend an, dreht sich rum, versteckt sich hinter mir.
Jetzt mußte es schnell gehen, Mücken und so. Inklusive Rückfahrt von einer halben Stunde war die Sau um kurz vor 7 in der Kühlung.
45 Kilo. Viel schwerer sollte die Sau nicht sein, wenn mann alleine unterwegs ist.
Halb acht waren wir am Fischweiher, eine große Runde incl. Labradorwasserbespaßung, um halb neun kam der Fischerhüttenwirt. Den Rest könnt ihr euch jetzt denken.
Aber - an Schlaf war im späteren Verlauf auch nicht zu denken. Wechselseitig hat es
*!PONK!* gemacht oder Mutter rief an. Die steht mit ihren 85 Jahren ein bissi auf Kriegsfuß mit der Fernbedienung von ihrem neuen Fernseher.