DJ ist nicht so mein Favorit. Mehr als 3 müssen nicht sein. Dazu noch 1-2 Treibjagden, das genügt völlig. Und Rehwild "übersehe" ich bei der DJ sowieso immer - da bin ich wohl einfach zu altmodisch und erkenne keinen Sinn drin. Mein Wildmetzger nimmt schon gar kein Wild mehr an, das von Drückjagden stammt: zu viele Stresshormone verderben den Geschmack, der Feist gerinnt teilweise zu Öl... und dann wundert man sich, warum die Restaurantgeher so ungern Wild essen...
Ansitz und pirschen liegen mir mehr. Aber jeder wie er mag.
Dieses Jahr bisher 3 Sauen erlegt (8 sollten es insgesamt werden), nur die Rehwildstrecke war bisher etwas mager, wie überall hier im Umkreis - wohl dem Sommerwetter geschuldet. Seit so etwa 10 Tagen sind sie aber endlich auf den Läufen und nehmen die Kirrungen an. Sitzt man mittags an, hat man guten Erfolg. In meinem Fall so etwa 50%. Und weil Jagdgeschichten hier recht gern genommen werden, hier die von letzter Woche:
Ich sass am Rande eines Waldes, an einer Kreuzung von Feldweg und Rückegasse. Das Feld gehört schon zum Nachbarn, aber hier wird schon seit immer auch direkt an der Grenze gejagt - und nach Absprache auch über die Grenze; das wird recht entspannt gesehen. Nebel zieht auf, die Sonne geht unter. Im Nebel, etwa 40 Meter Entfernung, sind eine Ricke mit zwei Kitzen auszumachen. Ich muss also warten, bis sie ein Stück näher zu mir kommen (aus dem Nebel) und in den Wald, also in mein Revier. Das machen die auch - mit Vollgas! Kurz hinter der Waldgrenze war nichts mehr zu erkennen, unter anderem auch deshalb, weil die Fellfarbe momentan bei schlechtem Licht sich kein bisschen vom Waldboden abhebt. Die ersten 10 Meter sind recht lockerer Buchenbestand, so dass ich eigentlich hoffte, zum Schuss zu kommen. Naja, so dachte ich, Pech gehabt.
Trotzdem die Wärmebildkamera rausgeholt. Einmal umgeschaut, und verblüfft festgestellt, dass eines der Kitze 5 Meter vor mir steht! Mit bloßem Auge geschaut - es war nichts zu erkennen. Gar nichts. Kein bisschen. Vorsichtigstens angelegt, durch die Optik geschaut - nichts erkannt! Die Wärmebild zeigte mit, dass sich das Kitz mittlerweile 1-2 Meter weiter bewegt hatte, hinter eine Buche und zwischen einige Büsche, die mittlerweile die Blätter verloren hatten.
Also weiter mit Wärmebild beobachtet. Hinter einer Dickung kam die Geis auf mich zu, kurz dahinter das zweite Kitz. Die beiden wechselten bis auf Höhe des ersten Kitzes, dann drehte sich die Alte um und ging wieder zurück, wo sie herkam. Das zweite Kitz genauso. Und hier war das schöne: Der Spiegel war mit dem normalen Auge klar erkennbar. Wer sich jemals fragte, weshalb Rehwild einen Spiegel hat: Genau dafür!
Geis und das eine Kitz waren also wieder weg, irgendwo in der Dickung. Aber das zweite Kitz stand noch hinter der Buche und würde den anderen gleich folgen! Also Waffe hoch und gewartet, bis man den Spiegel sieht. Und tatsächlich, wenige Sekunden später war es so weit. Das Kitz lief von der Buche auf die Mitte der Rückegasse, zeigte mir also den Spiegel. und wechselte von mir weg. In Bewegung war es auch halbwegs erkennbar. Dann der Moment, an dem es nach Links drehte, um der Geis in die Dickung zu folgen. Ging ganz entspannt. Von der Mitte der Rückegasse, wo es wechselte in die Dickung ist die Distanz etwa 1 Meter. Der hat gereicht, ich ließ fliegen, das Kitz legte sich brav final auf die Seite, und die Sonne ging vollends unter...