Am Freitag hab ich endlich wieder die Zeit gefunden. Kurz die Fakten, Bock tot, Hund hatte eine kleine Übungslektion, zwei Jäger hatten einen tollen Abend.
Langversion: um 8 Uhr holt uns der Jagdkamerad ab, um kurz vor 9 sind die Sitze bezogen. Der Wind hatte was von Lotto, wenn es um Rehwild geht, ist das ja nicht unbedingt ganz so wichtig, ich selber hatte es auf die Sauen abgesehen, da sieht das anders aus.
Wir haben beraten,, wer wo sitzt. Ich habe mich ans obere (feuchte) Ende eines kleinen Tals gesetzt, ziemlicher Urwald, aber kühl & feucht. Salz und eine Suhle. Mais dürfen wir da nicht. Bis 10 Uhr tut sich nix, vereinzeltes Schrecken in weiterer Entfernung, aber ansonsten ruhig. Gegen viertel nach 10 kommt langsam Leben auf, eine Geis mit ihren beiden Kleinen schaut am Salz vorbei, in weiterer Entfernung meine ich Sauen zu hören. Ich harre also, bin in Gedanken beim Kollegen, der immer noch verzweifelt seinem ersten Bock für dieses Jahr nachsteigt.
Es geht aauf halb 11 zu, im Geiste sehe ich ihn wieder als Schneider heimfahren, als unerwarteterweise die Stille zerrissen wird. Mein geschultes Ohr weiß sofort, das war ein 98er im Kaliber 7X64 S&B.
Der Blick geht auf die Uhr, 22.25. Wir haben vorher extra genau geschaut, wie lange...., wir sitzen immerhin Luftlinie 200 Meter vom Forsthaus weg und der Förster hat mit seinen Lieben im Garten beim Grillen gesessen.
Ich weiß, daß nun Zeit wird, einzupacken. Ich räume gemütlich ein, dann kam die Nachricht - Bock beschossen, sehe inzischen nix mehr, kommste mit dem Hund. Doppelte Freude, er hat seinen Bock und das BraUngeheur bekommt was zu tun. 10 Minuten später stehe ich am Sitz, inzwischen ist klar, der Bock liegt am Platz, aber egal.
Klappe auf, BraUngeheuer an die lange Leine. Die weiß ja ganz genau, wann was abgeht. Sie kuckt mich an - wo soll ich anfangen zu suchen, ich sage nichts. Nur "such". (Bock 30 Meter weg).
Die Nase geht auf den Boden, sie fängt an sich zu orientieren, nach 20 Metern biegt sie scharf nach rechts ab. (Bock liegt links). Sie geht der Fährte ein paar Schritte nach, macht auf dem Absatz kehrt, um in die "richtige" Richtung zugehen. Unaufgeregt wie immer geht sie zu Werke, ein paar Schritte linke, dann ein paar nach rechts, aber immer in Richtung Bock.
Plötzlich ( 25 Meter vor dem Bock, der am Anschuß liegt) bleibt sie wie angewurzelt stehen, Nase hoch in den Wind, kurz innehalten und dann gemessenen Schrittes wie an der Schnur gezogen auf den Bock zu. Geschätzt zweijährig, Hochgabler, gute 16 Kilo. Große Freude, dem Freunnd Waidmannsheil, letzter Bissen, Frolic für den Hund....
Mein BrauUngeheuer eben....
Beim Aufbrechen von den Stechmücken gefressen worden..... Bock versorgen (die Rosenschere von Feinkost Schwarz für 3 Euro ist perfekt um das Schloß zu öffnen) und schnell heim.
Bock in die Kühlung, das Geschehen revue passieren lassen, zwei-drei Sauerkrautsäfte, alles gut.
So soll das sein, so macht das Spaß.