sodele. Gestern hatten wir die erste "öffentliche" Treibjagd. "Öffentlich" deswegen, weil die erste reserviert war für die Pächter/Partner und gute Freunde.
30 MannInnen (m/w/t) waren genehmigt, incl. der Treiber. Striktes Zusammenrottungsverbot, 1 Mann, 1 Auto, nix mit jagdlockeligem Brauchtum. Jagen. Wer nichts geschossen/ zu versorgen hat, fährt bitte zügig heim.
Herrliches Wetter, mittags 15 Grad. Wir haben das Herzstück unser Jagd getrieben, etwa 400 Hektar. Schützen haste da nie genug, aber ganz unabhängig von Corinna, mehr wären es nicht geworden. Es sind schlicht und ergreifend überall Jagden. Und wenn du nicht unter der Woche Treibjagd abhalten willst, dann ist das halt so.
Ich wurde zum "Chef de Ligne" ernannt. *Schmunzel* Der Auftrag war "stell den auf die Freifläche vor dem Sitz". Sicherheitseinweisung beim Anstellen, hab ich auf französisch vorher extra auswändig gelernt.
Also - im Lichten Hochwald, der von Aufwuchs durchzogen ist, hab ich den Kammeraden abgestellt, bin 300 Meter weiter, in eine Senke, Schußfeld umlaufend 100 Meter mit bestem Kugelfang.
Ich hab in Gedenken an den verstorbenen Jagdfreund seine geliebte .444er-Marlin ausgeführt. Doctorsight, auf 100 Meter eingeschossen. Das hat er noch gemacht.
Der Trieb ging über gut 3 Stunden. Etwa eine halbe Stunde nach Beginn sehe ich eine starke Sau im gestreckten Galopp ankommen. Ich fahre mit, der Schuß bricht zwischen zwei Bäumen durch. Keine Reaktion, dann sehe ich die Sau im Kreis rennen und verhoffen. (verhoffen, ok, nix jockeliges mehr) Wissend, daß ich mich frei bewegen kann, laufe ich in Richtung Sau, setze nach, die Sau verschwindet im Buchenaufwuchs.
Ich hab als Jägerlein ja inzwischen gelernt, daß Ruhe die oberste Jägerspflicht ist. Ich präge mir - so gut es geht - den Ort des Geschehens an und gehe zurück auf meinen Platz. Runter kommen. Ich rufe den Chef an und bespreche mit ihm, was zu tun ist, damit nicht am Ende die Treibe in dem Verhau auf eine verletzte Sau auflaufen.
Es wird der Plan geschmiedet, daß ich eine halbe Stunde warte, den Anschuß markiere und versuche rauszufinden, wo die Sau ins Gebüsch rein ist. Gesagt getan.
Ich finde die Spur im Laub, den Anschuß und Schweiß. Viel Schweiß. (schon wieder ein Jockelterminus. Wenn das so weiter geht, kommt beim nächsten mal ein Fünfer in die Jockel-Sparsau) Ich folge der Spur und markiere, wo die Sau ins Gebüsch ist.
Etwa eine dreiviertel Stunde später kommen die Treiber, die vorgewarnt sind. Ich gehe mit dem Treiberscheff an den Ort des Geschehens. Ich hab vorher das Gebüsch umrundet, geht ohne Probleme, es war nix zu sehen, daß die Sau rausgekommen wäre.
Die Hunde stehen neben dem Treiberchef, kaum noch zu bremsen. Drei Terrier verschwinden im Verhau und kommen recht schnell wieder raus. "keine Gefahr" war sein lakonischer Kommentar.
Zwei Treiber zerren die Sau aus dem Strauch. Vor mir liegt eine Überläuferbache. Nein, nicht angezogenm. Monströs groß, 62 Kilo nachher gewogen. Ein Fötus ist mir beim Aufbrechen begegnet.
Kurze Zeit später kommt aus der entgegengesetzten Richtung die nächste Sau, der Schuß bricht, ich seh die Sau zeichnen, aber sie rennt unbeeindruckt weiter und verschwindet über die Kuppe.Weil ich nicht wußte, wo dahinter der nächste Schütze steht, hab ich nur den Anschuß markiert. Nachher hab ich erfahren, daß er es noch 50 Meter über die Kuppe geschafft hat um dann in Sichtweite des nächsten Schützen umzufallen. Der war so nett sich darum zu kümmern, ich meine so um die 70 Kilo.
Treiben zu Ende, inzwischen hatte ich die Sau aufgebrochen und den Nachbarschützen, den ich angestellt hatte, zu Hilfe gerufen. 400 Meter bis zum Weg. Ich hätte das Quad rufen können, das war aber genau am anderen Ende unterwegs. Der Bauer hat uns dann noch Verstärkung geschickt und zu dritt im Wechsel haben wie das Monster (von wegen 62 Kilo. Gefühlt 3 Zentner.) auf den Weg gezerrt. Eine gute halbe Stunde. Sau verladen, entgegen der gesetzlichen Auflagen haben wir Picknick veranstaltet. Jeder mit seiner Flasche Bier. Genau wegen solcher Situationen fahre ich nie ohne einen kalten Kasten Bier im Kofferraum auf eine Jagd.
Ein paar Rehe hab ich auch gesehen, ein Bock ist 20 Meter vor mir stehen geblieben. Die .444 macht fürchterliche Löcher, deswegen hab ich vom Schuß Abstand genommen.
Insgesamt die schönste Treibjagd in meiner noch relativ jungen Jägerskarriere (7 Jahre meine ich). Wunderbares Wetter, guten Anblick, sogar zwei Stücke erlegt. Herz, was willst du mehr. Auch das Bergen - so mit einem Tag Abstand - war gut. Unglaublich anstrengend, heute Muskelkater vom anderen Stern, aber egal. Alles ist gut gegangen, keine Unglücke passiert, erstaunlich zu sehen, wie dizipliniert die Sache abgelaufen ist. Keine Nachsuchen. Hund und Mensch wohlauf.
in der Mitte die, das isse.
coole Frisur, Haare schön. Findet ihr nicht?
Ich kann euch nur raten - legt Vorräte an. Der Winter wird hart. Unglaublich gut im Futter die Sau.....