• Du musst dich registrieren, bevor du Beiträge verfassen kannst. Klicke auf Jetzt registrieren!, um den Registrierungsprozess zu starten. Registrierte User surfen werbefrei, können Suchen durchführen und sehen die volle Darstellung des Forums mit vielen anderen Unterforen!!!

[Jagd] Der Jagdthread

so schnell kann es gehen. Gerade schickt mir der Jagskamerad die ersten Fotos:
Anhang anzeigen 2876352
dazu schreibt er: Salut voici la tête de ton brocard il ne me reste plus qu'à la blanchir. Also - Kopf fertig, er muß ihn nur noch bleichen.....

Was kann denn der kundige Blick denn genau daran erkennen? Also am Knochen, nicht den Rosen.... Ich bin da nicht so wirklich kundig....

Sorry, aber der Schädel ist so dermaßen schlecht hergerichtet, da hättest du den auch gleich wegwerfen können...
 
Aus der Höhe der Rosenstöcke und der Verknöcherung der Stirnnaht kannst du halt das Alter schätzen.
Größe bzw. Lage der Rosen sind auch noch ein Indiz.

Rosenstock hoch=jung
Rosen klein und mittig = jung
Stirnnaht "viel Knorpel, wenig Knochen" =jung

Ist halt auch immer viel Kaffeesatz dabei.

Meine Schätzung wäre ca. 4 Jahre.
Kann aber auch 3 oder 5 sein.

Im Prinzip ist es auch wurscht, schmecken wird er.
 
Meine Schätzung wäre ca. 4 Jahre.
Kann aber auch 3 oder 5 sein.

Im Prinzip ist es auch wurscht, schmecken wird er.

so hätte ich das auch gesagt, hab mir die Zähne angesehen. Die waren halt nicht mehr ganz "frisch", aber eben auch nicht ganz runter.

Und ja, geschmeckt hat er. Rücken gab´s als Carpaccio, Blätter hab ich als Gulasch im Stil von Sauerbraten gemacht. Das Fleisch aber nur kurz und scharf braten, dann wird es nicht zäh und verlangt danach ewig weich geschmort zu werden, eine Keule hab ich eingefroren, die andere zerlegt und zu Schinken eingesalzen.
 
der Bauer war fleißig und hat geerntet. Den Raps und daneben den Weizen. Am Waldesrand. Guten Mutes bin ich gestern abend los, gegen halb neun steige ich auf den Sitz. Übersetzt heißt der "Holzschrankensitz". Das Feld ist 200 Meter breit, der Sitz steht ziemlich genau in der Mitte. Am Waldrand. Also nach links und nach rechts 100 Meter bis zum nächsten Waldrand.

Ich erfahre, daß wir einen Jagdgast haben, der 200 Meter von mir weg im Wald sitzt. Später bekomme ich raus, daß der einen Bock schießen will. Warum er dann in den Wald gesetzt wurde, erschließt sich mir nicht so ganz. Abba egal.

Gegen 9 Uhr geht es los, auf 250 Meter der erste Bock, 10 Minuten später auf der linken Seite eine Geiß mit 2 Kitzen. Halb 10 auf 170 Meter ein Bock. Und was für einer.
So geht es munter weiter, alles war in vertretbarer Schußentfernung kam, hatte keine Hörner. Insgesamt hab ich 8 Rehe gesehen. Ich war schon am Zusammenpacken, also ich auf 250 Meter zügig einen Wärmepunkt auf mich zukommen sehe. Ein Fuchs.

Und ich erinnere mich an den alten Spruch, auf der warmen Fuchsfährte kommt gerne die Sau. Ich harre also noch in bissi und erkenne irgendwann im (noch warmen) Wald Wärmeechos, die vorher nicht da waren. Es dauert so ungefähr 10 Minuten, bis sie auf die Fläche kommen. Eine stärkere Sau, hinter der sind die Frischlinge her, 6 Stück und eine weitere ?nicht führende? Sau, die erkennbar kleiner war. Ich schätze 35 Kilo, die andere so um die 50. Die halten sich die ganze Zeit brav im Mondschatten der Bäume und ziehen dannn auch in die andere Richtung ab. Richtung ehemaliger Raps. Von jetzt auf gleich sind sie verschwunden. Es kracht ein bissi im Gebüsch und eine einzelne Sau betritt die Fläche. Ich bekomme sie im Pard gut zu sehen, ich denke es war ein mittelgroßer Keiler. Auch wieder weit über 130 Meter. Also nix mit Grilllwürsten.
Auch der hält sich im Schatten der Bäume, zieht Richtung Raps und ist irgendwann nicht mehr zu sehen.

Zwischenzeitlch kam noch ein Dachs vorbei. Und damit hab ich doch glaub ich (fast) alles gesehen, was es hier so zu sehen gibt.
Totmüde und zufrieden komme ich gegen halb 1 daheim an, parke extra 200 Meter vom Haus weg im Feld um die Hunde nicht beim Heimkommen rebellisch zu machen. Manchmal funzt das, gestern nicht. Das gab Mecker mit der Scheffin, die steht nicht so auf mitten-in-der-Nacht-geweckt-werden. Beim nächsten Mal kommen die wieder mit.... Die Bestien.
 
Bock tot. Es ist 10 vor 5 als ich aus dem Auto steige. Nicht unbedingt meine Zeit, aber so isses nun mal. Wenn mann im Sommer morgens blatten will.
Ich stehe am Eingang einer riesigen Weide, die an ein noch viel riesigeres abgeerntetes Weizenfeld grenzt.

Ich parke am Anfang der Weide, etwa 400 Meter bergab in einer großen Hecke steht der Sitz. Der Weg führt mich parallel zum Waldrand bergab.
Nach etwa 100 Metern bleibe ich stehen und lasse den thermischen Blick streifen. Deutlich erkennbar etwa 200 Meter vor mir ein Reh.

Ich greife in die Jackentasche und lasse es schmachtvoll fiepen. Das Reh, das bis jetzt noch nicht näher angesprochen ist, kommt auf mich zugeflogen. Das Licht reicht inzwischen um durchs Fernglas einen Bock zu erkennen. Zielstock. Auflegen. Noch eine Salve blatten, so etwa 50 Meter vor mir steht er breit. Einstechen, Ziel erkannt uswuswusw, die 7x64 geht auf die Reise. Repetieren, Thermik greifen, nichts zu sehen. Nu ist guter Rat teuer. Alte Jägersweisheit - in der Ruhe liegt die Kraft.
Ich markiere den Punkt von wo ich geschossen habe, zähle die Zaunpfähle bis zum dem Punkt, wo er gestanden hat.

Geordneter Rückzug. Zurück ans Auto, Gepäck ablegen, Waffe wagpacken. Im Kofferraum erwartet mich eine sehr aufgeregte Frau Braun. Es hat geschossen, der Chef kommt ohne Beute ans Auto, das heißt suchen.

Aber der Reihe nach. Es ist noch zu dämmerig. Ich will mehr Licht. Also warten. Ich gehe in der Zwischenzweit 20 Minuten mit Frau Braun in die andere Richtung spazieren, Morgentoilette und so.

Inzwischen ist es hell genug, mit leichter Bewaffnung gehen wir in Richtung Anschuß. Frau Braun zeigt keine wirkliche Reaktion, was mir gar nicht gefällt. Das ändert sich recht schnell, ich lese, sie hat den Anschuß. Nur zu sehen ist nix. Außer einem Wechsel, der in den Brombeeren und Brennesseln verschwindet. Großartig.

Aber.... Genau hinter dem Weidezaun 5 Meter im Wald geht ein parallel zum Zaun ein Weg. Also sind wir außenrum, als wir auf der Höhe des Anschusses sind, sehe ich endlich den ersten Schweiß. (Anschuß bis zum ersten Schweiß 5 Meter). Frau Braun hebt die Nase in den Wind. Das ist der Moment in dem die Anspannung von mir abgefallen ist und ich hinter Frau Braun her einen Satz ins Buchengestrüpp zum Bock gemacht hab. Schuß tief in der Kammer, so wie er sein sollte.

Frau Braun zurück ans Auto, Bergeschlitten holen, Bock bergen, zum Aufbrechen auf den Hof. 15 Kilo, ich denke 3 Jahre.
Foto ist nicht so schön, ist in der Kühlzelle entstanden, Eile war geboten, sonst wirste mitsamt deinem Bock von den Mücken gefressen.

Beim Bauern gab´s ein bissi frische Milch zum Frühstück, ein Dorf weiter Baguette und Croisants. Jagd im Sommer ist schon was schönes. Und mal wieder beweist es sich - Jagd ohne Hund ist Schund.
1658064950230.png


Um viertel vor 7 hab ich im Garten unter der Dusche gestanden und bin dann mit Anlauf in den Pool..... Ganz ohne Sauerkrautsaft. Den gab´s später....
 
Gestern abend, ein lauschiger Sommerabend Es zieht mich an den Waldrand an der große Kuhweide.
Eigentlich alles recht unspektakulär. Es kam der Bock, auf den ich es abgesehen hatte. Schießen konnte ich nicht, weil genau in diesem Moment die Rinderherde den Hang hoch kam. Die sind den ganzen Abend über ihre Wiese vagabundiert und immer mal wieder bei mir vorbei gekommen. Und so wichtig, daß ich nu in der Nähe einer Rinderherde schießen müßte, war mir der Bock dann doch nicht. Aber - ein einmaliges Schauspiel. Ein Kalb, das Nachlauf mit einem jungen Hasen spielt. Wirklich, wahrhaftig, ernsthaft, ohne Scheiß. Kalb und Hase spielen Nachlauf. Sehr genial anzusehen. Ah, zwei Jungfüchse haben sich auch noch gezeigt, aber waren schlau, sind genau auf der Kuppe gelaufen, kein Kugelfang. Und ziemlich weit.
 
Heute Morgen gegen 06:30 Uhr kam jetzt der dritte Bock. Jährling, 16kg, eher schwach ausgeprägt.

Wollte heute morgen schon abbaumen, als ich ca. 200m vom Sitz einen Jungen Bock entdeckte, der ein Schmalreh trieb. Also Zielstock geschnappt und in Richtung der beiden los (dazwischen lag noch ein Schilfstreinen der mich verdeckt hat). Kurz bevor ich diesen erreiche tauchen die beiden plötzlich ca 100m von mir weg aus dem Schilf auf und starren mich entgeistert an, um dann weiterzuziehen. der Rest ist schnell erklärt, Bock stand breit, Vorder- und Hintergelände frei, Kugelfang gegeben und beim nächsten verhoffen fliegen gelassen. Bock ist umgefallen, hat noch kurz geschlegelt und dann lag er am Platz. Pächter angerufen, ab in die Wildkammer und das Stück versorgt und um halb acht daheim gewesen.
 
nix los hier.... Seid ihr alle im Urlaub?

Also. Am 23.8. ist das weibl. Rehwild aufgegangen.
Bei uns ist es so, daß die Forstverwaltung nicht nur sehr genau darauf achtet, daß der Abschuß grundsätzlich erfüllt wird, es gibt auch Etappenziele.
Bis jetzt konnten wir den Förster besänftigen, in der Frucht kommste nicht dran, jetzt ist alles geerntet, dann wird das einfacher.

Wir haben eine mobile Kanzel aufgestellt. Zwischen Waldrand, tatsächlich noch feuchtem Bachlauf und ehemaligem Maisfeld. Da isses tatsächlich noch schön grün. Allein deswegen lohnt der Ansitzt.

Eigentlich wollte ich um 8 Uhr sitzen, halb 9 ist Sonnenuntergang, halb 10 ist Schluß, spätestens um 10 daheim. Soweit der Plan.
Allerdings hatte mein geiles Vorhaben noch ein paar Unbekannte. Eine davon war der Bauer. Dort mußte ich mir nämlich Wildmarken abholen.
Es ist kurz nach 8 alzwie ich bei ihm auf den Hof fahre, er kommt gut gelaunt aus seiner Scheune. Macht auf dem Absatz kehr und kommt mit zwei kühlen Sauerkrautsäften zurück.

Er erzählt von der miesen Ernte, daß der Diesel so unglaublich teuer ist uswuswusw.... Naja. Es ist halb 9 als ich am Sitz ankomme. Vorher schon am Waldrand 4 Rehe in den Weizenstoppeln aufgeschreckt.

Ich richte mich ein, 20 vor 9 kommt das erste Reh aus der Hecke. Eindeutig als Schmalreh anzusprechen. Vom Körperbau her. Allerdings aus dem Stamm der Herkules-Rehe. Ich entscheide mich gegen den Schuß.

Gegen 9 Uhr kommt ein kleiner Bock, Böcke haben wir in der Ecke eigentlich schon genug und er tut mir den Gefallen, nie wirklich günstig zu stehen. Dann kommen Geis mit 2 Kitzen, 150 Meter weiter das Gleiche nochmal.

Viertel nach 9. Ich harre weiter. Genau vor mir, 62 Meter gemessen, erscheint ein weiteres Reh. Eher schmächtig. Das Licht wird immer dürftiger, für ein Kitz ist es aber etwas zu groß. Der Körperbau spricht auch gegen ein adultes Stück. Jetzt gilt´s. Die Entscheidung ist gefallen, nach einer gefühlten Ewigkeit Ewigkeit geht die 7x64 um fünf vor halb 10 auf die Reise. Das war knapp.

Thermic greifen, ja, liegt. Zusammenpacken, 10 Minuten warten, dann zum Schmalreh und die Wildmarke dran. Weil - das Stück ohne die Marke auch nur 2 cm zu bewegen, ist ziemlich verboten. Ich gehe über die Wiese in Richtung Reh, kurzer Thermo-Blick. Nix. Kein Reh? Wie kann das sein?

Taschenlampe - und siehe da, da liegt es mein Reh. In einer kleinen Senke. Marke dran, da hab ich schon in einer Wolke aus Stechmonstern gestanden.
Taschenlampe senkrecht neben das Reh gestellt und georndet-fluchtartiger Rückzug ans Auto. Dann fahren wir halt hin. Nicht zu ändern. Klappe auf, Mörtelwanne raus, Reh rein und fluchtartig weg. Zum Aufbrechen auf den Hof, da wo es den Hochdruckschlauch, Licht und weniger Mücken gibt. 12 Kilo sagt die Waage. Mit Sicherheit keine Schlechte Wahl, der Abschuß.

Waffe in den Tresor, Reh in die Kühlung und ab heim. Und was sehe ich? Am Zoll? Die Staatsmacht. Mit alles und scharf. Egal. Kein Reh dabei, keine Waffe und sonst auch nix, was Unmut erzeugen könnte. Aber die waren friedlich und anscheinend gerade dabei, ihre Straßensperre abzubauen. Auf jeden Fall wollten sie nix von mir.

Ziemlich genau eine Stunde nach dem Schuß hab ich daheim im Pool gelegen und mir unter einen wunderbaren Sternenhimmel einen kühlen Sauerkrautsaft schmecken lassen. Und dann noch einen. Jagen im Sommer ist einfach herrlich.

Heute morgen am Händi: 11-12 Uhr, Alarm vom Kirrungshändi. Siehe da, kaum ist der Mais weg, kommen sie wieder in den Wald. Mal sehen, ob sich das stabilisiert.....
 
nix los hier.... Seid ihr alle im Urlaub?

Also. Am 23.8. ist das weibl. Rehwild aufgegangen.
Bei uns ist es so, daß die Forstverwaltung nicht nur sehr genau darauf achtet, daß der Abschuß grundsätzlich erfüllt wird, es gibt auch Etappenziele.
Bis jetzt konnten wir den Förster besänftigen, in der Frucht kommste nicht dran, jetzt ist alles geerntet, dann wird das einfacher.

Wir haben eine mobile Kanzel aufgestellt. Zwischen Waldrand, tatsächlich noch feuchtem Bachlauf und ehemaligem Maisfeld. Da isses tatsächlich noch schön grün. Allein deswegen lohnt der Ansitzt.

Eigentlich wollte ich um 8 Uhr sitzen, halb 9 ist Sonnenuntergang, halb 10 ist Schluß, spätestens um 10 daheim. Soweit der Plan.
Allerdings hatte mein geiles Vorhaben noch ein paar Unbekannte. Eine davon war der Bauer. Dort mußte ich mir nämlich Wildmarken abholen.
Es ist kurz nach 8 alzwie ich bei ihm auf den Hof fahre, er kommt gut gelaunt aus seiner Scheune. Macht auf dem Absatz kehr und kommt mit zwei kühlen Sauerkrautsäften zurück.

Er erzählt von der miesen Ernte, daß der Diesel so unglaublich teuer ist uswuswusw.... Naja. Es ist halb 9 als ich am Sitz ankomme. Vorher schon am Waldrand 4 Rehe in den Weizenstoppeln aufgeschreckt.

Ich richte mich ein, 20 vor 9 kommt das erste Reh aus der Hecke. Eindeutig als Schmalreh anzusprechen. Vom Körperbau her. Allerdings aus dem Stamm der Herkules-Rehe. Ich entscheide mich gegen den Schuß.

Gegen 9 Uhr kommt ein kleiner Bock, Böcke haben wir in der Ecke eigentlich schon genug und er tut mir den Gefallen, nie wirklich günstig zu stehen. Dann kommen Geis mit 2 Kitzen, 150 Meter weiter das Gleiche nochmal.

Viertel nach 9. Ich harre weiter. Genau vor mir, 62 Meter gemessen, erscheint ein weiteres Reh. Eher schmächtig. Das Licht wird immer dürftiger, für ein Kitz ist es aber etwas zu groß. Der Körperbau spricht auch gegen ein adultes Stück. Jetzt gilt´s. Die Entscheidung ist gefallen, nach einer gefühlten Ewigkeit Ewigkeit geht die 7x64 um fünf vor halb 10 auf die Reise. Das war knapp.

Thermic greifen, ja, liegt. Zusammenpacken, 10 Minuten warten, dann zum Schmalreh und die Wildmarke dran. Weil - das Stück ohne die Marke auch nur 2 cm zu bewegen, ist ziemlich verboten. Ich gehe über die Wiese in Richtung Reh, kurzer Thermo-Blick. Nix. Kein Reh? Wie kann das sein?

Taschenlampe - und siehe da, da liegt es mein Reh. In einer kleinen Senke. Marke dran, da hab ich schon in einer Wolke aus Stechmonstern gestanden.
Taschenlampe senkrecht neben das Reh gestellt und georndet-fluchtartiger Rückzug ans Auto. Dann fahren wir halt hin. Nicht zu ändern. Klappe auf, Mörtelwanne raus, Reh rein und fluchtartig weg. Zum Aufbrechen auf den Hof, da wo es den Hochdruckschlauch, Licht und weniger Mücken gibt. 12 Kilo sagt die Waage. Mit Sicherheit keine Schlechte Wahl, der Abschuß.

Waffe in den Tresor, Reh in die Kühlung und ab heim. Und was sehe ich? Am Zoll? Die Staatsmacht. Mit alles und scharf. Egal. Kein Reh dabei, keine Waffe und sonst auch nix, was Unmut erzeugen könnte. Aber die waren friedlich und anscheinend gerade dabei, ihre Straßensperre abzubauen. Auf jeden Fall wollten sie nix von mir.

Ziemlich genau eine Stunde nach dem Schuß hab ich daheim im Pool gelegen und mir unter einen wunderbaren Sternenhimmel einen kühlen Sauerkrautsaft schmecken lassen. Und dann noch einen. Jagen im Sommer ist einfach herrlich.

Heute morgen am Händi: 11-12 Uhr, Alarm vom Kirrungshändi. Siehe da, kaum ist der Mais weg, kommen sie wieder in den Wald. Mal sehen, ob sich das stabilisiert.....
Waidmannsheil. Nur Interessehalber. Du kannst als Deutscher deine Waffe in Frankreich lassen. Einem Schweizer haben sie hier deswegen alle Waffen abgenommen. Er reiste in die Schweiz ein und die Jagdwaffen waren noch in Deutschland.
 
Sodele. Heute die erste Drückjagd. Im kleinen Rahmen, die Pächter und ein paar liebe Freunde.

Als könnten die Sauen hellsehen, sind sie eine Stunde vor dem Sammeln von dannen gezogen. 2 Compagnien. 15 Gewehre, 5 Treiber, ein kleiner Revierteil. So 250 ha. Im ersten Trieb nix, keine Sauen, Rehe waren frei, verbunden mit dem höflichen Hinweis, dass derjenige, der Hochgeschwindigkeitsrehe zerschießt, sich den Dank der Treiber durch 100 Euro in deren Hut verdient.

Zweiter Trieb, weiträumig übers Feld abgestellt. Außer ein paar Flugrehen tut sich nicht viel. Ich bin gerade damit beschäftigt den Hocker aus dem Matsch zu ziehen, als ich etwa 150 Meter vor mir auf dem ehemaligen Sonnenblumenacker eine Bewegung sehe. Durchs ZF sehe ich ein Reh, das mir das Hinterteil zeigt. Es kommt etwas Bewegung ins Geschehen, Reh dreht sich und kommt von 2 Uhr spitz auf mich zu.

Es kommt mir zugute, dass ich letztens mit mal auf Google das Stück angesehen hab und ein bissi vermessen hab.

Die Hecke ist gut 150 Meter vor mir, nach gut der Hälfte fange ich an, darüber nachzudenken, mglw zu schießen. Bock steht breit. Einstechen. Und gleichzeitig den Entschluss fassen, nur dann zu schießen, wenn ich vom Gefühl her ein gutes Feeling hab. ;-) . Also es scheint zu passen, Bock steht, vmtl. im Matsch eingesackt.

Ziel erkannt und angesprochen, Vorder&Hintergelände frei .....

Päng. Der Bock nimmt Anlauf. Mich beschleicht das Gefühl, dass mein Feeling doch etwas zu gut war, da bleibt er nach 15 Metern stehen um direkt danach umzufallen.

Bis jetzt alles gut. Nach dem Abblasen fängt das Elend erst richtig an. Das Bergen. 300 Meter durch den Aufgeweichten Acker bergauf. Geile Scheiße. Der JJ von Posten neben mir, hat mir geholfen. Ich war, schon beruhigt, der ist ca 20 Jahre jünger und der mußte immer 20 Schritte vor mir Pause machen. Oder er war höflich. ;-)

Bock am Weg, dann bin ich 500 Meter ans Auto gewandert, mit dem Bock an den Hof zum Aufbrechen.

Dann zum Grillen an die Hütte, Sauerkrautsaft für die Treiber hatte ich dabei. Dann war Siegerehrung, ich wurde als Jagdkönich gekürt.

19 Kilo, Spießer mit leichter Vereckung.

IMG-20221016-WA0006.jpeg
 
Heute hab ich mich ans Zerlegen gemacht. Das Schmalreh von Donnerstag und den Bock vom Sonntag.
Was soll ich sagen? Ich bin aus der Übung. Nix ist gut von der Hand gegangen und der Bock war ein einziges Hämatom.
Ist mir unerklärlich, Einschuß links 5 mm oberhalb vom Ellenbogen, Ausschuß rechts 2 cm weiter hinten. Eigentlich ja lehrbuchmäßig.
Das Blatt auf der Ausschußseite komplett eingeblutet, die Flanke ausschußseitig unterblutet bis kurz vor die Keule. Blatt rechts und die Rippen hab ich entsorgt.
Aber - sowas soll es geben. Sie wie bei einem von 100 Schüssen das Projektil nicht aufgeht, wütet es hier sonder gleichen. Kommt vor.
Es gibt halt solche Tage, an denen nix geradeaus läuft. Heute war einer.

Ich weiß nicht, ich weiß nicht. Rehe auf der DJ, ich glaub, ich brauch das nicht mehr. Da gehe ich lieber in Ruhe auf den Ansitz. Erst der Megaakt mit dem Bergen und dann nu dieser Streß. Näh. Macht keinen Spaß. Ich glaub, ich werde alt.
 
Zurück
Oben Unten