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[Jagd] Der Jagdthread

Naja, je nachdem wie der Haken im Maul hing bzw. schon halb geschluckt war, kann es durchaus ernstere Verletzungen geben.

Dass es sich nicht vermeiden lässt, untermaßige oder in Schonzeit befindliche Fische wieder auszusetzen, ist klar.
Aber rein um des Angelns Willen mit dem Bewusstsein, das Tier eh zu entlassen.....das ist für mich auch Nahe an der Tierquälerei. Es ist nicht nur die Wunde des Hakens, es ist auch der Streß für das Tier, wenn es an der Angel hängt. Und der Streß, wenn es mit Atemnot vom Haken (evtl. auch mit gröberen Handgriffen) befreit wird.

Demut kann ich da nicht erkennen, wenn man es von vornherein aus Spaß an der Freude macht. Da gibt es wirklich bessere Hobbies.


Nur meine 2ct...

Das kann ich ohne Einwände akzeptieren.

...
Catch&Release gehört für mich genauso verboten wie Schlachtvieh über längere Strecken zu fahren als nötig...

Für mich ist es schlicht unnötige Tierquälerei...

Ist es.

Ist eine Drückjagd, je nachdem, wie man sie betrachtet, dann nicht auch Tierquälerei? Und ist die Gefahr bei dieser, dass ein Schuss eben nicht so sitzt, dass er den sofortigen Tod des Tieres nach sich zieht, nicht gegeben? Was dann auch Tierquälerei wäre? Gehört ergo dann nich auch die Drückjagd verboten?

...Vielleicht kann der @Admin den fischigen Teil in einen separaten Faden verschieben, dann könnten wir hier wieder zur Jagd zurückkehren...

Vielleicht kann diese Entscheidung dem TO überlassen werden?
 
Der Unterschied zwischen Jagd und Angeln ist klein, aber fein: Beim Jagen kann ich bewusst entscheiden, ob ich auf das Tier anlege. Ungünstige Position, nicht schussreifes Tier....ich lasse es.

Beim Angeln muss ich erstmal "nehmen, was kommt". Sprich ich habe es kaum in der Hand, was für ein Fisch beißt, wie groß er ist und wie er den Haken annimmt. Das ist leider unvermeidlich, aber wenn man die Fische, die als Nahrungsmittel in Frage kommen auch verwertet, für mich noch in Ordnung. Aber komplett aus Spaß eher nicht.
 
Mit anderen Worten, Du kannst Tiere unnötig quälen, aber sie nicht töten!!

Edit: "Catch and release" ist für mich das Allerletze
..Widerhaken in das Maul..
Deshalb fische ich nur widerhakenlos, und das gehört sich meiner Meinung nach auch so. Beim Fliegenfischen gibt es eigentlich nie tief geschluckte Haken (habe ich zumindest noch nie erlebt), und in Verbindung mit widerhakenlosem Fischen ist das Verangeln von untermaßigen und geschonten Fischen somit weitestgehend ausgeschlossen. Im Übrigen gibt es mittlerweile sehr wohl Studien, die belegen dass C&R durchaus positiv auf Bestände wirken kann. Z.B. am Spey muss jeder erste gefangene Lachs zurückgesetzt werden, alle Weibchen auch, und dem Bestand tut es sehr gut. Allerdings setzt das eben auch voraus, dass waidgerecht gefischt wird.
Gruß
Martin
 
Das kann ich ohne Einwände akzeptieren.



Ist es.

Ist eine Drückjagd, je nachdem, wie man sie betrachtet, dann nicht auch Tierquälerei? Und ist die Gefahr bei dieser, dass ein Schuss eben nicht so sitzt, dass er den sofortigen Tod des Tieres nach sich zieht, nicht gegeben? Was dann auch Tierquälerei wäre? Gehört ergo dann nich auch die Drückjagd verboten?



Vielleicht kann diese Entscheidung dem TO überlassen werden?

Wenn der Jäger ein Tier beschießt, ist dass grundsätzlich mit dem Willen verbunden, dass Tier zu töten. Wenn ein Schuss nicht da sitzt wo er hingehört, macht das keiner absichtlich... Das wäre mir neu. Ist es zu diesem Unglück gekommen, wird jedoch alles darangesetzt, das Tier mit Hilfe von eigens dafür ausgebildeten Speziallisten (Schweißhunde) zu finden und von seinem Leid zu erlösen. Beim "Catch and Release" schmeiße ich vorsätzlich ein verletztes Tier wieder ins Wasser zurück und überlasse es dem Schicksal.

Zur Drückjagd an sich. Gerade das Rotwild reagiert extrem empfindlich auf Störungen. Daher wird es oft nur im Intervall bejagt, damit es genügend Ruhe hat. RW, dem das nicht gegönnt wird, geht massiv im Wald zu Schaden.
In Revieren in denen Sauen vorkommen ist ein Drückjagd in vielen Fällen unerlässlich um den Bestand zu regulieren. Ohne Drückjagden im Sommer am Mais, wäre der wirtschaftliche Schaden für Landwirte kaum zu verkraften. Ich gebe Dir gerne die Möglichkeit, mal in ein solches Feld wo die Sauen drin genascht haben, rein zu gehen. Ich glaube, Du wirst überrascht sein, was diese Tiere in einer Nacht so anstellen können.

Gruß

Edit: klar ist es dem TS überlassen, es war nur eine Idee
 
...
Möglicherweise bist Du nicht nur ein Mann, sondern auch ein Jäger, weisst es aber noch nicht...

Sehr mannhaft bin ich vielleicht nicht.

Aber in einem anderen Leben, unter anderen Umständen, in einem anderen Land wäre ich wahrscheinlich Jäger. Viele Aspekte sagen mir sehr zu. Und mir gefällt auch der Gedanke, direkt für mein (Über)Leben zu arbeiten, und nicht, mich zu prostituieren (man verzeihe mir den Ausdruck), um Geld zu verdienen, damit ich mir das Holz kaufe, das ich genauso gut selbst schlagen könnte, oder mir die Nahrungsmittel zu kaufen, die ich auf direktem Wege beschaffen könnte. Im Grund meines Herzens bin ich ein Einsiedler; deswegen zieht es mich auch immer wieder in 'einsame' Gegenden und ich kann von mir sagen, dass ich mich wahrscheinlich problemlos mit einem Alltag anfreunden könnte, der hart, entbehrungsreich und ohne Luxus ist.
Das Paar, bei dem wir letztes Jahr auf Hundeschlittentour waren, erlegt jedes Jahr einen Elch. Einen. Der reicht für die beiden. ich mag den Gedanken, mit selbst einen Elch zu schließen, dessen Fleisch ausreicht, um über den Winter, oder über das Jahr zu kommen...

Alleine, hier in D ist es nicht machbar, und um es zu verwirklichen, bin ich zu feige (soviel zu Mannhaftigkeit), aber da befinde ich mich in guter Gesellschaft..


Ich will ehrlich sein, und Dir sagen, warum ich wahrscheinlich kein Jäger werde:

Nach allem, was ich von den mir persönlich bekannten Jägern mitbegkomme, ist es hier im Süden von Stgt schwer bis unmöglich, an ein Revier zu kommen.

Ich befürchte, die Jagd, zumindest wenn das Revier dann noch weit entfernt liegt, wäre mir eine zu zeitaufwendige Sache.

Ich mag den Gedanken nicht, vor einen Karren gespannt zu werden (uns sei es nur das Forstamt, das im Sinne der Wirtschaftlichkeitsrechnung am liebsten gar kein Reh- und Rotwild mehr im Wald sehen würde (okay, ich gebe zu, das ist etwas überzogen)

Ich glaube, ich möchte die Kosten, die erforderlich wären, derzeit nicht auf mich nehmen.

Und zu guter Letzt: Ich bin ein Drecksaugesicht, ein richtiger A**** und ein Choleriker. Ich sollte mich fern von Schusswaffen halten. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass ich - weil mir wegen einer Lappalie 'der Schütz* rausfliegt - die Knarre nehme und jemanden über den Haufen schieße. Das möchte ich vermeiden.
 
Ist eine Drückjagd, je nachdem, wie man sie betrachtet, dann nicht auch Tierquälerei? Und ist die Gefahr bei dieser, dass ein Schuss eben nicht so sitzt, dass er den sofortigen Tod des Tieres nach sich zieht, nicht gegeben? Was dann auch Tierquälerei wäre? Gehört ergo dann nich auch die Drückjagd verboten?

Die einen sagen so, die anderen so...
In vielen Staatsforsten gibt es fast nur noch Drueckjagden.
Die Meinung dort ist, dass das Wild dann nicht staendig beunruhigt wird, sondern nur vielleicht dreimal.
Der Druck sinkt und damit auch der Verbiss.
Von der gruenen Vebrotspartei in meinem Bundesland wird ja die Drueckjagd als Heilsbringer verkauft.

Auf der anderen Seite steht der saubere Schuss und das selektive Entnehmen, wie z.T. oben schon beschrieben, in den verschiedenen Altersklassen.

Wie so oft liegt es auch hier an Individuen.
Keiner kann sich frei sprechen, mal einen schlechten Schuss abzugeben.
Schlecht abgekommen, kurz verrutscht, Aufgeregtheit und schon ist es passiert.

Ich hab da als Jungjaeger mit nur zwei Drueckjagden nicht viel Erfahrung. Ich hatte zwei Drueckjagden und
habe dort jeweils einmal geschossen. Beide Male passte es.
Man sollte seine Faehigkeiten kennen und richtig einschaetzen.
Ich behaupte, dass ich auf 100-150m ein guter und ruhiger Schuetze bin bei ruhendem Wild.
Wenn es in Bewegung ist, kenne ich meine Grenzen und der Finger bleibt im Zweifel gerade.

Wichtig bei einem schlechten Schuss: Fehler zugeben und richtig reagieren um das Wild schnell von seinen Leiden zu erloesen.

An Schwarz- und Rotwild habe ich in meiner kleinen muensterlaender Welt mal wieder gar nicht gedacht.
NRW Jaeger bringt es auf den Punkt.
 
Wenn der Jäger ein Tier beschießt, ist dass grundsätzlich mit dem Willen verbunden, dass Tier zu töten. Wenn ein Schuss nicht da sitzt wo er hingehört, macht das keiner absichtlich... Das wäre mir neu. Ist es zu diesem Unglück gekommen, wird jedoch alles darangesetzt, das Tier mit Hilfe von eigens dafür ausgebildeten Speziallisten (Schweißhunde) zu finden und von seinem Leid zu erlösen. Beim "Catch and Release" schmeiße ich vorsätzlich ein verletztes Tier wieder ins Wasser zurück und überlasse es dem Schicksal...

Danke! Den Aspekt des Willens und des Vorsatzes hatte ich tatsächlich nicht bedacht. Vielen Dank für den Hinweis. Und schon wieder hat sich mein Horizont erweitert. ;)

Ich habe solch verwüstete Felder schon mit eigenen Augen gesehen und war entsetzt. Und ich möchte den wirtschaftlichen Schaden auch nicht in Abrede stellen. Allerdings möchte ich der Vollständigkeit halber auch erwähnen, dass dort, wo ich das verwüstet Feld (im Revier, das eben in Bekannter von mir, der Jäger ist, und für das der Jagdherr eine Hilfe gesucht hat, und mit dem ich einige Male ansitzen war (ich aber nur mit Fernglas, Kamera und Nachtsichtgerät) gesehen habe, Maisfelder bis auf vielleicht zwei Meter an den Wald herangezogen waren. Da gab es kaum mehr freien Raum, wo ein Wildschein hätte erlegt werden können.

Grüße
Gerhard

PS: Ich war übrigens auch schon entsetzt zu sehen, was ein Dachs (oder vielleicht auch mehrere) mit einem Kornfneld anstellen, sprich, wieviel davon sie platt drücken können in einer Nacht. Ich unterstelle dabei, dass man mir keinen Bären damit aufgebunden hat, dass es Dachse waren...
 
Maisfelder bis auf vielleicht zwei Meter an den Wald herangezogen waren. Da gab es kaum mehr freien Raum, wo ein Wildschein hätte erlegt werden können.

Und trotzdem haftet der Jaeger fuer den Wildschaden. Grotesk oder?
 
..Grotesk oder...

So, oder so ähnlich war mein damaliger Eindruck.

Nun möchte ich keinem Landwirt Böses unterstellen, diese Berufsgruppe hat es auch nicht leicht, aber ich muss zugeben, dass mich damals der Gedanke beschlichen hat, ob es eventuell lukrativer ist, sich Felder verwüsten zu lassen....
 
Mit anderen Worten, Du kannst Tiere unnötig quälen, aber sie nicht töten!!

Edit: "Catch and release" ist für mich somit das Letze. Ich schieße ein Tier ja auch nicht an, um es nachdem ich es kurz begutachtet habe wieder zurück in die Natur lasse.

Hi,
du magst Jäger sein, aber vom Angeln hast du keine Ahnung.
Zudem wird hier in Holland C&R praktiziert, eben aus dem Grund das unsere Enkel auch noch Fisch in den
Flüssen und Seen vorfinden.
Ich bin hier auch raus, ich lasse die Herrn Jäger mal unter ihresgleichen.
Gruß Udo
 
Wobei man aber auch fairer Weise sagen muss das der Landwirt zur Schadensminderung mit Verplichtet ist und nicht nur die Jäger.
Ich hatte auch mal einen Landwirt der auf einmal sein Geld im Maisanbau sah. Nach dem ersten Jahr und einem netten Gespräch hat er dann einen Grünstreifen von 3 m Breite gelassen.
Im jetzigen Revier haben wir eine Regelung im Vertag, sollte Maisanbau kommen, haften die Pächter nicht dafür. Da ja die Pachtverträge immer 10 Jahre laufen muss man sich vorher schon umhören was vielleicht mal irgendeiner plant. Ich hatte vor Pachtantritt schon was in Richtung Biogas gehört und dann die Pächter schon gewarnt. Das geht natürlich nur wenn man Ortskundig ist und immer die Ohren auf hat.

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...Ich bin hier auch raus...

Das ist nun auch nicht unbedingt die richtige Reaktion, Udo, auch wenn ich nachvollziehen kann, dass Du Dich zu hart angegangen fühlst.
Diskussionen bedeuten auch, sich mit dem Standpunkt anderer auseinanderzusetzen und den eigenen zu erklären. Ich habe vom Angeln auch keine Ahnung, daher hätte ich jetzt begrüßt, über die Hintergründe von C&R etwas mehr zu erfahren; genauso wie über die Jagd.
 
Mal wieder zurück zum Thema :fahne:
Wir hatten gestern wieder Theorie. Neben Naturschutz wurde das Thema Zerwirken/Wildbret usw. angeschnitten.

Laut unserem Ausbilder gibt es tatsächlich ein Unterschied an der Qualität vom Wildbret. Jenachdem wie und wo getroffen wurde.
Beim Kammerschuss mampft er es selbst da es zarter sein soll als z.B. beim Trägerschuss.
Liegt wohl am schnelleren Ausschweissen (Blut).

Ich denke auch, dass es ein Unterschied macht ob das Tier im Stress oder Entspannt erlegt wird.

So ich gehe weiter lernen......... :clap2: und am Samstag gehts das erstemal zum Schrotschiessen :raygun:
 
Hi,
du magst Jäger sein, aber vom Angeln hast du keine Ahnung.
Zudem wird hier in Holland C&R praktiziert, eben aus dem Grund das unsere Enkel auch noch Fisch in den
Flüssen und Seen vorfinden.
Ich bin hier auch raus, ich lasse die Herrn Jäger mal unter ihresgleichen.
Gruß Udo
Grüß Dich Udo,

Entschuldige aber da redest Du Quatsch . Ich habe das Angeln von klein auf gelernt und eine ganze Masse Zeit am Bach,Meer und See verbracht.
Ich muss keinen Fisch ins Wasser werfen,der eine Mindestgröße erreicht UND keine Schonzeit hat, um den Bestand zu retten.
Wenn Eure Bestände so knapp sind,dann setz das Angeln doch einfach mal für ein paar Jahre aus und Deine Kinder können dann von den Fischbeständen profitieren.

Ich versteh den Sinn nur nicht,warum ich einem Tier/Fisch unnötigerweise Leod antun soll.
Nur damit ich mich toll fühle?? Ganz sicher nicht!!

Beste Grüße
Simon
 
Die natürliche Regeneration der Bestände ist durch unnatürliche Verbauung der Fluss/Bachläufe (Strömungsgeschwindigkeiten, saubere Kiesbettten etc. eingeschränkt. Die Uferzonen und Wasserqulität mancher Seen verändert sich im Lauf der Jahre. Die Hormonbelastung durch die Anitbabypille ist ein Thema. Die Bestände werden heute in der Regel auch aufgrund von überpopulation von Fressfreinden und eingeschränkte natürliche Fortpflanzung durch Besatz künstlich gestützt.

Bei lokal vorkommenden Bestandsfischen, die aufgrund des Alters quantitativ sowie qualitativ für die Fortpflanzung (lokaler Genpool) wichtig sind macht es sehr wohl Sinn diese wieder zurückzusetzen.
 
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