wenn sonst keiner was schreibt, mach ich das halt....
Es begab sich. Eine Einladung, es sollte den bösen Knospenbeißern gelten.

Im Feldrevier.
Es war der schnellste Ansitz im meiner noch nicht allzu langen Jägerslaufbahn.
50 Minuten nachdem ich auf den Sitz bin, waren 3 Rehe aufgebrochen und verladen.
Das kam so: nachdem ich dem Nachbarn letztens einen ziemlich großen Gefallen, also eigentlich 4 Gefallen um die 50 Kilo getan hab, hat er mich auf Reh eingeladen. Er hat bei sich 60 Stück zu schießen, keiner macht es, weil alle zu traurig sind, die Beute nachher auch sinnvoll zu verwerten.
Die Ansage war - was du schießt, nimmst du mit, willst du eins, dann eins, willst du zwei, dann zwei und wenn drei, dann drei.
Es regnet den ganzen Nachmittag, aber es war nicht kalt. Ich hatte leichte Bedenken, aber der Nachbar war sich sehr sicher.
Wir fahren los, er setzt mich am Rande eines Kleefelds ab, zeigt relativ ungenau in eine Richtung, da unten irgendwo steht die Kanzel.
Ich marschiere los, nach 300 Metern kommt ein Absatz, ich sehe in Richtung einer etwa 2 Kilometer langen Hecke, die ein einsames Tal mit Bachlauf begrenzt.
7 Rehe stehen/ liegen im Klee. Ich gehe 20 Meter zurück, lade und gehe vorsichtig weiter. Ich war auf etwa 80 Meter ran, hatte keinen Zielstock, also war das alles nix. Die Rehe bekommen mich mit, springen ab.
Ich sehe mich im Geiste wieder als Vegetarier heimfahren und besteige mit bangen Gefühlen die Kanzel.
Es dauert keine 5 Minuten, als etwa 300 Meter nach links 5 Rehe austreten. Schön zu sehen, aber halt viel zu weit.
Kurz danach ein Kitz, eher schwach, dafür aber nur 30 Meter.... Die Hoffnung kehrt zurück.
Auf der rechten Seite tritt ein Reh aus, ich beobachte das Geschehen etwa 20 Minuten bis ich mir sicher bin, ein Schmales vor mir zu haben.
Ich zirkuliere den Lauf aus dem Fenster, Haltepunkt tief in der Kammer. Einstechen, päng. Das Reh rührt sich überhaupt nicht, gefühlt ewig lange, wahrscheinliich keine 2 Sekunden um dann einen Satz zu machen und in meine Richtung zu kommen um dann in die Dickung zu vherschwinden. Ich sehe deutlch den Ausschuß und austretenden Schweiß. Wissend, daß das BraUngeheuer im Auto wartet, mach ich mir keine weiteren Gedanken.
Keine 5 Minuten später tritt ein weiteres Reh aus, das ich als strammes Bockkitz anspreche.
Zwischenzeitlich kam eine Nachricht vom Scheff, wenn du brauchst, schieß weiter. Nun gut, wenn es Brei regnet.....
Ich warte bis das Kitz breit steht, einstechen, päng, s&bsiebenvierundsechzig kommt punktgenau im Ziel an, ein kurzer Satz und eine rasante Flucht von 20 Metern um dann im Klee nieder zu gehen.
Inzwischen sehe ich oben an der Feldkante den Chef stehen, der die Fläche beobachtet. Nachricht - auf der anderen Seite kommt gleich ein Bock, ich sehe ihn kommen, nimm den auch noch mit.
Es kam wie er gesagt hat, ein reifer Bock tritt aus. Ich lasse ihn ein bissi in die Fläche ziehen, nicht daß der auch noch nach dem Schuß in die Hecke flüchtet.
Nach gefühlten 2 Stunden war er etwa 20 Meter von der Hecke auf die Fläche gezogen und stellt sich breit. Einstechen, päng. Der Bock zuckt, nimmt Anlauf in die Richtung aus der er kam um dann 3 Meter vor der Hecke niederzugehen.
5 Minuten später, ich war gerade fertig mit dem Zusammenpacken, kommt der Nachbar über den (aufgeweichten) Acker gefahren und wir fangen damit an, das Schmalreh zu suchen. Ich kenne ihn, der wird immer schnell nervös, wenn ein Stück zu suchen ist. Ich finde ein Stück Lunge. Dummerweise regnet es in Zwischen wie aus Eimern, was natürlich die Suche etwas erschwert. Nach 5 Minuten kriechen im Schwarzdorn sehe ich dass Hinterteil meines Schmalrehs liegen.
Dann haben wir uns zusammen ans Aufbrechen gemacht, Wildmarken dran, fertig. Ich bin ziemlich genau um halb 6 auf den Sitz und war um 20 nach 6 wieder am Auto.
Nun, ein entspannter Ansitz sieht anders aus, aber wenn ich dran denke, daß ich vorher unzählige Male als Schneider heim bin, ist das sicherlich sowas wie der Ausgleich.
Und dann sagt der doch - wenn du noch brauchst, sag bescheid, du hast je gesehen, wie das hier läuft....
Nun ja, jetzt hab ich in 3-4 Tagen genug damit zu tun, die Rehe abzuziehen und zu portionieren. Es scheint so, als müßte ich anderthalb zu Geld machen, um die drei zu bezahlen. Immerhin ist dann die Reh-Schublade im Gefrierschrank nicht mehr so entsetzlich leer.