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Schweinebauch-Krustenbraten, einer mehr

Waldesel

Militanter Veganer
Ich hab meine Schweinchen halt gerne, und am allerliebsten am Teller. Mit Strom im Backrohr wird auch immer eine sehr gelungene Kruste draus. Gas u/o Pellets kommen mir nicht in den Garten, sowas ist mir zu technisch und viel zu weit weg von den Wurzeln… und einen Kamado Grill werde ich mir nie leisten können zumal ich gar keinen brauche.

Meine Versuche eine zumindest brauchbare Kruste sowohl am 47´er Wassersmoker, als auch auf der 47´iger Kugel sind bislang nicht von großer Berühmtheit gewesen. Aber ich hab viel gelernt in den letzten Jahren, mir nochmehr abgeschaut und nach meinen Möglichkeiten adaptiert. Zudem strebe nach wie vor nach Perfektion. Schwer erträglich für meine Mitmenschen oft, die werden dann aber mit Kurzgrill und BBQ von mir dafür belohnt.

Demnächst erwarte ich Gäste, die bekommen eine Spanferkel- Keule vorgesetzt, und erwarten sich natürlich eine Kruste. Dafür wird mir meine Kugel zu klein sein also hab ich mich entschlossen einen Schweinebauch für mich alleine am Smoker zu machen, als Probelauf sozusagen. Dazu ein Semmelknödelchen die letzen 30 Minuten daneben gelegt, und Sauerkraut halt aus dem Kochtopf..

Vielen von Euch geschätzten Foris erzähle ich sicher nichts Neues, vielen aber vielleicht nicht allen. Für jene geduldigen Leser sind nachstehende Zeilen gedacht:

Am allerwichtigsten, die Begriffe Smoker und Rauch sind diesmal irreführend. Weil Rauch jeder Art die Schwarte verledert und diese niemals mehr aufgehen kann. Zwar kann man versuchen diese mit Folie abzudecken, aber die ist schwer zu befestigen und es bewährt sich auch nicht immer. Besser ist es daher ganz auf Rauch zu verzichten und hochwertige Briketts herzunehmen die nahezu rauchfrei sind.

Ich würze meine Schweine gerne so wie ich es gelernt, mit Salz/Knobigranulat/gem. Kümmel/weißem Pfeffer und Zwiebelgranulat. Im Verhältnis 1:1:1:1:1 . All diese leckeren amerikanischen Ideen wie Magic Dust und dergleichen hebe ich mir für Rippchen oder Pulled Pork auf.

Die Schwarte selbst wird gar nicht sparsam auf Salz gelegt. Dann wickle ich das Fleisch samt Gewürzen in Küchenfolie und presse es mit Klebeband so richtig ein. So kommt es über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Tag wird das Salz von der Schwarte gekratzt wo man sehen kann wieviel Flüssigkeit es eben aus der dieser gezogen hat. Das möchte man gar nicht glauben.

Dann erst schneide ich die Schwarte ein. Allerdings nicht rautenförmig. Schön für´s Auge zwar aber schwer zu portionieren dann. Dann üppig frisches Salz und etwas vom Rub noch in die Ritzen einreiben. Denn ohne Salz, das sie hier der Wichtigkeit halber erwähnt, kann eine Schwarte niemals aufpoppen und zur Kruste werden.

Den Smoker anheizen, 180 Grad wären erwünscht, das schafft er halt nur schwer. Aber so ab 150 Grad das wird dann schon was. Mit niederer Temperatur arbeiten empfiehlt sich wohl nicht. Ganz rauchfrei sind auch die besten Briketts nicht und umso länger wäre die Schwarte der "Gefahr" ausgesetzt.

In die Wasserschale kommt Sand, damit es nicht allzu feucht im Garraum wird. Auf den Sand lege ich eine Auffangschale wo ich auch ein wenig Bier einfülle. Das erfordert etwas Fingerspitzengefühl sonst wird das Safterl zu dünn. Bei so einem Bauch empfiehlt es sich auch ordentlich Suppengrün, also Wurzelgemüse beizugeben.

Jedes untergärige Bier ist geeignet, bei Dunkelbier wird das Safterl halt ein wenig bitter. Pils empfehle ich auch nicht so weil wir brauchen es malzlastig und weniger hopfig. Ein heller Bock bringt es total aber außerhalb der Saison halt schwer zu bekommen.

Das Fleisch selbst kommt auf den oberen Rost,mit der Schwarte nach oben; auf ein Fleischthermometer verzichte ich nicht.

Bei KT 70 herum, beim Bauch vielleicht etwas mehr nehme ich die Auffangschale raus und rühre das Safterl mit etwas Butter ab. Der Knödel wird wohl auch schon fertig sein, den stelle ich halt warm. Eine halbe Stunde cirka muss man rechnen daß er braucht mit einer Temperatur von 150-180 Grad.

Der ist übrigens außen knusprig geworden und innen flaumig, ganz wie er sein soll und in Wasser gekocht nie werden kann.

Die Wasserschale mit dem Sand rausnehmen. Dann üppig von den bereits angeheizten Holzkohle- Briketts auflegen und das Fleischi mit der Schwarte nach unten auf den UNTEREN Rost legen. Einige Minuten warten. Weil der Abstand zu Glut doch noch etwas weiter ist als vergleichbar auf einer Kugel verbrennt die Kruste nicht gar so leicht. Andererseits ist es heiß genug damit sie aufpoppen kann. Gegebenenfalls hilft man mit einer Flamme, bei mir ein mit Feuerzeug- Gas betriebener Gourmet Brenner etwas nach.

Diese Krücke funktioniert aber auch nur wenn die Schwarte trocken genug ist und eben nicht verledert, das hatten wir schon. Die Lüftungschlitze des Smokers drehe ich zu, damit ersticken mit der Zeit die Briketts und lassen sich wieder verwenden.

Und fertig. Wer diese lange Klorolle zu Ende gelesen und dabei was gelernt hat dem sei reicher Lohn in Form von Fleisch am Teller und Speck an der Hüfte. Alle anderen seien mit auch bedankt für´s Lesen.

Die Bildchen sind jedenfalls nicht so gut geworden wie der Bauch selbst mitsamt der Kruste, also bitte nicht irritieren lassen.

Euer Waldesel

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klasse Aktion....
 
Zudem strebe nach wie vor nach Perfektion
Ich auch.
Magic Dust und dergleichen hebe ich mir für Rippchen oder Pulled Pork auf.
Nutze ich gar nicht mehr. Alles was da drin ist, gibt’s für einen Bruchteil.
Weil Rauch jeder Art die Schwarte verledert und diese niemals mehr aufgehen
Stimmt
Die Schwarte selbst wird gar nicht sparsam auf Salz gelegt
Mach ich auch.
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Wasser gekocht nie werden kann.
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:hmmmm:
Aber so ab 150 Grad das wird dann schon was
Bei mir die erste Stunde, indirekt bei 130 Grad
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Dann weitere 2 Stunden bei 150-160 Grad.
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Mess ich nicht.
Dann wird geknuspert. Direkt! Darf schon Power dahinter sein. Gestern auf dem Cramer, auf der Holzkohle wird’s zu ungleichmäßig und ich sehe die Schwarte nicht.
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Nach deiner Vorgehensweise hätte ich ziemlich viel falsch gemacht.
Es führen wohl mehrere Weg zur Kruste.
https://www.grillsportverein.de/forum/threads/schweinebauch-mal-richtig.353201/#post-5150771
Gruß Christian
 
Ein Gasgrill also mit Pfiff noch dazu !

In meinem Bekanntenkreis sowie in meiner Nachbarschaft fallen mir spontan drei Leute ein die von Holzkohle auf Gas umgestiegen, und hellauf begeistert sind. Was die zaubern lässt sich nicht nur sehen sondern auch schmecken. Meines ist das trotzdem nicht und und wird es nie sein. Gas, sowie auch Strom oder Pellets, sind mir einfach zu technisch. Zu weit weg von den Wurzeln. Hatte ich schon geschrieben und weiß nicht wie ich das genauer noch ausdrücken soll. Das sich jedenfalls präziser damit arbeiten lässt und unterm Strich oft nicht nur optisch bessere Ergebnisse erzielt steht sicher außer jeder Diskussion. Zumal man ja zwecks Kruste ohnehin auf Rauch verzichten muss.

BTW, wo ich schon drauf eingehen, eine Frage bitte, an Dich Christian oder wer sonst noch darauf antworten will:

Das "Kochen in Wasser" hat sich auf den Knödel bezogen, nicht auf die Schwarte. Das wird aber tatsächlich oft und gerne gemacht. Nur frage ich mich warum ? Erst legt man die Schwarte auf Salz um ihr das Wasser zu entziehen, dann führt man es ihr wieder zu ? Aber ja, einschneiden lässt sie sich vorgekocht sicher einfacher. Für die Kruste wird es dann aber eine Power brauchen die so halt nur mit Gas oder Strom möglich sein wird.

Erwin
aka Waldesel
 
Ich grille meist mit Holzkohle und bau mir meine Grills zum Großteil selbst.
Der Cramer ist 40 Jahre in Familienbesitz. Auf Campingplätzen ist oft das grillen mit Holzkohle verboten. Also brauch ich einen Gasgrill. Ein OHG im Angebot für 39,-€ mußte ich kaufen und Wokbrenner gibt’s halt nur mit Gas.
Es hat alles seine Berechtigung.
Die wenigsten hier haben nur einen Grill.
 
Erst legt man die Schwarte auf Salz um ihr das Wasser zu entziehen, dann führt man es ihr wieder zu ?
Durch das kochen (Salzwasser) fügst du kein Wasser hin zu. Durch den Osmanischen Druck entsteht ein Austausch von Flüssigkeit und Salz.
Flüssigkeit wird entzogen und Salz dringt ein.
So grob beschrieben.
 
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