Ich würde auch noch meinen Senf dazugeben, weil ich tatsächlich öfter mal für viele Freunde Pizza mache.
Ofen: Je nach Zimmertemperatur, ob du jetzt den originalen Stein oder ein Biscotto etc. hast, der Außentemperatur und auch je nachdem, wie du mit dem Ofen umgehst, wirst du nicht beliebig viele Pizzen direkt hintereinander backen können, ohne dass der Ofen irgendwann an Temperatur verliert.
Im Lidl-Ofen brauchen meine Pizzen meistens so 1:30 bis 2 Minuten. Je mehr Pizzen du hintereinander machst und je weniger der Ofen zwischendurch nachheizen kann, desto länger wird die Backzeit, weil der Ofen einfach immer weiter auskühlt.
Wenn du also sechs plus vier Pizzen, also insgesamt zehn, machen willst, kann das schon schwierig werden, auch wenn die Kinder vielleicht etwas weniger essen. Ich würde nach der dritten oder vierten Pizza dem Ofen auf jeden Fall mal kurz eine Pause gönnen.
Beim Luigi ist es übrigens so, dass beim Drücken beziehungsweise Starten des Timers die obere Heizspirale nochmal einen Heizvorgang gestartet hat. Dadurch hat man zwischen den Pizzen etwas Temperatur zurückbekommen. Ob das beim Lidl-Ofen genauso funktioniert, habe ich bisher noch nicht ausprobiert. Ich nutze den Timer zwar, habe aber nicht wirklich das Gefühl, dass er außer dem Mitlaufen des Timers etwas bewirkt.
Ich mache diesen Freitag nochmal Pizza und kann dann vielleicht mehr dazu berichten. Als Tipp am Rande ist es aber auf jeden Fall einen Versuch wert, den Timer zwischen den Pizzen nochmal zu starten, um eventuell etwas mehr Temperatur herauszuholen.
Pizzateig: Bei der Hydration würde ich für so eine Aktion nicht zu hoch gehen. Ich würde wahrscheinlich irgendwo bei 62 bis 65 Prozent ansetzen. Gerade wenn du viele Pizzen machen möchtest, lässt sich der Teig damit etwas entspannter und schneller verarbeiten.
Wann du die Teiglinge aus dem Kühlschrank holst, würde ich ein bisschen von der Raumtemperatur abhängig machen. Beim Lidl-Mehl habe ich persönlich festgestellt, dass man bei sehr warmen Temperaturen im Raum, also ab ungefähr 26 bis 27 Grad, den Teig gar nicht so früh rausnehmen muss und ihn noch relativ gut direkt aus dem Kühlschrank verarbeiten kann, reichen bei mir ca 30min.
Bei ungefähr 22 Grad Raumtemperatur habe ich letztens mit dem Lidl Typ-0-Mehl Pizza gebacken und da hat es sehr gut funktioniert, die Teiglinge ungefähr eine Stunde vorher rauszuholen. Das musst du aber letztendlich ein bisschen ausprobieren, je nach Raumtemperatur, Hydration und deinem Teig.
Tomatensauce: Bei der Tomatensauce würde ich ganz geschälte Tomaten aus der Dose kaufen, die erstmal im Mixer pürieren und anschließend über ein feinmaschiges Sieb abseihen. Dann hast du oben quasi nur noch die dickere Tomatenmasse und das überschüssige Wasser läuft ab. Alternativ kannst du auch ein Küchentuch in die Sauce legen, das saugt ebenfalls nochmal ordentlich Wasser auf.
Du willst auf keinen Fall eine zu flüssige Tomatensauce haben. Gerade wenn du für mehrere Leute Pizza machst, brauchen die Gäste häufig noch ein bisschen Zeit, um zu überlegen, was sie auf ihre Pizza haben möchten, oder wollen die Zutaten vielleicht sogar selbst drauflegen.
Wenn der Pizzaboden sehr dünn ausgebreitet ist und die Pizza dann noch länger mit Tomatensauce herumliegt, kann die Sauce schnell durch den Boden suppen und dann klebt dir alles an der Schaufel. Deshalb lieber eine etwas dickere Sauce nehmen. Das Wasser, das du vorher ablaufen lässt, kannst du anschließend wieder nach und nach dazugeben, bis die Konsistenz für dich passt. Ich gebe teilweise sogar gar kein Wasser zurück, weil ich die Sauce dann schön konzentriert und tomatig finde.
Beim Belag würde ich außerdem darauf achten, die Pizza
nicht komplett zu überladen. Je mehr Zeug du draufpackst, desto schwieriger wird es natürlich, die Pizza von der Schaufel zu bekommen. Ich habe manchmal Freunde, die bauen sich da keine Pizza, sondern eher eine Quiche mit acht Millionen Zutaten. Am besten noch ganze Brokkoli-Stücke und alles Mögliche drauf.

Und dann bekommt man das Ding natürlich nur noch schwer vernünftig von der Schaufel runter.
Pizzen ausbreiten: Was ich auf jeden Fall empfehlen würde, ist, dir beim Vorbereiten möglichst viel Platz zu schaffen und großzügig mit Semola zu arbeiten.
Ich mache das immer so, dass ich die Teiglinge in einer Schüssel mit Semola einmal richtig wende, also wirklich komplett mit Semola bestäube, und dann im Becken schon grob anfange, sie auszubreiten. Einfach erstmal die Mitte etwas flach drücken, dann rausnehmen und weiter ausbreiten. Dadurch sind die Teiglinge wirklich gut mit Semola bestäubt und kleben später auch nicht am Pizzaschieber.
Du kannst ruhig schon mehrere Böden vorbereiten. Ich mache meistens direkt zwei oder drei Stück, breite die aus und habe sie dann auf der Platte liegen. In den zwei Minuten, die eine Pizza im Ofen ist, schaffe ich es nämlich meistens nicht, gleichzeitig die nächste Pizza komplett auszubreiten und zu belegen.
Deshalb mache ich die Böden schon vorher fertig und gebe Tomatensauce, Käse und Belag wirklich erst kurz bevor die Pizza in den Ofen kommt drauf. Gerade bei Gästen ist das praktisch, weil man gut Zeit sparen kann, wenn man etwas langsamer beim ausbreiten ist.
Pizzen mit mehreren Gästen teilen: Ich habe es bisher im Lidl-Ofen meistens so gemacht, dass ich eine Pizza für zwei Personen gemacht habe, die sich die Pizza dann teilen. Alternativ kannst du, wenn alle ungefähr den gleichen Geschmack haben, einfach mehrere Pizzen mit unterschiedlichen Belägen hintereinander machen und jeder nimmt sich davon, was er möchte.
Ich würde vorher mit allen kurz absprechen, wer welchen Belag möchte. Dann kannst du mehrere Böden vorbereiten, die jeweils auf den Pizzaschieber ziehen, Tomatensauce drauf, Käse drauf, direkt den vorher abgesprochenen Belag drauf und ab in den Ofen.
Timer würde ich direkt starten, sobald du die Pizza eingeschossen hast. Wenn du sie rausholst, kannst du den Timer direkt wieder starten.
Alternativ Böden vorbacken: Wenn ihr die Pizzen wirklich richtig schnell hintereinander machen wollt, wäre noch eine Überlegung, ein paar Böden vorher mit ordentlich Tomatensauce vorzubacken. Die würde ich nicht komplett durchbacken, sondern wirklich nur so kurz, dass der Boden etwas fester wird.
Dann dauert das eigentliche Backen deutlich weniger und du kannst entsprechend mehr Pizzen hintereinander machen.
Insgesamt würde ich bei zehn Pizzen einfach möglichst viel vorbereiten. Wenn die Teiglinge bereit sind, mehrere Böden schon ausgebreitet sind, die Tomatensauce fertig ist und vorher klar ist, wer welchen Belag möchte, läuft das Ganze deutlich entspannter.