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Sizzle Zone und Gussrost

Was bei der ursprünglichen Fragestellung IHMO ausscheidet sind Gussplatten und so überflüssiges Zeug wie GrillGrates. Das ist kein Grillen, das ist Braten. Das leistet auch ne 20€ Eisenpfanne vom Aldi (und ja, mit Eisenpfannen kann man problemlos sehr gute Steaks mit durchgängiger Kruste erzeugen).
Oha, sehr interessant.
Was heißt denn ordentliches Branding? Bitte eine Definition. Ich habe ja schon eine Definition geliefert für das, was ich als erstrebenswert erachte: Eine flächige Kruste (Maillard Reaktion), ohne Streifen, gleichmäßig eben. Dieses Ziel verfolgen auch alle großen Steakhäuser, die ich in USA genießen durfte.
Also, was ist ordentliches branding, und warum ist das gut?
Danke
Der Dingens
 
Als Branding verstehe ich das typische rautenförmige Grillmuster, welches durch die Zubereitung auf einem einen Grillrost entsteht. Eine durchgängige Kruste mag ich auch lieber, würde dies aber nicht als Branding bezeichnen. Ich denke, dies ist auch die allgemeine Verständnis für "Branding" im Kontext "Grillen".
Der Bräunungsgrad eines optimalen Brandings entspricht dem Bräunungsgrad einer optimalen durchgängigen Kruste ;-)
Dh. dunkelbraun aber nicht schwarz/verbrannt, aber auch nicht zu blass.
Zudem sollte das Branding imho in einem gewissen Verhältnis zur "nicht gebrandeten Fläche" stehen, wie es breite Gussroste schaffen. Z.B. der Gussrost der Q-Serie oder vom Spirit (beides Weber) haben imho ein gutes Verhältnis von Gusseisenfläche und Abstand zwischen den Stäben. Schlecht hingegen finde ich dieses Zubehör-Rost von Weber, welches Rund ist und direkt ein Rautenmuster erzeugt. Das genannte Verhältnis ist imho furchtbar und die damit zubereiteten Steaks, die man hier oft auf Bildern sieht, sind imho weit vom Optimum entfernt.

Aber bei der ganzen Diskussion um optimale Kruste vs. "nur" Branding, wird ein anderer wesentlicher Faktor hier oft vergessen, nämlich die Dicke des Steaks und damit das Verhältnis von Kruste zu Fleischmasse. Das muss imho nämlich auch stimmen.
Insofern unterstütze ich auch dieses ganze Gesabbel vonwegen "mein Steak muss ne halbe Tonne wiegen und alles unter 4cm ist Carpaccio" überhaupt nicht. Das ist einfach nur Blödsinn.
 
Würdest Du das Branding auf dem Foto oben als optimal bezeichnen?
Grüße
Der Dingens

Über Geschmack lässt sich bekanntlich immer streiten, aber ich bin Fan von einem schönen Grillmuster, sei es nun die S-Form der Napoleon Grills oder das Rautenmuster.
Für meine Teil darf es auch gerne etwas dunkler an verschiedenen Stellen sein, dass stört mich persönlich weniger und zeigt mir, dass ein Stück Fleisch von einem heißen Grill
kommt.

Ich mag die gleichmäßige Kruste z.B. überhaupt nicht, weil es für mein Auge eher in Richtung heiße Teflonpfanne geht.
 
Als Branding verstehe ich das typische rautenförmige Grillmuster, welches durch die Zubereitung auf einem einen Grillrost entsteht. Eine durchgängige Kruste mag ich auch lieber, würde dies aber nicht als Branding bezeichnen. Ich denke, dies ist auch die allgemeine Verständnis für "Branding" im Kontext "Grillen".

Ja, das war mir klar.
Der Bräunungsgrad eines optimalen Brandings entspricht dem Bräunungsgrad einer optimalen durchgängigen Kruste ;-)
Dh. dunkelbraun aber nicht schwarz/verbrannt, aber auch nicht zu blass.

Okay, wenn das so ist, heißt das im Umkehrschluß, dass es, wie Du weiter unten auch schreibst, auf dem Steak dann auch ungebrandete Bereiche gibt, die dann eben nicht eine optimale Kruste haben.
Und das ist der Teil, der mir (und offensichtlich auch einigen anderen) nicht in den Kopf will: Warum, nur wegen der Optik, auf eine optimale Bräune am ganzen Steak verzichten? Die gewünschte Maillard Reaktion trägt ja zum Geschmack bei.
http://amazingribs.com/tips_and_technique/mythbusting_grill_marks_and_flipping_meat.html
Die Frage geht auch an @ThisIsStan: Warum Optik vor Geschmack?
Danke
Der Dingens
 
Bevor der link zu Amazingribs ein viertes mal kommt, gebt ihm doch bitte recht. Wir schaffen alle unsere Edelstahl- und Gussroste ab und benutzen nur noch grillgrates um das perfekte dingens Steak zu braten.
Dein Steak sieht toll aus, keine Frage, dennoch benutze ich weiterhin meine Sizzle Zone. Ich bin begeistert, meine Gäste sind begeistert und von daher werde ich auch nichts ändern...
 
Eigentlich ist das ganz einfach. Ich mag den Geschmack von Fleisch wenn es ein dunkles Branding hat mehr, wie eine einheitliche Kruste.
Gerade bei einem Steak will ich hochschlagende Flammen die mein Fleisch auch mal an einer Ecke leicht anbrennen.

Denke du wirst hier auch keine einheitliche Meinung hinbekommen, da Geschmäcker nun mal verschieden sind.

Ich will einem Fleisch das ansehen wie es zubereitet wurde. Ansonsten würde ich nicht grillen sondern Pfannengerichte machen.
Ich muss den Rauch schmecken, das Teil muss mir die Geschichte seiner Entstehung erzählen.

Das hier würde ich z.b. nicht mal mit der Beißzange anfassen und da kann es noch so schön gegrillt sein - das Auge isst mit und da könnte
dieses Fleisch von Jack O Shea persönlich gegrillt werden.

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Okay, wenn das so ist, heißt das im Umkehrschluß, dass es, wie Du weiter unten auch schreibst, auf dem Steak dann auch ungebrandete Bereiche gibt, die dann eben nicht eine optimale Kruste haben.
Und das ist der Teil, der mir (und offensichtlich auch einigen anderen) nicht in den Kopf will: Warum, nur wegen der Optik, auf eine optimale Bräune am ganzen Steak verzichten? Die gewünschte Maillard Reaktion trägt ja zum Geschmack bei.
http://amazingribs.com/tips_and_technique/mythbusting_grill_marks_and_flipping_meat.html
Die Frage geht auch an @ThisIsStan: Warum Optik vor Geschmack?
Danke
Der Dingens

Auch wenn wir uns ja einig zu sein scheinen, mal eine Gegenfrage (haut in die Kerbe von
@Moxi):
Warum definierst du ein gutes Steak so extrem über die Maillard-Reaktion?

Sonst kannst du dir auch Steaks in Dicke einer Roulade schneiden und die ordentlich rösten, um die volle "Maillard-Ladung" ab zu bekommen :)
Ist natürlich übertrieben, aber du weißt, worauf ich hinaus will:
Es ist nur ein Faktor.

Branding ist eben auch typisch Grill, zumindest im Kopf. Und der Kopf spielt beim Genuss keine unwesentliche Rolle.
 
Was haltet ihr davon wenn man ein Voting macht - dann können alle Abstimmen und dann haben wir eine aussagekräftige Meinung.

... heute ist erst Dienstag.
Aber auch wenn Freitag wäre ... sollte das etwa bedeuten einen Standard zu definieren, damit alles so aussieht und schmeckt wie in manchen Ketten oder aus dem TK-Bereich mancher Supermärkte/Discounter?

Nö ... diese Abstimmung macht imho wenig Sinn.

@Dingens ich such gerne ein paar Fotos :sun: mobil ist das schwierig
:prost:
 
Bevor der link zu Amazingribs ein viertes mal kommt, gebt ihm doch bitte recht. Wir schaffen alle unsere Edelstahl- und Gussroste ab und benutzen nur noch grillgrates um das perfekte dingens Steak zu braten.
Dein Steak sieht toll aus, keine Frage, dennoch benutze ich weiterhin meine Sizzle Zone. Ich bin begeistert, meine Gäste sind begeistert und von daher werde ich auch nichts ändern...
Es geht hier nicht um Recht oder nicht Recht, aber nachdem ja einige die Idee des Brandings auch in diesem Thread (und nicht nur hier) in Frage gestellt haben, wollte ich verstehen, warum man daran fest hält. (So, wie ich in diesem Thread Dank der guten Erklärung von @KugelWilli verstanden habe, dass eine Sizzle außen durchaus Sinn machen kann). Der Link kam ein paar Mal, weil ich den Eindruck hatte, dass der nicht immer gelesen wurde....

Gerade bei einem Steak will ich hochschlagende Flammen die mein Fleisch auch mal an einer Ecke leicht anbrennen.
Geht mit Grillgrates sehr gut, zumindest das mit den Flammen.
Ich muss den Rauch schmecken, das Teil muss mir die Geschichte seiner Entstehung erzählen.
Darüber, wie man den "Rauch" schmecken kann, gehen die Meinungen ja auch auseinander, aber, wieder einmal, mit den Grillgrates geht auch das, das raucht sehr ordentlich. Das ist ja gerade der Witz an den Dingern, und das, was sie von einer Pfanne unterscheidet!

Auch wenn wir uns ja einig zu sein scheinen, mal eine Gegenfrage (haut in die Kerbe von
@Moxi):
Es ist nur ein Faktor.

Genau, es ist ein Faktor, von vielen. Und ich will in möglichst vielen Faktoren das Optimum erreichen. Gerade in diesem Bereich ist es ja auch leicht, das zu erreichen. Hier haben wir die volle Kontrolle, bei einigen anderen Faktoren (Fütterung, Schlachtung etc.) haben wir das nicht.Dass wir hier häufig über die Maillard Reaktion reden, statt über die vielen anderen Faktoren, die es auf dem Weg zum optimalen Steak zu beachten gilt, liegt wohl am Thema des Threads.
Branding ist eben auch typisch Grill, zumindest im Kopf. Und der Kopf spielt beim Genuss keine unwesentliche Rolle.
Das trifft das Problem wohl ganz gut und war ja auch wohl Teil der Eingangsfrage von @bbq4you. Und ich finde es gut, wenn genau das hinterfragt wird.
Freundliche Grüße an alle
Der Dingens
 
Eines der genannten Argumente gegen das Garen auf einer Gussplatte.
Das ist kein Grillen sondern braten wie ein einer Gusspfanne in der Küche.

Da Grillen Garen/Braten durch Wärmestrahlung ist, dann ist das Grillen
auf einen Gussrost oder Sizzlezone nur bis zu dem Punkt Grillen, bis das
Fleisch im Grill auf indirekte Hitze kommt. Dann ist es eben das gleiche
wie im Backofen, weil nicht mehr durch Wärmestrahlung gegart wird. Da der
indirekte Teil bis zu 10 x länger dauert, ist es streng genommen kein Grillen.

Ich gehe noch weiter und sage, die Zubereitung auf einem massiven Gussrost
ist mindestens eine Mischung aus Grillen und Braten, da die Hälfte des Steaks
durch Wärmestrahlung und die andere Hälfte durch Kontakt wie in der Pfanne
gegart wird. Das gepaart mit indirekter Hitze hat nur noch ganz wenig mit
Grillen zu tun.

So feinkörnig möchte ich nicht sein und definiere für mich Grillen als die
Zubereitung von Speisen im Freien mit offenem Feuer/Flammen. Dann darf
man auch den Smoker als Grill bezeichnen, denn ein Smoker ist eben genau
das Gegenteil eines Grills, wenn wir von der Feuerbox absehen.

Wer es noch nicht gemacht hat, kann je 1 kleines Steak aus dem Rücken
auf einer Gussplatte und auf dem Gussrost/Sizzlezone grillen. Das von der
Gussplatte in die indirekte Hitze eines Holzfeuers und das andere im Gasgrill
auf indirekte Hitze. Das Ergebnis wird überraschen.

:anstoޥn:

P.S. Hitze hilft beim Grillen, nicht bei Diskussionen :-)
 
:muha:

Damit hast Du, meiner Meinung nach, den Nagel ziemlich auf den Kopf getroffen.
In meinem Garten bereite ich Speisen auf vielerlei Festbrennstoff befeuerten Geräten zu......weil ich keinen Strom im Garten habe !
Ich stehe auf das US-BBQ.......nicht auf das was allgemein unter BBQ verstanden wird ( bei Fragen bitte Wiki bemühen )
Das kann ich im Garten aber auch gut ausleben......

Ich freue mich auf meinen nächsten Smoker ;)
 
Sorry wenn mein Fragezeichen immer größer wird - aber warum soll ich Grillgrates verwenden wenn ich die Vorzüge eine Sizzel verwenden kann.
Vom Grundsatz her ist doch alles eine Kostenfrage....brauch ich dass, oder weis ich mir anderweitig zu helfen. Die Sizzel ist für die Gastronomie erfunden
worden. Für die die schnell ein Resultat brauchen und nicht auf die Röstaromen ala Holzkohle verzichten wollen.

Die Grillgrates bekommen ein paar hundert Grad in ein paar Minuten - mit der Sizzel komm ich in 2 Minuten auf knappe 700-1.000 Grad. Mein Abendessen
ist halt schon gegessen, da fängste wahrscheinlich erst an die richtige Temperatur auf den Tacho zu bringen bzw. dann wieder runter zu bringen um das
gute Rinderstück low&slow zu Ende zu braten.... oder gar rein in den Backofen und den vielleicht noch mecker von der GöGa bekommen, weil du mit den
dreckigen Gartenschuhen durch die Wohnung sappst um festzustellen, dass der Backofen fürs Kartoffelgratin schon belegt ist.

Gasgriller sind nun mal die ungemütlichen Schnellgriller im vergleich zur Holzkohle und mit der Sizzel biste nunmal auf optimaler Betriebstemperatur in kürzester Zeit.

Es ist einfach schneller und komfortabler und gibt mir die Möglichkeit heiß und low&slow in einem Gerät zu vereinen (vorausgesetzt die Sizzle ist außerhalb).
Hinzu kommt, dass ich die Sizzle für alles verwenden kann, von der Pfanne bis zum Kochtopf und im Grill trotzdem mein Ding durchziehen kann.

Sizzel ist der geistige Bruder der Holzkohle was die Temperatur und den Geschmack angeht - ganz einfach.

Und grundsätzlich gilt immer: Ich kann mit einem alten Pentium 2 mit Röhrenmonitor auch hier im Forum tolle Berichte schreiben oder Mohrhuhn spielen....
aber es geht halt einfach auch besser und schneller.
 
Moin
dann will ich mal versuchen, die Verwirrung zu nehmen:
Sorry wenn mein Fragezeichen immer größer wird - aber warum soll ich Grillgrates verwenden wenn ich die Vorzüge eine Sizzel verwenden kann.
Wegen der gleichmäßigen Bräune
Die Sizzel ist für die Gastronomie erfunden worden.
Sicher nicht, echte Steakhäuser, nutzen, wie von bbq4you weiter oben schon ausgeführt, sog. Salamander, also Hitze von oben, um eine gleichmäßige Kruste zu erreichen.
Ähnliches Konzept verfolgt der Beefer.
Die Grillgrates bekommen ein paar hundert Grad in ein paar Minuten - mit der Sizzel komm ich in 2 Minuten auf knappe 700-1.000 Grad.
Das Ding ist, dass die paar hundert Grad vollkommen ausreichen, um die Kruste innerhalb von einer Minute entstehen zu lassen. Schneller brauche ich es sicher nicht. Und das Garziehen, egal ob vorher oder nachher, dauert überall gleich lang.
Gasgriller sind nun mal die ungemütlichen Schnellgriller im vergleich zur Holzkohle und mit der Sizzel biste nunmal auf optimaler Betriebstemperatur in kürzester Zeit.
Ich bin ja selber Gasgriller....
Es ist einfach schneller und komfortabler und gibt mir die Möglichkeit heiß und low&slow in einem Gerät zu vereinen (vorausgesetzt die Sizzle ist außerhalb).
Hinzu kommt, dass ich die Sizzle für alles verwenden kann, von der Pfanne bis zum Kochtopf und im Grill trotzdem mein Ding durchziehen kann.

Diese Vorteile der Sizzle habe ich doch schon vor zwei Seiten verstanden und das auch geschrieben, es mir jetzt nur noch um Branding, nicht darum, ob eine Sizzle generell sinnvoll sein kann oder nicht.
Grüße
Der Dingens
 
Das ist aber schon eine Hausnummer.
Wie gemessen?
Von welcher Sizzle sprechen wir hier?

:prost:

„Infrarot-Sizzle Zone™” – Definition (Homepage Napoleon)
Posted December 31st, 2011

Die Infrarot-SIZZLE ZONE™ ist ein Brenner, der Infrarotwärmestrahlung erzeugt. Hierbei werden keramische Brenner mit Tausenden von gleichmäßig angeordneten Flammenauslässen verwendet. Die Energie der Flammen wird von der Keramik absorbiert. Diese beginnt zu glühen und erzeugt Temperaturen bis zu 815.5°C. Durch die intensive Hitze wird Fleisch sofort scharf angebraten und alle Säfte und Aromen werden im Fleisch „versiegelt”. Sie erhalten köstliche und geschmackvolle Speisen in weniger als der Hälfte der üblichen Grillzeiten.



Vom Grundsatz her können Kermikbrenner eine Temperatur bis zu 1150 Grad erzeugen. Dass diese nicht zwingend in handelsüblichen Grills verbaut sind ist nachvollziehbar.
Hatte vor kurzem ein Lasermessgerät zuhause (ich hatte dich wegen der unterschiedlichen Hitze der Keramikplatten mal angeschrieben Taiga) hatte ich eine Hitzeentwicklung auf der Sizzle von 895 Grad (Nappi 500 Pro)
 
... und ja, mit Eisenpfannen kann man problemlos sehr gute Steaks mit durchgängiger Kruste erzeugen.
Haehae, kann ich bestaetigen. Ich hab mal vergessen, die Induktion runterzudrehen und hab meine Skeppshult auf 280º gebracht. *Einwandfreie* Kruste. Nix verbrannt. Innen rare. Und das ganze auch noch Dry Aged. :wiegeil:
 
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