Guten Mittag! Ein wirklich gelungenes Projekt mit tollem Ergebnis!
Bei mir lagert seit einigen Jahren ein dem Tritschler ähnlicher zweietagiger Bausatz von Fa. Anton Weber und wartet auf Wiederauferstehung. Ohne nun gerade genauer messen zu können, würde ich auf eine Backflächengröße von 2x 90x60cm übereinander tippen. Rund um solch einen Backofen und dessen Wiederaufbau habe ich über die Jahre schon eine Menge gelesen. Dein Beitrag hier ist durch die Bilder durchaus hilfreich! Ich hätte jedoch noch ein paar konkrete Fragen dazu. Könntest du mir mit deinem aus der Praxis erworbenen Fachwissen behilflich sein?
1. Die Schamottesteine meines Ofens waren entweder mit Lehm oder einem rein keramischen Haffnermörtel vermauert. Dieses war bereits zu einer sandigen Masse zerfallen. Du schreibt, du habest sämtliche Schamottesteine miteinander mit Mörtel zusammengesetzt, incl. der waagerechten Backsteine und der Decke. Das ist korrekt? Welchen Mörtel hast du verwendet? Es gibt ja offenbar einen keramisch-hydraulisch abbindenden Haffnermörtel, der alle Vorteile vereinen soll.
2. Hast du unterhalb der Steine der unteren Backebene eine reine Quarzsanschüttung auf der Betonplatte aufgebracht und die Steine darin lose verlegt und dann erst ab dort aufwärts mit Mörtel gearbeitet oder auch bereits diese Steine mit Mörtelfugenzusammengesetzt? Hier lagen die Bodensteine einfach in einer Art Sand/Schlacke. Eine zusätzliche Isolierung unten wäre sicher sinnvoll. Ich las auch von Schaumglas als Möglichkeit.
3. Bei deinem Tritschler handelt es sich ja offenbar um ein Modell mit zwei Ebenen und dann darüber noch einem Fuchs für die Rauchgasführung. Mein Ofen verfügt über zwei Backebenen, jedoch ohne Fuchs. Die Rauchgase werden z.T. seitlich über die Kanäle in den seitlichen Steinen in den oberen Backraum transportiert, hinten scheint es einen Spalt zwischen oberem Backboden und Rückwand hin gegeben zu haben (Umbrand) für den größeren Teil der Rauchgase. Der Kaminanschluss erfolgte oben im hintersten Deckstein (ist defekt, war nicht in Schamotte ausgebildet sondern wohl eher Feuerbeton), also mehr oder weniger oberhalb vom Umbrand-Schlitz. Meine Frage: Bei deinem Ofen werden die Rauchgase vom unteren Backraum durch den Umbrand hinten in den oberen Raum geführt und dann vorn oben in den Fuchs umgelenkt und wieder zurück Richtung Kamin? Gibt es da Probleme mit dem Zug? Ich überlegte, ob es nicht sinnvoller wäre, den Rauchrohrabgang oben mittig zu positionieren, damit die Rauchgase die obere Kammer weiter druchströmen können?
4. Hast du um die Backraumsteine seitlich außen weitere Speichermasse in Form von Schamotte angebracht oder nur eine Dämmschüttung zwischen Muffel und Außenwand des Ofens eingebracht? Hier war der Ofenmuffel von Sand umgeben und so eingemauert. Einige Schmotteplatten standen mehr oder weniger motiviert nahe am Ofenmuffel im Sand?!
5. Dein Schornstein hat offenbar die Breit von zwei Vollklinkern und ist daher sicherlich recht großzügig dimensioniert. Der Rauchrohrabgang am Backofen hier hat vermutlich einen Durchmesser von 120mm, deiner scheint 150mm zu haben - der Ofen ist ja auch größer. Ich überlegte daher, ob bei mir nicht eine Dimensioierung von 120x120mm im Quadrat für den Schornstein reichen dürfte. Eigentlich sollten Kaminzüge ja nicht unbedingt viel zu groß dimensioiert sein, aber eben auch nicht zu klein. Das käme hier dann wohl ungefähr hin.
Das wären die Fragen für's erste.
Ich würde mich über eine Rückmeldung sehr freuen!

Gruß,
Steffen