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Tutorium Messer Schärfen

Auf einen weiteren schönen Beitrag zum Thema bin ich im Anglerboard gestossen: Hier der Link dazu
Keine Sorge, ist keine Schleichwerbung für die Fa. Maurer - ich kenne diese nicht, und weiß gerade noch so wo Heilbronn liegt :grin:!
Einen angenehmen Tag und :prost:!
 
Ich hab hier natürlich auch ein bißchen gelesen. Mega interessant, zumal ich auch so 20-30 Schärfsteine mein Eigen nenne und ich sehr gerne und oft schärfe, allerdings ausschließlich Messer (also keine Scheren oder sowas).

Denn, meiner bescheidenen Meinung nach, geht nix über ein scharfes Messer. Wenn Messer, dann auch scharf. Aber: auch wirklich nur so scharf wie nötig, denn je schärfer das Messer, desto feiner die Geometrie der Schneide und umso empfindlicher ist sie natürlich auch. Und je empfindlicher, desto schneller wird die Geometrie verändert und das heißt unweigerlich - das Messer wird stumpf.

An die Schärfe eines Küchenmessers stelle ich persönlich ne ganz einfache Anforderung. Ich stelle es mit der Schneide auf ne reife Tomate und stabilisiere es ganz am Ende des Griffs, in dem ich es locker zwischen zwei Fingern halte - nur so fest, das es nicht wegkippt. Bei Bewegung, also gaaaanz sanftem Zug, muss das Messer sofort in die Tomate einscheiden und eintauchen. So muss ich die Tomate durchschneiden können. Mir reicht das, mit einem solchen Messer hab ich für mich das beste Spagat zwischen Schärfe und Stand der Schärfe erreicht. Mit solch einem Messer schneide ich Speckscheiben vom Stück, durch die du durchschauen kannst, so ein Messer rasiert in der Regel auch locker die Haare vom Unterarm oder dem Handrücken.

Den Anspruch des sog. Haartests, den hab ich nur an meine Rasiermesser, wobei da auch nicht nur die Schärfe das Beurteilungskriterium ist, sondern vor allen Dingen die Sanftheit. Sanft müssen Fleischmesser nicht sein, die Tiere sind schon tot. Sanft ist auch ne ganz andere, viel aufwendigere Baustelle, das müssen, wie gesagt, Küchenmesser gar nicht sein.

Aber auch alles andere, was sich Messer nennt, sollte scharf sein. So gehört beispielsweise bei mir ein Taschenmesser quasi zur Hose. Momentan hab ich - wenns interessiert - ein Laguiole Extra einstecken auch das nimmt leicht die Haare vom Unterarm.

Die Vorteile scharfer Messer liegen auf der Hand. Sicheres Schneiden selbst hauchzarter Scheiben oä. Geringer Kraftaufwand und so eine erheblich geringere Verletzungsgefahr.

Küchenmesser ledern - na klar. Nicht so exzessiv wie Rasiermesser - aber schon regelmäßig. Ich hab immer nen kleinen Kombiriemen in meiner Messerschublade liegen. Machts Messer meinen Tomatentest nicht mehr, wirds wieder nachgeschärft, schaffts Leder es nicht, ab auf die Steine.

In meinen Augen sind diese Schärfer zum durchziehen allesamt Schrott, ich hab mich an deren Klang erfreut, als sie auf den Tonnenboden gedonnert sind. Der Wetzstahl gleich hinterher. Wenn ihr einmal unter ner Lupe eine Schneidfacette eines wirklich scharfen Küchenmessers nach Steinen und nach dem durchziehen durch so ein Mistding, oder nach der Tortour auf einem Wetzstahls gesehen habt, wisst ihr sofort, was ich meine. Diese "Durchzieher" versauen dir die Schneide nachhaltig, ein Wetzstahl richtet nur nen Grat auf, der natürlich scharf ist, aber auch ganz schnell wieder umgelegt wird. Bei relativ weichen Stählen ok (Metzgermesser am Schlachthof zB), aber bei halbwegs harten Messern (HRC > 58 ) IMHO sinnlos.
 
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Feines Statement . . .

es erweitert den Horizont in Sachen Ansichtssache - und i kann mi irgendwie damit identifizieren :thumb2:

Bis zu einem gewissen Punkt macht alles Sinn, nur wo der halt liegt, da scheiden sich die Geister und die Gesichtspunkte - Ansichtssache eben..

aber deine Argumente sind für mich persönlich gut - auch gut ausformuliert :-D

:_donk:

:weizen:
 
ein Wetzstahl richtet nur nen Grat auf, der natürlich scharf ist, aber auch ganz schnell wieder umgelegt wird. Bei relativ weichen Stählen ok (Metzgermesser am Schlachthof zB),

Mit einem Diamantwetzstahl (Dickoron oder Zwilling) lassen sich gerade die gestanzten Dick-Messer aufgrund der abrasiven Wirkung der Korundbeschichtung lang auf einer sehr guten Schärfe halten.

Wetzstahl ist nicht gleich Wetzstahl.

Ansonsten seh ich das Thema auch so.
 
Bömmel hat Recht!
Wir von der Rasiermesserfraktion sehen das evtl. ein bisschen anderst als ein durchschnitts Wochenendkoch.
Schärfe ist Relativ und wir übertreiben manchmal wenn es um unsere Ansprüche an Schärfe geht :grin:
Hier wird die Latte sehr hoch gehängt. Bommel hat geschrieben warum.
Aber Tatsache ist, dass man mit den "über die Klingen zieh Dingsbums" mehr Schaden anrichten kann als Schärfe. Das mag bei einem 1 Euro Gemüsemesser ja noch gehen. Da ist es egal. Aber kauft um gotteswillen keine teuren Kochmesser um diese danach mit dem Dingsbums zu attackieren. Das hat ein gutes Messer nicht verdient. Legt noch ein paar Euros drauf und kauft einen (odere mehrere) gescheiten Stein. Es muss kein GBB sein. (gelber Belgischer Brocken). 1000 / 6000 reicht vollkommen um ein Messer auf bestandenen Tomatentest zu halten.

Messerschärfen kann übrigens zur Leidenschaft werden wie grillen. Auch hier...Suchtgefahr :blah:
 
Bömmel hat Recht!
Wir von der Rasiermesserfraktion sehen das evtl. ein bisschen anderst als ein durchschnitts Wochenendkoch.
Schärfe ist Relativ und wir übertreiben manchmal wenn es um unsere Ansprüche an Schärfe geht :grin:...
Vielen Dank :grin:
Wie gesagt, ist 'n Rasiermesser ne ganz andere Baustelle. Da ist mir scharf wirklich nicht genug, die Messer müssen sanft sein, sonst ists ne echte Qual. Wer sich einmal mit nem Rasiermesser gescheit rasiert hat, weiss, das die, richtig scharf, nicht nur um Welten gründlicher, sondern auch um Universen sanfter sind als so ein Systemrasierer. Aftershave ins Gesicht und Mann merkts ausser einem wundervollen, freundlichen kribbeln - nix! Hach - da kann Mann ins schwärmen geraten.... Heute morgen erst wieder mit nem 150 Jahre alten 7/8 Wade & Butcher. Sorry OT - ich schweife ab.

....Legt noch ein paar Euros drauf und kauft einen (odere mehrere) gescheiten Stein. Es muss kein GBB sein. (gelber Belgischer Brocken). 1000 / 6000 reicht vollkommen um ein Messer auf bestandenen Tomatentest zu halten.
...

Nicht mal das. Dick hat sogar nen 1000/3000 Naniwa Kombistein - mehr brauchts streng genommen nicht. Vielleicht noch den synthetischen Nagura Anreiber. Wenns unbedingt sein muss, kannste Scharten und die Riefen von den "Durchzieh-Klingenmördern" auf Nassschleifpapier rausschleifen, wie Eingangs hier im Thread wundervoll beschrieben - dem ist nichts hinzuzufügen. Dann Messer abspülen und auf den 1000er. Hast du auf dem 1000er vernünftig gearbeitet, fallen die Haare schon vom Unterarm. Mit dem 3000er die Schleifspuren des 1000er rauspolieren - ab aufs Leder. Und die Tomaten sollten sich ne Rüstung zulegen :grin:
Die Brüder aus den Ardennen (gelber und blauer belgischer Brocken (GBB und BBB) sind gemeint) sind supertolle Steine - aber absolute Kür. Kosten auch ein paar Euro (ab 40Euro) - obwohl: wenn ich hier sehe, was für Grillkohle ausgegeben wird, dann relativiert sichs. Und die Grillkohle wird ja bekanntermassen verbrannt....:grin:

....
Messerschärfen kann übrigens zur Leidenschaft werden wie grillen. Auch hier...Suchtgefahr :blah:
Hab gerade überschlagen: etwa 35 Steine sinds und über 300 Rasiermesser... Sucht? Wie getz... was redest Du denn da ....
 
Mit einem Diamantwetzstahl (Dickoron oder Zwilling) lassen sich gerade die gestanzten Dick-Messer aufgrund der abrasiven Wirkung der Korundbeschichtung lang auf einer sehr guten Schärfe halten.

Wetzstahl ist nicht gleich Wetzstahl.

Ansonsten seh ich das Thema auch so.

Da mag ich Dich vom Gegenteil überhaupt nicht überzeugen wollen (müssen). Das muss jeder machen, wie er meint, mag, will und kann, keine Frage. Da will ich Dir gar nicht reinreden, denn der entscheidende Punkt ist doch: Du hast scharfe Messer und bist zufrieden und bekommst alles das für Dich super gut geschnitten, was du zu schneiden hast. Und schon reden wir von genau demselben Ergebnis. Der Weg dahin ist nur ein anderer.

Gut jetzt, würd ich Dir die Schneidfacetten Deiner gewetzstahlten Messer und die meiner steingeschärften und gelederten Messer unter 30facher Vergrößerung zeigen, ständen Dir die Haare zu Berge - aber wie Ghacktes in dem Tenor schon vollkommen richtig sagt
>> Mann kann auch alles übertreiben <<
Du bekommst Deine Dinge gescheit geschnitten - das ist alles was zählt.
 
Du hast scharfe Messer und bist zufrieden und bekommst alles das für Dich super gut geschnitten, was du zu schneiden hast. Und schon reden wir von genau demselben Ergebnis. Der Weg dahin ist nur ein anderer.

Gut jetzt, würd ich Dir die Schneidfacetten Deiner gewetzstahlten Messer und die meiner steingeschärften und gelederten Messer unter 30facher Vergrößerung zeigen, ständen Dir die Haare zu Berge.

Du hast ja Recht - die Schärfe hält bei Behandlung mit Steinen einfach länger. Ich möchte hier auch nur meine Erfahrung mit den gestanzten Dick-Messern einfließen lassen.

Bei einem Diamantwetzstahl braucht man nicht mal sonderlich gute Augen, um die Riefen zu sehen.

Die billigen Dick-Schlachtmesser schneiden (gerade in Fleisch) m.E. am Besten, wenn sie auf aggressiv (schartige Klingenfase) getrimmt sind (mit dem Diamatwetzstahl).

Die Kombination Amakusa/Aoto/Roszuatec liefert optisch natürlich auch an diesen Messern eine hübschere Schneide - jedoch schneiden sie weniger aggressiv - was evtl. an der glatteren Schneide liegt.

An geschmiedete Klingen kommt bei mir auch kein Wetzstahl - insofern bin ich wieder ganz bei Dir.

Grüße

P.S. Der Effekt der aggressiven Schneide wäre doch mit Steinen am ehesten durch die Kombination 800/6000 machbar, oder?
 
Ne Aggro-Schneide bekommste, wenn die Spitze der Schneidfacette (ist ja streng genommen keiner, aber wir nutzen jetzt das Wort Grat einfach) nicht absolut gleichmäßig ist. Was ich meine, ist ganz leicht zu erkennen. Bei geeigneter, harter Beleuchtung (Halogen) kannst Du eine "ganz feine weiße Linie" am Rand erkennen. Je feiner Du auf den Steinen wirst, umso gleichmäßiger wird die Linie. In statu nascendi ist die noch nicht überall gleich ausgeprägt, dann schneiden die Messer auf Zug und Schub aggressiver. Das heisst aber auch, das Du dann den 6000er garnicht, oder eher nur andeutungsweise oder mit viel Schleifschlamm benutzt, also nach dem 800er Schluß machst. Das reicht normalerweise für ein scharfes Küchenmesser schon aus. Wir reden hier von ner Schleifpapierkörnung bei nem 1000er Stein von um die P 400 bei nem 3000er sind wir etwa bei P 800, bei nem 6000er reden wir von P1500. Um uns da in der gewohnten und bekannten Skala zu bewegen.

Für sehr gut zu nutzende Gebrauchsküchenmesser muss das Steingrid gar nicht feiner als 3000 sein. Für so nen Minifugger, Kniepchen oder wie immer sie heissen, ist das sogar rausgeschmissene Zeit. Meine Messer aus dem Land der aufgehenden Sonne hingegen, bekommen auch schonmal gerne den GBB und BBB zu spüren bevor sie aufs Leder dürfen. Dann wird aber noch mit Polierpasten-beschichteten Ledern gearbeitet bevor es aufs Glattleder geht.
Von diesen Roszu-dingern halte ich gar nichts, ich mag sie einfach nicht. Aber wie schon gesagt, ich kenne auch hier genug, die auf diese Steine schwören. Jedem das Seine. Ich nehme dann lieber nen Arkansas oder nen Thüringer oder sowas... Aber eher ganz ganz selten nur für Küchenmesser.

Aber sei mir nicht bös - wenn ich lese >> schartige Messer<< dann ist das für mich etwa so, als wenn die Lieblinglehrerin mit den Fingernägeln über die Tafel fährt.... IIIIIIEEEEEKKK :)
 
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Küchenmesser ledern - na klar. Nicht so exzessiv wie Rasiermesser - aber schon regelmäßig. Ich hab immer nen kleinen Kombiriemen in meiner Messerschublade liegen. Machts Messer meinen Tomatentest nicht mehr, wirds wieder nachgeschärft, schaffts Leder es nicht, ab auf die Steine.
[...]
Der Wetzstahl gleich hinterher.
[...]
ein Wetzstahl richtet nur nen Grat auf, der natürlich scharf ist, aber auch ganz schnell wieder umgelegt wird. Bei relativ weichen Stählen ok (Metzgermesser am Schlachthof zB), aber bei halbwegs harten Messern (HRC > 58 ) IMHO sinnlos.

Lieber Bommel, bei den meisten Sachen gehen wir glaub ich konform. Nur an diesem Punkt:
Fingernägel -> Tafel :domina:

Das Leder macht genau das selbe wie ein Wetzstahl, nämlich den Grat wieder aufrichten. Ein Leder schärft nicht.
Wenn ein Wetzstahl richtig benutzt wird, beeinträchtigt er den Klingenstahl nicht, da er weicher sein sollte, als die Klinge.
Bei Messern mit einem harten Stahl ist beides vollkommen überflüssig, denn...
An geschmiedete Klingen kommt bei mir auch kein Wetzstahl - insofern bin ich wieder ganz bei Dir.
...es geht nicht um geschmiedet oder gestanzt, sondern darum, wie hart der Stahl ist. Bei einem weichen Stahl (europäisches Messer), legt sich der Grat um und kann wieder aufgerichtet werden. Bei einem harten Messer bleibt der Grat sehr lange stehen, knickt er aber um, ist er abgebrochen und die Schneide muss neu geschliffen werden.

Der Grat eines Küchenmessers hat übrigens nix mit dem Grat eines Rasiermessers zu tun...

Vielen Dank :grin:
Wie gesagt, ist 'n Rasiermesser ne ganz andere Baustelle. Da ist mir scharf wirklich nicht genug, die Messer müssen sanft sein, sonst ists ne echte Qual. Wer sich einmal mit nem Rasiermesser gescheit rasiert hat, weiss, das die, richtig scharf, nicht nur um Welten gründlicher, sondern auch um Universen sanfter sind als so ein Systemrasierer. Aftershave ins Gesicht und Mann merkts ausser einem wundervollen, freundlichen kribbeln - nix! Hach - da kann Mann ins schwärmen geraten.... Heute morgen erst wieder mit nem 150 Jahre alten 7/8 Wade & Butcher. Sorry OT - ich schweife ab.

Mhmmm, W&B... Lecker. Mein Lieblingsmesser ist ein Dorko von Wacker, auch 7/8, aber singend hohl... :thumb2:
300 Rasiermesser ist ja schon ein ganzer Sack voll. Die Sammlung würd ich mir gerne mal ansehen..anpacken..durchprobieren...
Ähhhh, Thema?... :biggrinsanta:

Nicht mal das. Dick hat sogar nen 1000/3000 Naniwa Kombistein - mehr brauchts streng genommen nicht.
Jo, das sag ich auch immer. Allerdings empfehle ich eher den Cerax mit der selben Kombination, als den Naniwa. Ich empfinde es als angenehmer, mit keramischen Steinen zu arbeiten, als mit denen in Polymerbindung.

Die Leute hier aus dem Forum wissen schon, dass ich immer den Awaseto von Dick empfehle, ein günstiger Bruchstein, der einen hervorragenden Finisher abgibt. Der lohnt sich meines Erachtens sehr: Erstens ist natürlich die Klinge danach schön scharf (6000-8000er Finish gehört an einen harten Carbonstahl meines Erachtens schon dran. Ich mag es nicht, unter der Lupe noch Schleifriefen sehen zu können); zweitens eignet er sich exzellent zum Scharfhalten, die Körnung stimmt dafür und er ist auch in sofern ideal, dass man ihn nicht wässern oder trocknen lassen muss, da Naturstein. Drittens ist ein Natursteinfinish ("Kasumi", dieses wolkig-satiniert aussehende Finish) erwiesenermaßen schärfer als das eines synthetischen Steins der selben Körnung. Ich kann es nicht erklären, aber die Japaner haben große Studien dazu gemacht und ich kann es auch aus Erfahrung bestätigen.

:prost:
 
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Der Cerax war mein erster Kombistein. Ich mag ihn auch heute noch sehr, doch arbeite ich bei Küchenmessern lieber mit dem kleinen Naniwa. Erst angerieben und dann den Slurry immer weiter verdünnend bis zum puren Stein.
Bei Rasiermessern lege ich normalerweise mit den Shapton Glasstones los, auch keramische... die haben den Cerax seinerzeit abgelöst.

Auch und gerade bei den Küchenmessern ledere ich gerne und ausgiebig mit den verschiedensten Pastenriemen, weil die Balligkeit hier nicht eine so zentrale Rolle spielt, wie beim Rasiermesser.

Hmmm die Geschichte Wirkung Wetzstahl = Leder.... das mag in der Theorie seine Richtigkeit haben, aber spätestens in der Praxis versaue ich Dir da jedes Messer mit. Und es wird wohl schon seinen Grund haben, warum Rasiermesser geledert und nich gewetzstahlt werden :grin::grin::grin::grin:

Nee, Spaß beiseite, die Wetzstähle sind mir schon aufgrund der schnellen Bewegungen eher suspekt... die damalige Entsorgung mitsamt diesen Dingsbums-durchzieh-Gedöns-Klingenmördern war schon gut und richtig für mich. Ich mach das lieber mitm Leder und der Erfolg gibt mir recht.
 
Erst angerieben und dann den Slurry immer weiter verdünnend bis zum puren Stein.
Du weißt aber schon, dass ein beschlämmter Stein feiner schleift als der saubere Stein?

Auch und gerade bei den Küchenmessern ledere ich gerne und ausgiebig mit den verschiedensten Pastenriemen, weil die Balligkeit hier nicht eine so zentrale Rolle spielt, wie beim Rasiermesser.
Das ist was anderes. Pasten sind abrasiv. Aber machen bei Küchenmessern keinen Sinn, da wir ja keinen Grat ausziehen wollen, wie beim Rasiermesser. Ein guter Finishstein ist wesentlich geeigneter, da er nicht die Schneide rundzieht, geeigneteres Pigment hat und schneller ist.

Hmmm die Geschichte Wirkung Wetzstahl = Leder.... das mag in der Theorie seine Richtigkeit haben, aber spätestens in der Praxis versaue ich Dir da jedes Messer mit. Und es wird wohl schon seinen Grund haben, warum Rasiermesser geledert und nich gewetzstahlt werden :grin::grin::grin::grin:
Naja, was du so machst, dafür kann ich ja nix. :biggrinsanta:
Normalerweise macht man mit einem Wetzstahl an einem europäischen Küchenmesser nichts kaputt - und an einem japanischen Messer hat der nix verloren. Natürlich sollte man auch da in Ruhe abziehen, nicht die Klinge mit dem Stahl abwatschen, wie es gerne von "Eggsbechten" gezeigt wird.

Der Grat eines Rasiermessers würde sich natürlich über den Wetzstahl bedanken, das ist klar. Aber wie gesagt: Den haben wir ja nu beim Küchenmesser nicht.

Ich mach das lieber mitm Leder und der Erfolg gibt mir recht.
Klar, du kannst ein Messer aufm Leder abziehen statt mit dem Wetzstahl.
Das solltest Du dann nur dazu sagen. Ich kämpfe seit geraumer Zeit gegen dieses "ich schleife meine Messer so und so und dann ziehe ich sie noch auf dem Leder ab". Bollux. Leder schleift nicht. Bei harten Karbonstählen ist es völlig überflüssig, bei weichen Stählen kann es maximal den Wetzstahl ersetzen.

Ansonsten: Jeder nach seiner Facon... :unentschieden:
 
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Du weißt aber schon, dass ein beschlämmter Stein feiner schleift als der saubere Stein?
Ich kann nur für mich und meine Steine sprechen und ich kann diese Aussage überhaupt nicht bestätigen, ganz im Gegenteil, meine Steine erzeugen auf der Schneidfacette allesamt nicht angerieben ein wesentlich feineres Schleifbild und tragen langsamer ab, als angerieben und mit Schlamm.

Das gilt auch und gerade für den Wechselbalg unter den Natursteinen, den gelben Belgier, denn da arbeiten die meinen alle ohne Schlamm am feinsten. Durch den Schlamm hab ich beim GBB eine gigantische Range - allerdings ins Grobe, und nicht ins Feine. Den GBB setze ich beim Rasiermesser manchmal nach dem 2000er ein und gehe dann vom GBB direkt auf die Polierer, auf die Finisher. Unter Vergrößerungen zeigt er Schleifbilder wie vom 3000-4000 er, stark angerieben mit viel und dickem Schleifschlamm und super schnell arbeitend, bis hin irgendwo zwischen 6k und 8k nur mit Wasser. Aber da musst Du den Stein schon verdammt gut kennen, die Rückmeldung des Steins interpretieren und darauf reagieren können und noch viel besser wissen, was Du da tust. Und da wage ich die kühne Behauptung, das das für die meisten überhaupt keine Rolle spielt.

Und last not least würde Deine Aussage ja bedeuten, das ich einen 6000er Stein, angerieben zu einem feineren - 8000er oder so was machen kann. Warum sollte ich mir denn dann noch nen 8000er kaufen? Tut mir leid - ich komm da nicht so ganz mit.

Aber Du bist der Messer-Guru, nicht ich und wahrscheinlich bin ich nur zu doof das richtig zu erkennen.

... [Pastenriemen] Aber machen bei Küchenmessern keinen Sinn, da wir ja keinen Grat ausziehen wollen, wie beim Rasiermesser....
Ein gut geschärftes Rasiermesser braucht überhaupt keine Pastenriemen.

...
Naja, was du so machst, dafür kann ich ja nix. ....
Normalerweise macht man mit einem Wetzstahl an einem europäischen Küchenmesser nichts kaputt ...

Rüüüüüüschtüüüüüüsch, dafür kannste nix. Und wie dem auch sei, an meine Messer kommt kein Wetzstahl ran - aus einem einfachen Grund: nämlich.... (ich erinnere mich noch an den wundervollen Klang beim Aufschlag in der Tonne) ISCH AAABE GAA GEIN AUTOOOO. Und kaufen werde ich mir keinen mehr...

denn
...
...

Klar, du kannst ein Messer aufm Leder abziehen statt mit dem Wetzstahl.
Das solltest Du dann nur dazu sagen.
...
...Nix anderes tue ich und hab ich getan.

...
Ich kämpfe seit geraumer Zeit gegen dieses "ich schleife meine Messer so und so und dann ziehe ich sie noch auf dem Leder ab". Bollux.

...

Ich wünsche Dir auch viel Erfolg bei Deinem Kampf gegen die ganzen unverbesserlichen Bollux-Deppen :grin::grin::grin:
Auch ich werde Buße tun und Besserung geloben (meine Messer aber weiterhin breit grinsend ledern :grin::grin::grin:).

Tja, Mann sieht halt deutlich, das ich aus der Rasiermesserecke komme. Die Beanspruchung von Rasiermessern und Küchenmessern ist natürlich eine komplett andere. Mit meinen bescheidenen Kenntnissen kann ích von erfahrenen Messerschärfern natürlich nur lernen, und so wirst Du mir sicher recht schnell erklären können, wo meine Denkfehler liegen, denn ganz sicher hast du Recht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kann nur für mich und meine Steine sprechen und ich kann diese Aussage überhaupt nicht bestätigen, ganz im Gegenteil, meine Steine erzeugen auf der Schneidfacette allesamt nicht angerieben ein wesentlich feineres Schleifbild und tragen langsamer ab, als angerieben und mit Schlamm.

Ich hab ein bisschen gesucht, aber nichts gefunden, wo es genau so auch steht. Man liest bei den Naguras zwar immer mal, dass der Schleifschlamm feiner und abrasiver ist, als der saubere Stein, aber ich finde, dass das keine befriedigende Quelle ist. Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, wo ich das mal ausführlich erklärt gelesen habe. Ich such die Tage noch mal. Und zur Not kann ich auch mal bei Kirimi Nitsuke (Japan Tool) anfragen, allerdings steht der wohl im Moment bis zu den Ohren in Arbeit.

Ich will auch nicht ausschließen, dass es Steine gibt, die gröber schleifen, wenn sie angerieben sind - auch wenn ich mir das rein vom Prinzip her nicht vorstellen kann. Dass die Pigmente eines Steins beim Arbeiten darauf zertrümmern und dadurch feiner werden, leuchtet mir dagegen ein.

Ich kann auch nur auf meiner Erfahrungen abstellen, aber die decken sich mit der Theorie, dass ein Stein zugeschlämmt feiner schleift. Ich hab irgendwann mal die Schleifbilder einiger Thüringer unterm Mikroskop verglichen und zumindest bei denen kann ich mit absoluter Sicherheit sagen, dass es so ist.
Und auch bei meinen anderen Steinen bin ich mir relativ sicher, es unter der Lupe sehen zu können.
Aber mit

Und da wage ich die kühne Behauptung, das das für die meisten überhaupt keine Rolle spielt.

hast Du wahrscheinlich recht. Beim Auspolieren von einem Hamon oder bei Rasiermessern mag es eine Rolle spielen, für Küchenmesser wahrscheinlich nicht.

Und last not least würde Deine Aussage ja bedeuten, das ich einen 6000er Stein, angerieben zu einem feineren - 8000er oder so was machen kann.
So extrem ist es nicht, aber die Tendenz stimmt, ja.

Ein gut geschärftes Rasiermesser braucht überhaupt keine Pastenriemen.
Hm, es gibt sicher viele Wege nach Rom bei Rasiermessern. Ich mach es nach der Methode von Bartisto aus dem NassRasur-Forum, also erst auf Steinen hochschleifen, dann wenige Züge auf einem eingepinselten Riemen (Cr-Oxid) und dann ledern, bis der Haartest kommt. Ich hab ne Zeit lang herumprobiert, bin auf Schleiftreffen vom Forum gegangen, aber als das Ergebnis nicht besser wurde, hab ich einfach mit den Schultern gezuckt und beschlossen, dass es für meine Ansprüche gut genug geht.


Ich wünsche Dir auch viel Erfolg bei Deinem Kampf gegen die ganzen unverbesserlichen Bollux-Deppen :grin::grin::grin:
Auch ich werde Buße tun und Besserung geloben (meine Messer aber weiterhin breit grinsend ledern :grin::grin::grin:).
Danke, den werd ich haben. Macht ja keinen Spaß ohne einen Feind :biggrinsanta:

Mit meinen bescheidenen Kenntnissen kann ích von erfahrenen Messerschärfern natürlich nur lernen, und so wirst Du mir sicher recht schnell erklären können, wo meine Denkfehler liegen, denn ganz sicher hast du Recht.
Aber Du bist der Messer-Guru, nicht ich und wahrscheinlich bin ich nur zu doof das richtig zu erkennen.
Och komm, muss denn das sein? Einige Sachen stimmen einfach nicht, ich glaube nicht, dass er verwerflich ist, dann zu widersprechen. Ich versuche, zu helfen und möglicherweise Lehrgeld zu ersparen. Wenn jemandem die Form nicht gefällt, wenn mich am Ende zehn Leute nicht mögen - aber einer dankbar ist, dann bin ich immer noch zufrieden. :prost:
 
Zuletzt bearbeitet:
Viele Wege führen nach Rom......
Es gibt kein Grund sich Aufzuregen 8-)
Vermutlich habt ihr beide Recht auf Grund eurer Erfahrung die ihr gemacht habt. Ich hätte sonst noch eine dritte Variante wie man Messer und Rasiermesser schleift.
Hauptsache ich bin am Ende glücklich mit dem Ergebniss. Wie es zu Stande gekommen ist, ist doch zweitrangig.

Und jetzt vertragt euch wieder...sonst werdet ihr mit Rasurbrand bestraft :domina:
 
Hallo,

habe mal eine Frage an die Messer-Experten zum Schleifen.

Ich schleife meine Kai Shun Messer bisher mit einem Kombi-Wasserstein von Kai (300/1000). Also fast nur mit dem 1000er, bisher nur 1-2 Mal mit dem 300er.

Würde Sie gerne etwas schärfer bekommen. Mit dem Wasserschleifen bin ich bisher ganz gut zurecht gekommen und würde ungern mit Öl oder Leder schleifen/abziehen.

Wäre ein weiterer Wasserstein mit 6000 ausreichend oder brauche ich einen Zwischenschritt bei 3000, also vielleicht dann mit einer Kombination 3000 / 6000er Stein ?

Ein Tipp welcher Stein und Bezugsquelle wäre nett.

Kann man eigentlich auch ein Kai Brotmesser mit Wellenschliff auf einem Wasserstein schleifen ?

Habe mir im letzten Jahr zum schärfer machen der Kochmesser "Micro Mesh Schleifleinen" in verschiedenen Körnungen bestellt.

Leider habe ich bisher niemanden gefunden, der mir erklären konnte, wie man diese einsetzt. Es war keine Anleitung dabei und irgendwie habe ich es bei Versuchen trocken und nass nicht hinbekommen.

Hat jemand Erfahrungen bzw. weiss jemand wie man die richtig einsetzt ?

Danke für die Tipps und Hilfe.


Gruß
MrJones
 
Ich schleife meine Kai Shun Messer bisher mit einem Kombi-Wasserstein von Kai (300/1000). Also fast nur mit dem 1000er, bisher nur 1-2 Mal mit dem 300er.

Würde Sie gerne etwas schärfer bekommen. Mit dem Wasserschleifen bin ich bisher ganz gut zurecht gekommen und würde ungern mit Öl oder Leder schleifen/abziehen.

Wäre ein weiterer Wasserstein mit 6000 ausreichend oder brauche ich einen Zwischenschritt bei 3000, also vielleicht dann mit einer Kombination 3000 / 6000er Stein ?

Ein Tipp welcher Stein und Bezugsquelle wäre nett.

Mein Rat wäre (wie immer): Verklopp deinen Kai-Stein; wenn ich mich nicht irre, ist das ein umgelabelter King. 1000/3000er Cerax Kombi und Awaseto (dick.biz) kaufen. Es ist zwar theoretisch möglich, vom 1000er direkt auf den Finisherstein zu gehen, aber es strapaziert die eigenen Nerven schon ziemlich, mal ganz abgesehen von dem schönen Finisherstein...

Kann man eigentlich auch ein Kai Brotmesser mit Wellenschliff auf einem Wasserstein schleifen ?

Nein, für einen Wellenschliff braucht man Formsteine. Glaubs mir, es lohnt nicht. Wenn der Wellenschliff wirklich mal stumpf ist, schick es zu einem guten Schleifer.

Habe mir im letzten Jahr zum schärfer machen der Kochmesser "Micro Mesh Schleifleinen" in verschiedenen Körnungen bestellt.
Leider habe ich bisher niemanden gefunden, der mir erklären konnte, wie man diese einsetzt. Es war keine Anleitung dabei und irgendwie habe ich es bei Versuchen trocken und nass nicht hinbekommen.

Hat jemand Erfahrungen bzw. weiss jemand wie man die richtig einsetzt ?

Tut mir leid, kennisch net.
 
Erst mal Danke für die Antworten. gb0003

Warum den Kai-Stein verkloppen ? Ist der Stein so schlecht ? :testsmilie:

OK 1000 / 3000er Stein zum Schärfen ist mir klar. Werde ich mal im Netz suchen, ob der für mich erschwinglich ist.

Dieser Awaseto als "Finisherstein"...?? Ist das ein Stein mit 6000er Körnung oder höher ?

Den Rat mit dem Wellenschliffmesser werde ich befolgen die Finger vom Schleifen zu lassen und es einem Profi zu überlassen.

Die Micro-Mesh-Schleifleinen siehe hier: Kochmesser :: Micro-Mesh :: MESSERKONTOR

Vielleicht hast Du ja eine Idee wie die Dinger funktionieren...

Gruß
MrJones
 
Erst mal Danke für die Antworten. gb0003

Warum den Kai-Stein verkloppen ? Ist der Stein so schlecht ? :testsmilie:
Okay, vielleicht behalten. Er ist nicht unbedingt schlecht, nur vergleichsweise ungeeignet. Anfänger tendieren dazu, alles mal benutzen zu wollen. Wenn dann ein 300er Stein rumliegt, wird es schnell gefährlich. Unter 1000 muss man nie gehen, wenn nicht grobe Scharten in der Klinge sind oder der Schneidenwinkel massiv geändert werden soll.

OK 1000 / 3000er Stein zum Schärfen ist mir klar. Werde ich mal im Netz suchen, ob der für mich erschwinglich ist.
Ich empfehle immer Ceraxsteine. Fühlen sich beim Schleifen mE netter an und halten etwas länger, als polymergebundene Steine.

Dieser Awaseto als "Finisherstein"...?? Ist das ein Stein mit 6000er Körnung oder höher ?
So könnte man das sagen. Ich habe zwar feinere Steine, nutze diese für Küchenmesser aber nicht, daher wird hier der Awaseto zum "Finisher", dh. zum letzten Stein. Da er als Naturstein ein matt-wolkiges Finish hinterlässt, ist es schwierig, eine Körnung am Schleifbild abzuschätzen. Aber er dürfte irgendwo zwischen 6000 und 8000 liegen. Zum Scharfhalten der Messer reicht dieser Stein im Prinzip alleine aus. Ein scharfes Messer, das nur etwas abgefahren ist, braucht meiner Erfahrung nach keinen 1000er sehen.



Ich hab mal etwas im Messerforum rumgesucht. Dort wird empfohlen, das Micromesh wie Nassschleifpapier zu nutzen, dh. in Wasser tränken und an einer Glasplatte festsaugen lassen.
 
Danke für die Erklärungen !

Werde mir mal nach und nach diese 1000 / 3000er Kombination und den Finisherstein zulegen. Erst mal die Ausgaben vom neuen Grill verkraften.

Wenn ich Dich richtig verstanden habe nutze ich den 3000er am Anfang um die Grundschärfe des 1000er "weiter zu erhöhen" und den Finisherstein zum Abschuß um dem Messer den letzten Schliff zu geben.

Bei nicht mehr ganz so "scharfem Messer" dann einfach nur mal mit dem Finisher nachschleifen und gut ist es.

Der 3000er kommt dann also nur noch zum Einsatz wenn das Messer nicht mehr scharf ist und der 1000er in Ausnahmefällen. 300er nur bei Kerben oder neuem Schleifwinkel.

Habe den 300er einmal genutzt als das Messer in der Anfangszeit irgendwoher sich eine Kerbe eingefangen hatte...

Diese Micro Mesh werde ich dann vieleicht mal an unseren normalen Küchenmessern ausprobieren. Dafür sind mir die Kai zu schade...
 
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