diese Dürre müssen wir auch gehabt haben

weil unsere lokalen Metzger vor ein paar Jahren das Flank einfach in die Wurst gemacht haben und heute auch schon Preise zwischen 15 und 20 € für nassgereiftes Flank aufrufen.
Kann mich noch gut erinnern wie ich mit ausgedruckten Bildern von dem langfaserigen Fleisch bei zwei Metzgern die noch selber Großvieh schlachten vorstellig wurde und dieses "Suppenfleisch" bestellt habe. Da war der Preis dann bei 5-6€ pro Kilo.
Ich kann deine Ansicht 1zu1 teilen. Flank ist ein lekkeres Stück Fleisch und zu den Preisen vor ein paar Jahren auch anständig bewertet. Kann mich auch an Zeiten für US Flank für unter 10 Euro erinnern. Dann stieg es mit einen Hype immer mehr an (ab 15 Euro blieb es dann in der Metro) und kostet mittlerweile soviel wie Filet oder gar mehr (zumindest in Deutschland). Vollkommen überbewertet. Flank esse ich nur noch in Südfrankreich, dort kostet es i.D.R. um die 11 Euro, anständige irische Qualität.
Das mit der Dürre ist eine lustige Theorie war aber lediglich ein kleiner Kostentreiber. Tatsächlich kostet US Flank jetzt in der Metro etwa soviel wie Entrecote oder Roastbeef (US Quali). Leider kann ich mich nicht daran erinnern, US Roastbeef und Entrecote für 7-10 Euro angeboten gesehen zu haben, auch nicht vor Jahren (kostet damals um die 26 € jetzt um die 33€). How come ???
Ganz einfach, Flank ist hip, der Deutsche hat verstanden, dass man nicht nur Hüfte (meiner Meinung nach noch echt unterbewertet), Roastbeef und Filet grillen kann. Vor ein paar Jahren galt man mit einen Ribeye Steak noch als experimentel, die Zeiten haben sich aber geändert. Kürzlich hatte ich Flatiron in der Hand, ebenfalls US Quali, preislich wie Flank also um die 30 €. Eigentlich nix anderes als Schaufelstück ohne Sehne, was es (noch) unter 10 Euro in US Quali zu kaufen gibt (und im HH für 6,99 als Ury. Gain Feed). Bin mal gespannt, wann das Schaufelstück den Markt verlässt und nur noch als trendy Flat Iron verkauft wird. Lange wird es nicht mehr dauern ...
Btw. dass meiste Fleisch was verkauft wird kommt von den gleichen Schlachhöfen und die allermeisten Metzger schlachten nicht mehr selber auch wenn es teilweise in ländlichen Gebieten noch vorkommt. Alles in allem ändert das aber null an der eigentlichen Sache. Wer Fleisch isst, muss damit leben, die Tiere dafür getötet werden. Diese Tiere sterben sowohl beim lokalen Metzger als auch im Schlachthof nicht freiwillig oder gerne. Das "Problem" ist halt, man sieht nur dass fertige Produkt und nicht dass was dahinter steckt. Ich wette, dass 90 % der Menschen auf ihr Osso Bucco verzichten würden, müssten sie dem Kälbchen erst in die Augen sehen. Der Ehrlichkeit halber, ich würde wahrscheinlich dann auch eher mehr Gemüse und Fisch essen, aber es ist halt so einfach, das Produkt in den Einkaufswagen zu legen.