Hallo zusammen,
ich konnte letzten Donnerstag ebenfalls nicht im Aldi einkaufen gehen ohne einen Beefmaker Pro mitzunehmen (bei unserem Aldi in Köln Marsdorf standen noch 7 Stück rum, warum will die keiner?). Nicht nur dass dieses Forum mich mit massig Bildern und Berichten von den Vorzügen eines OHG überzeugt hat, sogar meine Frau hatte sich gegen mich (und meinen freien Willen) verschworen und meinte ich solle Ihn doch mitnehmen, Sie hätte sonst sowieso kein ruhiges Wochenende. Pffft ...
Wie so manch anderer stellte sich auch bei uns die Platzfrage. Auf unserem Balkon standen sich bereits mein treuer Weber Q100 auf seinem Grillwagen und der Schickling KohGa gegenüber - dazwischen bleibt gerade noch genug Platz für eine bequeme Sitzgelegenheit für zwei Personen. Nun war also der Grill da, aber keine Idee wo man diesen hinstellen könnte. Es war wie üblich: je mehr Druck umso besser funktionierte mein Gehirn und die Idee, Grills zu stapeln, war entstanden. Mehr als zwei Grills gleichzeitig zu nutzen würde bei mir nur in ungesunden Stress ausarten daher erschien mir diese Lösung perfekt. Folgekosten: 99€ für einen schicken Beistelltisch mit Granitplatte. Neben dem Q100 hatte ich quasi unbewusst auch noch Platz für ein wenig Grillzubehör geschaffen und mehr Stellfläche als vorher wurde auch nicht beansprucht.
Nun sollte das gute Stück natürlich auch eingeweiht werden. Wie gut wenn man immer ein paar vakuumierte 3cm Steaks im TK bevoratet, ich musste nur noch zwischen Entrecote und Rumpsteak entscheiden. Was es wurde ist auf dem Bild gut zu erkennen:
Damit beim KohGa auch bloß keine Eifersucht aufkam hat meine Frau eine kleine Champignonpfanne als Begleitung zubereitet um deren Erhitzung er sich dann kümmern durfte:
Das erste Mal OHG - da wollte ich strukturiert rangehen. Also ganz simpel das erste Steak 90 Sekunden pro Seite in den vorgeheizten (und zuvor eingebrannten) Grill gelegt:
Wahnsinn, man konnte dem Fleisch beim Garen zuschauen. Direkt fing es an zu knistern und zu brutzeln, Fett schmolz und tropfte in die Auffangschale, keine Flammen, kein Rauch ... so hatte ich mir das vorgestellt.

Notiz an mich: Grillrost auf untere Stufe stellen, Fleisch drauflegen, Schublade rein und dann erst auf oberste Stufe stellen - dann vermeidet man "Fleischabdrücke" auf dem Grill wie im Bild schön zu sehen ist. Natürlich habe ich dieses Verfahren nicht selber entwickelt, die Idee kam von meiner Frau. Aber gut, ist ja Edelstahl, der Fleck ließ sich später problemlos rückstandslos entfernen.
Nun kam der große Moment, das Steak wurde angeschnitten und ...
... sah für den ersten Versuch durchaus brauchbar aus. Leider ist das Bild etwas überbelichtet aber man kann zumindest erkennen worum es sich handelt. Auf alle Fälle nicht zu vergleichen mit einem herkömmlich auf dem Grillrost zubereiteten Steak welches nach der kurzen Zeit keine annähernd so gesunde Hautfarbe bekommen hätte. Dafür musste ich hier auf meine geliebten Grillstreifen verzichten.
Noch ein Stückchen selbstgebackenes Ciabatta dazu und fertig war das Tellerbild:
Inzwischen hatten wir auch wieder etwas gelernt:
Wenn man die Auffangschale unten in den Grill stellt so kann beim Herausziehen oder Einschieben der Grillschublade kein Wasser überschwappen. Das ist gut! Aber, wie auch schon jemand vor mir hier in dem Thread festgestellt hat, zieht man dann die Schublade raus so tropft das Fett vom Gitterrost auf den Tisch und auf den Boden. Nun ja, unser neuer Tisch wurde auf diese Weise gleich ein wenig eingeölt, auf den Boden hatten wir vorsorglich bereits ein Handtuch gelegt da wir vor einigen Wochen gerade neue Fliesen im Wert von 1.5K€ gekauft haben. Das ist alles eher ein Provisorium - da muss meiner Frau noch etwas besseres einfallen.
So, wir wollten ja strukturiert vorgehen - nach dem Steak 90Sek/pro Seite wurde das nächste Steak nun ganze 120Sek pro Seite gegrillt da wir schauen wollte ob wir noch ein paar mehr Röstaromen auf die Oberfläche zaubern können. Das Ergebnis:
Joah ... schön rosa innen drin, außen punktuell für mich etwas zu viel Röstaromen, die schwarzen Stellen schmeckten ein wenig angekokelt. Aber für meine Frau perfekt.
Und es gibt ja noch weitere Zubereitungsarten. Man kann es in der Ruhephase nachgaren, man kann es mit SV vorgaren, etc. pp. Ich freue mich jedenfalls schon auf weitere Experimente.
Kommen wir zum letzten Punkt, der Reinigung. Hier gab's kaum was zu tun. Das Grillrost passt perfekt in die Spüle, innendrin sah der Grill aus wie neu. Die Fettauffangschale offenbarte dann ziemlich deutlich den nächsten Vorteil eines OHG. Leider habe ich diesen Vorteil nicht sofort erkannt und verpasst ein Foto vor der groben Entfernung des Fetts zu machen aber ich denke, wenn man sieht was dann noch übrig geblieben ist, weiß man was Sache ist:
Was man hier sieht ist vielleicht ein Viertel von dem Fett was wir zuvor entsorgt haben. Wenn man sich nun überlegt dass dieses ganze Fett auf einem normalen Grill einfach ins Feuer oder auf den Flammschutz getropft wäre ... nun ja, für
mich ist es so einfach die gesündere Lösung. Richtig gespannt bin ich schon wenn ich mal ein Nackensteak oder Bauchspeck auf dem OHG zubereite.
Zusammenfassend stellt sich für mich die Frage: hat sich die Anschaffung denn nun gelohnt?
Pro:
- der Grill ist bereits nach 5 Minuten Aufheizphase einsetzbar
- die Reinigung ist schnell und einfach
- der Grill hat ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis, vor allen Dingen wenn man bereits einen Stellplatz hat
- man muss ein Steak nicht medium zubereiten um außen eine schöne Farbe zu erhalten
- überschüssiges Fett wird nicht verbrannt
- vielseitig einsetzbar (zumindest nachdem zu urteilen was Ihr gepostet habt)
Contra:
- die Auffangschale ist zu niedrig und schwappt schnell über
- es entstehen evtl. Zusatzkosten um einen Stellplatz zu schaffen
Mein Fazit: ein Leben ohne OHG ist problemlos möglich, aber mit macht's noch mehr Spaß!
Viele Grüße,
Thomas
-