Pleiten, Pech und Pannen ... das beschreibt am ehesten, was mir rund um dies Menü passiert ist. Irgendwie war der Wurm drin und ich schäme mich, die bescheidenen Ergebnisse mit Euch zu teilen. Aber watt mutt datt mutt ... ich hab's versprochen.
Begonnen hat alles damit, dass Anfang der vorletzten Woche mein bester Gemahl von allen kurzfristig und gebieterisch beschloss, dass ich anlässlich seines Geburtstages gefälligst nicht wieder den halben Tag in der Küche zu stehen hätte. Es gäbe nur Soljanka, und basta. Er sei das Geburtstagskind und er habe zu bestimmen, was auf den Tisch käme. Unsere Freunde würden davon schon satt werden ... vorsichtiger Protest nutzte ebenso wenig wie das Versprechen, dass ich doch gar nicht so lange ...
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich beschloss, das Menü "zu teilen" und unseren Freunden zumindest ein leckeres Kompott zu gönnen und den Rest des Menüs dann am Sonntag "nur für uns" zuzubereiten.
Die Gäste waren für Freitagabend bestellt, also hiess es am Donnerstag:
Teil 1 =
Nachtisch: Vanillepudding mit Erdbeersirup (nach Omas Art)
Da ich schon immer mal den Rezepten aus dem Internet folgen wollte, bei denen das gekaufte Puddingpulver durch eigene Zutaten ersetzt wird, habe ich den Anteil an Puddingpulver kurzerhand ersetzt. Bei einer Milchmenge von 500 ml benötigt man für einen selbstgemachten Pudding lediglich 40 g Stärke (Mais-/Kartoffel-) und 20 g Zucker. Mischen und ansonsten wie das gekaufte Puddingpulver verwenden. Klappt und ist superlecker, ohne jeden weiteren Zusatzstoff.
Aber Ihr wollt Bilder sehen - Zuerst die Entstehung des Erdbeersirups. O-Ton meines Ehegemahlsgatten nach der Verköstigung: Der Sirup ist GÖTTLICH!!!!
Einfache gefrostete Beeren aus dem Supermarkt. Leicht antauen, dann mit Zucker und einem Schuss Zitrone in den Topf und vorsichtig erhitzen.
Das ist die Sauce vor dem Aufkochen. Bilder vom Endprodukt gibt es leider nicht, da - nächste Komplettpanne - ich für eine Minute im anderen Zimmer abgelenkt war, der ganze Ambratsch überkochte und ich mir beim anschließenden Retten des Topfes und der Herdplatte mit dem kochenden Zucker-Saft-Gemisch gründlich die Hand verbrannt habe. Glücklicherweise war die kochende Masse im Topf nicht zu Schaden gekommen
Inzwischen heilt der Handballen, den es am schlimmsten erwischt hat, wieder ganz gut ab. Daher auch kein Bild vom Ergebnis des Umschüttens, das ich kurzerhand (welch Wortspiel!) durch ein ganz normales Sieb vornahm. Der Sirup, der herauskam, war dennoch klar und lecker.
Der nächste Schritt (beziehungsweise ein paralleler Schritt zum Sirup-Kochen) war die Herstellung des handgemachten Puddings. Man nehme Milch, Stärkemehl (bei mir Maisstärke), Zucker, Eier und Vanille-Paste, die ich anstelle von Vanillestangen gern bevorrate. Ist praktisch, lässt sich prima dosieren und schmeckt vergleichbar.
Etwas von der Milch mit dem Stärkemehl, Zucker und den Eigelben im Mixer anständig verquirlen. Inzwischen die Milch im Topf erhitzen. Wenn die Milch kocht, die Mixtur hineinschütten, verrühren und aufkochen lassen. Geht genauso leicht wie mit Puddingpulver

Dann vom Herd nehmen und ein wenig abkühlen lassen.
Zwischenzeitlich das Eiweiss zu Schnee schlagen und dann in die Puddingmasse unterheben. Das ergibt einen sehr leichten, fluffigen Pudding, der durch die Vanillepaste nicht nur nach Vanille schmeckt, sondern auch danach aussieht, wie man an den vielen Pünktchen erkennen kann.
Ab in die Gläser damit, und diese dann zum Erkalten bis zum nächsten Abend in das kühle Schlafzimmer.
Am Abend des Geburtstages dann: Auftritt des selbstgemachten Erdbeersirups! Tädääää - der Pudding "schwimmt", wie es sich gehört, im Saft.
Als Deko noch ein paar der aus dem Sieb geretteten zuckersüßen und saftigen Erdbeeren oben drauf.
Resümee unserer Gäste nach dem Genuss: Jederzeit gern wieder
Weiter ging es dann am Samstag mit den Vorbereitungen für
Teil 2 =
Vorspeise: Suppe aus geröstetem Paprika mit Pfeffercreme
Da
s Rezept las sich vielversprechend und da ich Suppen gern mag, freute ich mich bereits auf ein neues Geschmackserlebnis. Die Paprika waren schnell gekauft, ebenso schnell war der Backofen aufgeheizt und die Dinger darin gut angebraten.
Und so haben die Paprika dann über Nacht im Kühlschrank geruht, um am Folgetag weiter bearbeitet zu werden.
Dann kam der große Tag
Als allererstes wurde am späten Vormittag der Teil 2 des Menüs vorbereitet
Hauptspeise: Maple & Blue Cheese Steak mit Parmesankartoffeln
Hier sind die Hauptakteure versammelt:
Wie im Rezept angegeben, wurde die Marinade gemixt und damit das Roastbeef gut eingestrichen. Die Marinade selbst schmeckte schon saulecker! Das Fleisch wanderte erst einmal für den Nachmittag in den Kühlschrank und wurde auf dem Wege dorthin neugierigst beäugt.
Dann ging es an die Pecannüsse. Gehackt und angebraten waren sie ja schnell.
Aber mit der Zugabe des Ahornsirup sollte man schon aufpassen! Viel zu leicht geschieht es, dass durch die große Tülle ein viel zu großer Schwapps des Sirups in die Pfanne gerät. Was man dann erhält, ist hier zu sehen: Matschepampe
Das war wohl nix. Also von vor. Hacken, rösten, ein wenig (!!!) Sirup dazu, und schon klappts mit den glasierten Nüssen. Die anderen mussten nach Abkühlung natürlich angemessen entsorgt werden. Haben auch gaaaaaaaaaaar nicht geschmeckt ... mussten wirklich weg!
Nun war Zeit, sich um die Vervollkommnung des Süppchens zu kümmern. Erst mal den Lauch kleinschnibbeln und andünsten.
Parallel dazu die Pfeffercreme herstellen. Mascarpone, ein Löffel voll Pfefferkörner, Milch - alles schön vermengen. Damits richtig knallt, noch ein paar Chili-Flocken mit dazu.
Fertig ist das wohlschmeckende Topping. Nun zur Suppe selbst zurück - die grob geschnittene Paprika wollte noch mit dazu. Alles mit Hühnerbrühe aufgekocht, anschließend mit dem Mixer püriert. Eine e4rste Kostprobe sagte: Da darf ebenfalls gern noch ein Hauch Chili mit rein!
Damit war alles für den Abend vorbereitet, suppentechnisch gesehen. Musste nur noch erhitzt und serviert werden ... im Prinzip.
Aber es kommt manchmal alles ganz anders als man denkt. Ihr werdet es gleich noch lesen.
Gegen 17 Uhr war es dann Zeit, den Ofen anzuheizen und die Parmesankartoffeln vorzubereiten. Hier die Hauptdarsteller - vorbereitet für den Backofen. Die durften es sich dann für eine dreiviertelstunde bei 150° im Backofen gemütlich machen. Was ich so nicht mehr tun würde - den Parmesan bereits anfangs draufstreuen. Der ist letztlich zu hart und zu bröselig geworden. Demnächst probiere ich, dies Häubchen erst kurz vor Garende draufzustreuen!
Das Roastbeef hatte ich zum temperieren schon eine Weile aus dem Kühlschrank geholt. Die übrig gebliebene Marinade wurde mit einem guten Rotwein zusammen aufgekocht und reduziert. Das Roastbeef wurde in einer Gusseisenpfanne gebraten; der Grill steht draußen aktuell noch eingemottet, da wir keinen hübschen, überdachten Grillplatz unser eigen nennen.
Hier noch der Gorgonzola für Topping unseres Roastbeefs:
Ja, vom Braten habe ich leider kein Foto gemacht. Asche über mein Haupt! Dafür gibt’s zwei rasch geschossene Tellerbilder:
Achja, da war noch was ... unser "erster Gang", das lecker Süppchen! Nachdem ich die Kartoffeln im Ofen hatte und den Suppentopf schon mal zum Erhitzen auf dem Herd platziert hatte, klingelte es an der Türe. Die Nachbarin ... eigentlich nichts Wichtiges, wir haben auch nur kurz geredet, aber diese kurze Zeit hat gereicht, um in der Küche ein weiteres Chaos anzurichten. Es hat gequalmt und nach Verbranntem gerochen ...
Ich hätte mich in den Allerwertesten kneifen können, zumal das Süppchen echt lecker gewesen ist. Jedenfalls sah der Topf nach dem Auskratzen des Schlimmsten so aus:
Wer den Schaden hat ...
Resümee: Drei wirklich leckere Bestandteile eines sehr leckeren Menüs, dessen Bestandteile ganz sicher im Sommer noch einmal auf den Tisch kommen wird. Dankeschön @Kernisch für Deinen Menüvorschlag! Bis auf die Verbrennung an der Hand hat das Kochen auch wirklich Vergnügen gemacht.
Es tut mir leid, dass ich einen Teil davon so verpfuscht habe. Vielleicht zieht ja einer der Leser hier einen Nutzen draus
Meinen Menüvorschlag für den nächsten Kandidaten gebe ich morgen bekannt.