es läuft. Bock tot. Gestern, wieder auf dem offenen Sitz unter der Eiche. Es war angenehm warm, ich konnte sogar die Decke und Jacke im Auto lassen. Und mit einer kurzen Hose. Unglaublich.
Gegen halb 9 besteige ich den Sitz, lese ein paar unnötige Mails und richte mich drauf ein, daß so schnell nichts passieren wird. Nachdem das kleine Fläschlein Sauerkrautsaft alle ist, (schnell trinken, wird sofort warm), komme ich auf die Idee, ich könnte es ja mit Blatten versuchen. Gute Idee, die Hand geht in den Rucksack. Ich fühle alles mögliche, nötiges und vor allem unnötiges, aber keinen Blatter. Sch....e, der steckt noch in der Jackentasche und die hängt daheim. In der Jacke ist auch die Lampe. Aber das sollte erst später wichtig werden.
Egal. Fleißig harren. Ganz viel. Gegen 20 vor 10 erkenne ich ein Reh auf der Wiese vor mir. Viel mehr aber auch nicht. Mir fälllt auf, daß das Stück nicht wirklich nach hinten sichert, also um nach etwaigen Kitzen zu sehen. Das nährt die Hoffnung. Und der Schritt über die Wiese ist relativ zügig.
Irgendwann - Distanz so geschätzte 30 Meter steht das Reh spitz zu mir und outet sich als Bock. Glas gegen Waffe tauschen. Die Gechichte mit dem Kugelfang hab ich nu oft genug runtergebetet.
Entsichern, dem Bock folgen. Kurz bevor er hinter einem Ast verschwindet, paßt es. Einstechen, der Schuß bricht und vom Bock ist nix zu sehen. Ich sehe sowieso erstmal nix.
Egal, ich bin mir eigentlich sicher. Eigentlich. Nun soll es schnell gehen. Immerhin sind es noch 30 Grad. Runter vom Sitz, an den Anschuß. Oder das, was ich dafür gehalten hab. Im Halbdunkel sieht die Wiese aber auch überall gleich aus..... Die Funzel am Händi bringt auch nicht wirklich was. Ich gehe an den Rand der Hecken, suche, ob ich irgendwo abgestreiften Schweiß sehe. Nix. Scheiße.
Ich überlege, ob ich das Auto hole, dann wenigstens Licht. Auf der anderen Seite, falls er im Wundbett liegt, keinen unnötigen Aufruhr.
Also heim, den Hund holen. Sind ja zum Glück nur knappe 10 Minuten. Und die Taschenlampe.
20 Minuten später bin ich zurück, fahre an den vermeintlichen Anschuß und sehe ihn im Scheinwerferlicht 5 Meter weiter liegen. Egal. Zurück, 20 Meter, Kofferraum auf, Frau Braun an die lange Leine und suchen lassen. Dieser verächtliche Blick. Ich kann meinen Hund ja ganz gut lesen. Nase hoch in den Wind, Stirn in Falten, konzentrierter Blick. Das heißt im Klartext : LIEGT.
Also - sie nimmt 3 tiefe Atemzüge, um dann konzentrierten Schrittes zielstrebig auf den Bock zuzusteuern. Dieser Blick - Scheff, willst du mich beleidigen. Kuck doch einfach richtig.
Ich hab es ja nicht mit lodigem Trophäenkult, aber ich glaube diesen muß ich doch machen lassen....
Morgens um 5 mit den Hunden raus und um halb 7 angefangen, die Sau und den Bock zu abzuziehen/schwarten und alles auszubeinen.
Halb 9 fertig, gerade noch das Müllauto erwischt. Jetzt steht alles wieder in der Kühlung, morgen verpacken.