...Bei Keramikwetzstäben ist das aber überflüssig, weil Keramik eh schon einen hohen Abtrag aufweist.
Ich hatte ursprünglich vor, 2 Stäbe - einen groben und einen feinen - zu kaufen. Das hätte mich ca. 60 € gekostet. Ich habe mich für den Rosenstein & Söhne Stab entschieden, weil das erstmal nur 10 € gekostet hat. Und zum Testen hätte das gereicht.
Der Stab hatte im Urzustand eine relativ rauhe Oberfläche. Ich hatte mich schon auf einen orentlichen Abrieb gefreut. Also ähnlich wie bei meinem Diamentschleifstab, mit dem die Messer eine ordentliche Gebrauchsschärfe erhalten. Zwischenzeiglich ist der Stab komplett blank. Habe den Schleifstaub unter lauwarmem Wasser mit Küchenschwamm gereinigt. Natürlich ohne übermäßiges Reiben. Die Oberfläche ist jetzt - von den Rillen abgesehenen - glatt. Der Materialabrieb ist gleich null. Alle Messer, die ich damit abgezogen habe, sind danach weitgehend stumpf. Gottseidank habe ich nicht alle meine Messer damit behandelt. Stumpf heißt, dass Küchenpapierröllchen nicht mehr durchtrennt werden. 5x über den Diamant. Küchenpapier wird wieder durchtrennt. 5x Keramik, Küchenpapier wird nur noch teilweise durchtrennt. Zig mal ausprobiert mit einem Zwilling Professionel S.
Jetzt würde mich interessieren, ob Dein oben aufgeführtes Zitat aus Deiner persönlichen Erfahrung resultiert? Ich habe ähnliche Aussagen von vielen Diskutanten in diesem und anderen Foren, aber auch auf den Anbieterseiten gelesen. Auch kenne ich die Geschichte von Hausfrauen, die früher ihre Messer an der Unterseite von nicht glasierten Tellern geschliffen haben. Was mich letztlich auch überzeugt und grundsätzlich zu der Kaufüberlegung angeregt hat.
Am Wochenende konnte ich im Fachgeschäft, in dem der ursprüngliche Kauf der beiden Grob/Fein Keramikstäbe geplant war, diese beiden und einige andere Keramikstäbe - allerdings an einem Billigmesser - ausprobieren. Alle Keramikstäbe waren für mich ohne wirklichen Abrieb. Ich benutzte seit gefühlten 3 Jahrzehnten Stahlwetzstäbe. Ich denke, das grundsätzliche Handling in der Anwendung von Wetzstäben ist mir bekannt. Oder denke ich falsch?
Der rote Sieger Long Life, obwohl ganz glatt, hatte einen am Stab deutlich wahrnehmbaren Abrieb. Und das Billigmesser hatte auch eine gefühlt höhere Schärfe. Also für mich waren die 10 € im Vergleich zu den geplanten 60 € gut investiert und ich werde mich noch einmal mit dem roten Stab beschäftigen. Weil ich Abrieb will, das ist ja Sinn zud Zweck vom Schärfen/ Wetzen.
Trotzdem würde mich interessieren, ob auch Andere diese unerwarteten Erfahrungen mit Keramikstäben gemacht haben.