Ich hatte mal den MEATER Block mit vier Sensoren, habe ihn aber recht schnell wieder gebraucht verkauft.
Wenn man mal ehrlich drüber nachdenkt, ist das halt kein Produkt für die Ewigkeit.
Akku und hohe Hitze sind einfach keine besonders gute Kombi. Mich hat auch genervt, dass man ihn nicht einfach mal nur für die Grillraumtemperatur nehmen kann. Der Sensor muss ja zum Schutz vom Akku zwingend im Fleisch stecken.
Am Ende ist es für mich ein teures Spielzeug. Als Spielzeug völlig okay, aber im normalen Grillalltag sehe ich gegenüber Kabelsensoren keinen Vorteil. Die kosten oft um die 10 Euro, sind viel robuster, günstiger und machen in 98 % der Fälle auch ganz genau dasselbe. Und sie können eben auch einfach so Dinge wie den Garraum überwachen
Was mich zusätzlich genervt hat, man musste immer schauen, dass die Sensoren geladen sind und die Basisstation noch genug Batterie hat. Dieses Mitdenken und Nachschauen fand ich im Alltag einfach nur nervig.
Die App ist nett, Garzeit Schätzung, Aufzeichnung und so weiter. Aber wenn man ehrlich ist, ist das viel Spielerei. Die Garzeit ist am Ende auch nur eine Schätzung, und die Kurven schaut man sich später doch kaum nochmal an. Wenn man das zweimal gesehen hat, interessiert das alles nicht mehr.
Wenn man dann noch überlegt, dass der große MEATER fast 400 € kostet. Dafür bekommt man ja schon locker einen Ninja Woodfire Grill. Der hat ebenfalls ein Thermometer, eine App und man kann sogar den ganzen Grill aus der Ferne steuern, nicht nur die Temperaturmessung überwachen. Nur um das mal ins Verhältnis zu setzen.
Für mich deckt ein Kabelthermometer zusammen mit einem ultraschnellen Einstichthermometer wie dem Instaprobe viel mehr Situationen ab.
Oder steckt ihr den MEATER auch mal in einen Kuchen, so wie einen Instaprobe? Oder in eine Ofenkartoffel? Oder ins Frittieröl? Glühwein? Lasagne? usw. Ein Einstichthermometer ist einfach viel universeller einsetzbar. Beim Grillen, Backen oder in der Küche allgemein bietet er für mich einen viel höheren Mehrwert.
Gerade ein schnelles Einstichthermometer ist mir viel wichtiger als ein Sensor, der dauerhaft drinsteckt. Beim Einstechen merkt man auch gleich, wie sich das anfühlt. Weich, fest, zart, das sagt mehr als nur die Temperatur allein.
Z.B. ein Brisket kann bei 88 °C fertig sein oder erst bei 98 °C. Das erkennt man eben nicht allein nur an der Kerntemperatur. Man muss es fühlen, die Konsistenz prüfen und schauen wie leicht die Messspitze durchs Fleisch gleitet. Auch dabei hilft eine superdünne Messspitze eines schnellen Einstichthermometers deutlich mehr als der vergleichsweise fetten Fühler eines MEATER.
Bis auf Long Jobs nutze ich eigentlich kaum noch Kabelthermometer oder wie vorher den MEATER. Und selbst dort ist es für mich eher nur ein Anhaltspunkt, damit ich weiß, jetzt wird es in der nächsten Stunde langsam interessant, jetzt könnte es Richtung fertig gehen.
Ansonsten mache ich fast alles über ein ultraschnelles Einstichthermometer. Nicht nur am Grill, sondern auch in der Küche. Mit der Zeit lernt man damit sogar viel mehr über sein Grillgut, als wenn man nur aus der Ferne auf ein Diagramm schaut. Wenn man direkt am Grill steht, einsticht, fühlt, riecht und sieht, was passiert, bekommt man ein ganz anderes Gefühl dafür.
Gerade dieses Zusammenspiel aus Temperatur, Konsistenz, Geruch und Erfahrung bringt einen meiner Meinung nach viel weiter als nur eine App Kurve.
Ein wirklich ultraschnelles Einstichthermometer ist ein richtiges Alltagswerkzeug (Ultraschnell ist das magische Wort, sonst machen diese Dinger keinen Sinn und auch keinen Spaß.).
Der MEATER ist dagegen eher ein Gadget für einen sehr begrenzten Einsatzbereich.