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Preise & Qualität

Die Mehrheit der Direktvermarkter, Biolädchen um die Ecke und Hofläden mit ihrem eingeschränkten Angebot sind ein Relikt aus der Vergangenheit und nicht mehr zeitgemäß. Der Kunde erwartet heute auch im Bereich der Direktvermarktung und/oder bei Bioprodukten ein reichhaltiges Warenangebot zur Auswahl. Er ist mehrheitlich nicht mehr bereit ein planwirtschaftliches Warenangebot nach dem Prinzip, "Südfrüchte gibt es nächste Woche und für ein Pfund Bananen müssen sie zwei Zuckerüben nehmen", zu akzeptieren.

Die sich nicht spezialisieren und/oder Tiere so verarbeiten, dass es betriebswirtschaftlich sinnvoll und marktgerecht ist, werden am Existenzminimum weiterleben oder vom Markt verschwinden. Das mag man gut finden oder auch nicht, aber das liegt nicht am Kunden, dem Discounter oder wem auch immer, es ist in der Regel der mangelnden fachlichen und/oder unternehmerischen Qualifikation des Inhabers geschuldet.

Hier gilt, wie meist in dem System in dem wir leben, get big or get out.

:anstoޥn:
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Oder bleib klein, werde nicht reich und habe ein gutes Gefühl dabei

Wenn man groß wird, hat das (meist eigene) Vorteile und (meist für den Kunden) Nachteile.

Ich spreche da aus eigener Erfahrung.

Da habe ich im Bereich Fleisch genau die gegenteilige Erfahrung. Erst ab einer gewissen Größe (das ist bei jedem Geschäftsmodell anders) kann eine Verarbeitung nach dem Stand der Technik und Kundenwunsch erfolgen. Das hat in der Regel nur Vorteile für den Kunden, dann er bekommt ein hochwertiges Produkt seiner Wahl zu einem marktgerechten Preis. Groß bedeutet nicht automatisch schlecht.
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Servus!

Also am Anfang dachte ich ja, es geht hier um die realistischen Gründe warum man kein heimisches Fleisch kauft.
Jetzt muss ich aber lesen, das es gerade dem Topiceröffner offenbar eigentlich nur ums "Preisgejammer" geht hier.

Die bösen Kunden wollen nicht zahlen, sollen sich so ungefähr zusammenrotten und eine Viertel Kuh kaufen - dann arbeite ich auch was als Metzger - Ja geht's noch???

DAS und genau das sind die Gründe die ich in meinem Beitrag gemeint habe mit "Unlust" und mangelnder Bereitschaft auf den Kunden einzugehen!!!

Herr Hausschlachter, mal ein plakatives Beispiel:
Du gehst in ein Autohaus und willst nen Wagen bestellen. Hättest aber gerne vorne Sportsitze darin. Nun erklärt dir der Nette Verkäufer:
Leider kann ich Ihnen die nicht einfach zum normalen Aufpreis verkaufen. Ich muss die selber hier einbauen und muss mindestens 10 Stück bestellen. Sie brauchen nur zwei. Also entweder zahlen Sie alle 10 oder zumindest 8, oder Sie schließen sich mit 4 weiteren Kunden zusammen die auch je ein Auto mit diesen Sitzen bei mir kaufen - dann mach ich Ihnen das!
Was glaubst du, wirst du dem wohl erzählen??? Und nur, weil es eine deutsche Automarke ist machst du den Blödsinn garantiert nicht mit, sondern gehst zum Autohaus nebenan, welches dir deinen Wunsch erfüllt. Einfach so. Und vielleicht ist das halt dann ein Japaner...

Sorry, aber wir leben in einer Marktwirtschaft. In so einem System ist es nun mal die Aufgabe des Produzenten/Verkäufers Abnehmer für seine Produkte zu finden und die Kunden dementsprechend anzusprechen und zum Kauf zu motivieren. Es ist nicht Aufgabe des Kunden, andere Kunden zu finden um vom Verkäufer sein Wunschprodukt zu erhalten.

Ich bin jetzt weißgott kein Sparer und hab auch schon €140.- /KG für Steaks aufn Tresen gelegt.
Aber ich zahle für die Qualität des Produkts und genau für das Produkt, welches ich haben will. Ich zahle ganz ausdrücklich NICHT für die Sachen mit, die der Produzent vielleicht nicht losbekommt weil er zu lustlos oder unfähig ist, weitere Kunden anzusprechen!
Wenn einer so was von mir gezahlt bekommen will geh ich schon aus Prinzip zur Konkurrenz. Punkt aus.

Lass dir das einfach mal durch den Kopf gehen, lieber hausschlachter und überdenke ob deine Auffassung davon, wie sich ein Kunde zu verhalten hat, wirklich zeitgemäß ist.

Schöne Grüße,
Jan
 
Für mich ist auch das, was nachfolgendes Foto zeigt, Qualität:



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get big or get out
Ich habe die Hoffnung nicht verlohren (bei der Suche nach KUNDENORIENTIERTEN professionellen Hofvermarkter) dass es auch "get smart or get out" gibt. Leider muss ich dir recht geben - zumindest was die überschaubare Anzahl von ab-Hof-Vermarktern angeht, die ich bisher kennenlernen durfte.
  • Sie mögen gute Züchter mit Herzblut für Qualität sein (und manche Nebenerwerbszüchter nichteinmal das - sie hoffen "nur" auf ein lukratives Nebeneinkommen)
  • sind aber eben nicht zwingend gute Verkäufer und/oder gute Zerleger (aus GSV'ler Sicht)
  • wie @J.M.F. auch habe ich die Erfahrung von unprofessioneller Verpackung, Stückbezeichnung und Schnittfürung machen müssen - das ist jedoch mit geringen Mitteln änderbar
Die sich nicht spezialisieren und/oder Tiere so verarbeiten, dass es betriebswirtschaftlich sinnvoll und marktgerecht ist, werden am Existenzminimum weiterleben oder vom Markt verschwinden
Hm - was rätst du den Hofvermarktern? Spezialisiert euch, werdet professioneller, marktgerechter und zeitgemässer! Aber was heisst das konkret? Verkauf die "Prime-Cuts" teurer (weil die verkaufen sich von allein), um die Vermarktung der "Side-cuts" zu subventionieren? Oder Schmorfleischstücke und Hackfleisch selber verwursten vielleicht?
@Bär : Gerhard, ich gebe dir zu einem Teil recht. Wenn man (wie dein Bild unsterschwellig suggeriert) die "Idylischen Weidebedingungen" vor Ort mal erleben konnte, verlässt man den Hofladen mit dem Gefühl "irgendwie was gutes" für die Mitfinanzierung von tiergerechteren Aufwuchsbedingungen getan zu haben. Das gute Gewissen kauft mit...und der Geschmackseindruck, den dieses Fleisch bei dir hinterlässt. Offenbar beides bei dir - sonst würdest du nicht nochmal dort kaufen.
man hat den Eindruck das Vieh muss mindestens einmal über den großen Teich gekommen sein: Wagyu, Bison, Büffel, Iberico, Duroc.....ansonsten null
Du hast den Stauss noch ausgelassen. Keine von den genannten Beispielen haben als Schlachtvieh den Weg über den Teich genommen - hier im Süden gibts von genannten Rassen Hofvermarkter, was ist daran verwerflich? Offensichtlich gibt es einen Markt dafür.
was mir aber sehr stark auffällt das hier ein riesen Buhei um Fleisch gemacht wird
(Klugscheissmodus an:) )heisst übrigens "Bohei" - guggst du:
http://www.duden.de/rechtschreibung/Bohei

Du wetterst gegen das deiner Meinung nach unverhältnismäßig großes Aufsehen, das um Fleisch von Wagyu, Bison, Büffel & Duroc gemacht wird, und was empfielst du stattdessen? Überspitzt gesagt: zähes, fettes und dunkles Fleisch von deinen "glücklichen" Schweinen: (Das zum Thema "gutes Virales Marketing")
ich schlachte selbst, lass es reifen und versuche alle Wünsche zu erfüllen und am Ende muss ich mir dann anhören das
  • das Fleisch aber sehr rot und dunkel war,
  • die Schweine fett und ausserdem
  • im Biss zu fest....
    • ja klar denn wenn ein Tier sich bewegen kann... bekommt es Muskeln ....klar ist das Stalltier herrlich zart
Erst wenn man weiter gräbt, erfährt man das du auch Pustertaler & Pinzgauer als Fleischrassen Rindfleisch oder Simmentaler Fleckfieh als Zweinutzungsrassen Rindfleisch vermarktest. Gut. Das absetzten vom Main-Stream finde ich ist der bessere Weg. Vergleicht man die Geschichte, könnte man das Pinzgauer Rind ob seiner Qualitäten als Zugtier auch als Wagyu der Alpen bezeichnen...(@bbq4you : ich weiss, es heisst eigentlich Tajima - was aber kaum einen etwas sagt)
Weidehaltung (von Schweinen) mag beim Hofbesucher romantische Assoziationen hervorrufen - wenn das Schwein "nur" glücklich - weil draussen - gelebt hat, macht es für die Fleischqualität (meiner Meinung nach) nicht so einen Qualitätszugewinn aus, als Rassen, die durch ihre intramuskuläre Fettmarmorierung eben einfach schmackhafter sind.
 
Ich habe begonnen mit einem Züchter zusammenzuarbeiten. Er hat keinen Schimmer von BBQ Zuschnitten und Reifedauern. Ich habe ihm meine Wünsche erklärt und er hat das dann umgesetzt. Ich hatte gesagt, dass ich gern Entrecote testen möchte,4 Wochen gereift. Er hat mir Bescheid gegeben als geschlachtet wurde, so hatte ich 4 Wochen Zeit den Froster zu leeren und mir ein Gericht für in 4 Wochen zu überlegen.Die nächste Bestellung liegt schon dort,wir verfahren dann genau so. Passt eigentlich. Der einzige Knackpunkt ist, dass ich nie frisch Ware bekomme wenn ich möchte oder brauche. Dann muss ich auf meinen TK-Vorrat zurückgreifen. Weil halt nicht ständig geschlachtet wird und dadurch nicht immer frisch gereiftes Fleisch verfügbar ist. Ich konnte allerdings auch keinen Unterschied zwischen frisch und TK schmecken.....
Wenn sich natürlich spontan Gäste ansagen und der Froster leer ist, nützt der Direktvermarkter mir nix.....
 
@Bär : Gerhard, ich gebe dir zu einem Teil recht. Wenn man (wie dein Bild unsterschwellig suggeriert) die "Idylischen Weidebedingungen" vor Ort mal erleben konnte

Suggerieren sollte das Foto eigentlich nichts, aber die Aussage hast Du dennoch völlig korrekt erkannt; dabe ging es mir weniger ums Idyll, sondern eher darum, dass es mir tatsächlich wohler beim Kauf ist, wenn ich das Tier kannte und weiß, auf welcher Weider es stand und wie es gefüttert wurde. Und mit Fleisch geht es mir ein bisschen wie mit Gemüse. Letztlich ist mir viel lieber ich kaufe ein Gemüse, das zwar kein Zertifikat hat, und weiß wie es behandelt wurde, als eines, das zwar ein tolles Bio-Zertifikat hat, ich haber den Betrieb, aus dem es stammt nicht kenne. Und hier im Thread wurde ja schon bestätigt, dass Kontrollen jetzt nicht unbedingt das ist, was lückenlos und engmaschig stattfindet...
 
es ging mir dabei einzig und allein um Preise und gerecht fertigung ,nur mal zum anmerken an die Herren die sich grade entrüsten.....
ja meine Schweine fühlen sich wohler im freien statt in ner 2,50 mal 4 Meter Bucht in der 15 ihrer Sorte bei kaum Tageslicht und haben nicht im geringsten dunkles fettes Fleisch sondern
entwickeltes Muskelfleisch.
 
Hach, eines meiner Lieblingsthemen.
Bei uns in der Ecke gibt es auch einige Direktvermarkter.
Dort werden auch die üblichen Fleischpakete verkauft oder aber nicht gereifte Teilstücke mit zweifelhaftem Zuschnitt.
Beim Schweinefleisch habe ich die für mich optimale Lösung gefunden.
@glueck bestreitet einen Weg, der für mich so passt.
Das Fleisch seiner Bentheimer Schweine ist geschmacklich eine Wucht, die Haltungsbedingungen sind gut und einsehbar
und er verkauft die Teilstücke, die man benötigt.
Perfekt.

Beim Rind ist das deutlich schwieriger.
Metzger Hansen aus Münster hat in Warendorf eine Zweigstelle. Da bediene ich mich, wenn ich spontan Rindfleisch brauche.
Ansonsten bediene ich mich tatsächlich im Internet bei Vermarktern, bei denen zumindest die Qualität stimmt.
Das Bessere ist der Feind des Guten.
Ich mag nicht auf einer Schuhsohle rumkauen, um damit meinem Vermarkter vor Ort zu dienen.
Spätestens bei der Schlachtung hören "Guten Bedingungen" nämlich auf und wie oben bereits gesagt, sind die Zuschnitte oft abenteuerlich.
Kommt ja eh ins Mischpaket... Zerfleddert, Kennzeichnung ungenügend, 10kg Hack, ...
Das ist doch nicht mehr zeitgemäß. Und dabei bin ich ja nun einer, der sowohl was mit den "unedlen" teilen anfangen kann.
Sehr gern sogar.

Hähnchen bekommt man ganz gut mit dem Label Rouge Hähnchen oder auch Kikok, die mir @bbq4you empfohlen hat.
Wenn der das sagt, dann passt die Qualität und die Haltungsbedingungen!

In letzter Zeit muss ich aber zum Glück kaum noch Fleisch kaufen.
Wenn die Truhe leer ist, gehe ich in Wald und Feld und sorge für Nachschub.
DAS hat für mich die Qualität, die ich sonst vergebens suche.
Perfekt abgehangen, ein Zuschnitt, den nur ich zu verantworten habe und eine (sorry fürs Eigenlob) exzellente Verpackung und Kennzeichnung.
Esst mehr Wild! Und erzieht euren Jäger zu ordentlicher Verarbeitung und Verpackung.
Da liegt leider auch oft manches im Argen...
 
Esst mehr Wild! Und erzieht euren Jäger zu ordentlicher Verarbeitung und Verpackung.
Da liegt leider auch oft manches im Argen...
Hier war es eher das Problem, dass der Metzger nicht sauber gearbeitet hat. Drüsen nicht weggeschnitten, Haare vom Rehwild oder Borsten der Sau auf Keule, Schulter etc. Das Ganze habe ich ihm einmal gesagt und nachdem das nächste Stück nicht besser aussah, haben sich unsere Wege getrennt.
Fix drei Messer, ein großer Brett usw. bestellt und seither muss ich nicht mehr ärgern. Das Einzige was ich machen muss, ist eine Stunde Zeit investieren.
 
Und erzieht euren Jäger zu ordentlicher Verarbeitung und Verpackung.
...und offenbar nicht nur die...
Esst mehr Wild! DAS hat für mich die Qualität, die ich sonst vergebens suche.
...zumindest ist das wohl die höchstmöglich artgerechte Tierhaltung (wenn man vom Stress der eventuell kreuzenden + verkehrsreichen Strassen und den "Spaziergängern" abseits der Waldwege absieht)

es ging mir dabei einzig und allein um Preise und gerecht fertigung
legitim, dass du bei den niedrigen Preisen auf dem Schweinemarkt die Werbetrommel für deine höherpreisigen Produkte rührst - auch wenn ich die Art wie du es tust kontraproduktiv empfinde.

Wenn der Markt das so annimmt...und du ansonsten Kundenorientiert bist...
 
Servus!
Ich war zwar nicht gefragt, aber:

Hm - was rätst du den Hofvermarktern? Spezialisiert euch, werdet professioneller, marktgerechter und zeitgemässer! Aber was heisst das konkret? Verkauf die "Prime-Cuts" teurer (weil die verkaufen sich von allein), um die Vermarktung der "Side-cuts" zu subventionieren? Oder Schmorfleischstücke und Hackfleisch selber verwursten vielleicht?

Genau DAS würde ich persönlich Ihnen raten!
Ich persönlich such mir schließlich keinen Direktvermarkter wegen des billigen Preises (da könnt ich ja zum Discounter), sondern wegen Qualität, Frische und kundenorientiertem Angebot!

Ich wäre gern bereit, mehr Geld für sowohl für den Prime-Cut als auch für die selbstgemachte Wurst auf den Tisch zu blättern. Wenn die Qualität stimmt und ich genau das Produkt bekomme, das ich mir wünsche.
Und gerne probier ich dann auch mal sämtliche Side-Cuts durch - da bin ich experimentierfreudig. Setzt aber voraus, dass sie mir überhaupt angeboten werden...

Aber die Kalkulation muss der Direktvermarkter schon selber machen. Oder seine Kunden anwerben. Das übernehm ich eben nicht für Ihn.
(Macht in meiner Firma auch keiner meiner Kunden für mich...);)

Schöne Grüße,
Jan
 
Schaut mal.... nein ich schaue... gerade auf einen Hofvermarkter, einen Bauernhof gerade drauf. Der hat Galloway, ganz süsse Viecher in jungen Jahren -und ich denke immer ans Essen ;-)

Alles in meiner Nachbarschaft.

Er nimmt auch stolze Preise, aber jetzt kommt das aber: das Fleisch bekommst Du nur schlachtfrisch oder direkt eingefroren. Ich könnte auch sagen: Perlen vor die Säue (nein, ich kaufe mir deswegen keinen Landix). Das macht mich ärgerlich: er kümmert sich um die Aufzucht usw, aber das was er selbst vermarktet ist einfach nicht benutzbar. Schade.
Peter
 
Wenn die Truhe leer ist, gehe ich in Wald und Feld und sorge für Nachschub.
Eine ganz hervorragende Option, vor allem, da Du selbst jagst.
Aber nun stell Dir vor, das wird in großem Stil gemacht... Ich würde denken, dass es dann schnell nimmer funktioniert, aber ich mag mich irren.
Was ich mich aber frage: Gibt es nicht Schonzeiten, in denen nicht geschossen werden darf? Zumindest Reh- und Rotwild nicht? Sollte ich hier nicht irren, wäre die Quelle Wald und Feld zumindest temporär versiegt.

Wer nicht in einer ausnahms glücklichen Situation im Sinne einer absolut paasenden Bezugsquelle ist, wird immer auf verschiedene Quellen zurückgreifen müssen.
Am 12. Dezember bekommen wir liebe Gäste. Für die haben wir, meine Frau und ich, uns ein viergängiges Menü ausgedacht. Zum Hauptgang wird Rinderfilet serviert. Und für dieses erfolgt heute der Gang zu meinem Metzger. Da kaufe ich ein Rinderfilet und bitte ihn, es die paar Wochen noch reifen (Vakuum) zu lassen. Anders kann ich die von mir gewünschte Qualität zu dem Anlass einfach nicht sicherstellen.
 
Natürlich gibt es Schonzeiten.
Aber ein bisschen was ist auch in der Truhe :-).
Es geht aber in der Tat so weit, dass mittlerweile auch meine Bolognese aus Wild ist, meine Frikadellen, mein Sauerbraten...
Im großen Stil? Du meinst, wenn alle wieder jagen gehen?
Da hast du Recht. Dafür ist unsere Kulturlandschaft wohl nicht gemacht.
Aber ein paar Jäger vertragen wir schon noch und die Wildpreise zeigen eigentlich, dass da auch noch Luft nach oben ist.
Es kann doch nicht sein, dass meine Kollegen das Wild günstiger verkaufen als der Aldi.
 
Im großen Stil? Du meinst, wenn alle wieder jagen gehen?
Nein, ich meinte, wenn jetzt viele Deinem Aufrauf folgen würden, könnten langfristig werder Jäger noch der Wald an sich diese Nachfrage befriedigen. Ich unterstelle dabei, dass nur ein Teil der Ansitz-Zeiten mit einem Erfolg im Sinne eines Abschusses gekrönt ist. Das Naturerlebnis sei dabei natürlich außen vor gelassen.
 
Das war ja auch sehr überspitzt von mir ausgedrückt.
Der geringste Teil der Ansitze endet mit Beute und irgendwann wäre die Nachhaltigkeit auch nicht mehr gegeben.
Aber wie gesagt: bis dahin können wir schon noch ein paar Jäger vertragen.
 
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