Wir haben uns seit einiger Zeit sehr mit dem Thema beschäftigt und mit grausen Festgestellt, daß doch extrem viel Nonsens verbreitet wird.
Ich kann jedem, der zu Hause Lebensmittel konservieren will, nur die veröffentlichte Diplomarbeit von Charloth Pucher Universität Wien empfehlen.
"Toxikologische Aspekte von Konservierungsmethoden im Haushalt"
Link:
http://othes.univie.ac.at/22758/
Das PDF kann man dort kostenlos herunterladen. 80 Seiten die sich lohnen!
Hier mal die Zusammenfassung:
"Verderb von Obst und Gemüse tritt häufig durch Kontamination mit Mikroorganismen oder Schimmelpilzen auf. Werden durch Mikroorganismen, Schimmelpilze oder deren Toxine verdorbene Lebensmittel vom Menschen oral aufgenommen, können Erkrankungen wie Nahrungsmittelbotulismus oder Spätfolgen, etwa durch die kanzerogene Wirkung von Mykotoxinen, auftreten. Die Untersuchung der in der Literatur dokumentierten Erkrankungsfälle und Todesfälle ergab, dass Nahrungsmittelbotulismus zwar eine eher selten auftretende Erkrankung ist, jedoch durchaus schwerwiegende Folgen hat. Es wurden zwei Untersuchungen durchgeführt: einerseits eine Untersuchung mittels Fragebogen bezüglich des Kenntnisstandes über Konservierungsmethoden im Haushalt von zwei verschiedenen Personengruppen (Personen mit und ohne Kochausbildung); andererseits eine Evaluierung von Kochbüchern, inwiefern Rezepte in diesen korrekt beschrieben werden. Die Untersuchung mittels Fragebogen ergab, dass der Kenntnisstand des Großteils der befragten 107 Personen zu bestimmten Konservierungsmethoden unzureichend ist. So sind etwa die Unterschiede zwischen Pasteurisieren und Sterilisieren nicht hinreichend bekannt; weiters wird die Haltbarkeit von Konserven häufig überschätzt. Der Abtötungseffekt diverser Konservierungsmethoden auf Mikroorganismen und vor allem auf Sporen ist relativ unbekannt, ebenso die Entstehung und Wirkung von Mykotoxinen. Weiters wussten nur wenige Personen wie korrekt in Öl eingelegt werden sollte. Es gab keinen signifikanten Unterschied im Wissensstand der Gruppe "Köche" im Vergleich zur Gruppe der "Nicht-Köche". Die Evaluierung von 22 Kochbüchern ergab, dass bei der Frage "Einlegen in Öl" durchwegs unkorrekte bzw. unvollständige Angaben gemacht werden. In Summe ergibt sich, dass der Kenntnisstand von Personen die zu Hause Obst und Gemüse konservieren oftmals unzureichend ist. Dies kann ein potentielles Risiko in Bezug auf das Auftreten von schweren, teils lebensbedrohlichen Erkrankungen mit sich bringen."
Wir haben uns einen Pressure Canner aus den USA besorgt. Das ist praktisch ein Klein-Autoklav mit 23 Litern Inhalt. Da passen 10x 500ml Weck-Gläser auf einmal rein.
Mit 11PSI Überdruck werden die Gläser 75-90 Minuten nach Anleitung je nach Rezept autoklaviert.
Druck-Einkochen ist in Deutschland in Privathaushalten relativ unbekannt. In Firmen (zB Fleischereien) werden Autoklaven wie der Korimat zur Herstellung von Konserven verwendet und das hat seinen Grund.
In den USA wiederum ist das normale Einwecken o. Einrexen (in Österreich) eher unbekannt und wird von der Lebensmittelaufsicht USDA dort auch eindringlich nicht empfohlen.
VG
Jörg