Irgendwie kann ich das so nicht stehen lassen. Hier wird der Eindruck erweckt, die Genesis II Modelle seien alle Murks. Ich habe meinen Weber Genesis II E-310 GBS Black jetzt seit März und im Schnitt so 3x die Woche im Einsatz. Ich hatte ihn online bestellt und er kam als ein sauber und schlau gepacktes Paket bei mir an. Alles sicher verpackt und ohne jede Beschädigung. Die einzelnen Teile machten beim Auspacken einen guten und qualitativ hochwertigen Eindruck, sowohl vom Material, als auch von der Verarbeitung. Der Zusammenbau war aufwendig, die Paßgenauigkeit der einzelnen Teile allerdings vorbildlich. Die bebilderte Anleitung eher naja. Das Ganze zog sich über mehrere Stunden hin, bis dann endlich auch das letzte Teilchen fest saß und mein Schätzelchen vor mir stand. Das einzige, was mir nicht so gefällt ist die spillerige Halterung für die Gasflasche, die aber wundersamerweise dennoch hält, selbst bei einer 11 kg Flasche. Bei meinem Exemplar gibt es nirgendwo Spiel und nichts wackelt, alles ist paßgenau. Mein Spielzeug steht unter einem Carport, mit Abdeckhaube, aber ständig im Freien. Mängel im Material konnte ich noch keine feststellen und zum gelegentlichen Bedauern meiner Frau, die mich manchmal ‚Monk‘ nennt, bin ich in dieser Hinsicht eher etwas pingelig. Nach fast sechs Monaten Gebrauch kann ich festhalten, das Gerät sieht beinahe aus wie neu und lässt sich auch einfach reinigen und pflegen. Egal ob Garraum, die emaillierte Fettablaufwanne, Brennerabdeckungen und Aromaschienen, den Rost nicht zu vergessen, alles macht für mich einen wirklich guten und langlebigen Eindruck. Auch der Rost hat keine der teilweise angesprochenen Qualitätsprobleme. Allerdings muss man sagen, daß ich den Grill erstmal über eine halbe Stunde auf vollen Touren laufen ließ, bevor ich ihn dann auch für Grilltätigkeiten nutzte. Grilltätigkeit, das ist das Stichwort und das wohl entscheidende bei jedem dieser Geräte. Auch hier habe ich wenig auszusetzen, egal ob direkt, indirekt oder vom Spieß, mittlerweile sind fast alle meine Ergebnisse für meinen Geschmack nahe an perfekt. Wie war das, ‚mittlerweile‘? Genau, das heißt, es erforderte einiges an Übung, um den Grill richtig kennenzulernen. Die im Deckelthermometer angezeigten Temperaturen liefern bestenfalls eine Anleitung zu ‚wie verbrenne ich mein Grillgut möglichst erfolgreich‘, wegen der verheerenden Abweichungen zur Temperatur am Rost. Hier hilft nur üben, aber es lohnt sich. Ein wenig heftig ist auch der Gasverbrauch, aber mal ehrlich, das Bier, das ich zum Grillen brauche ist doch deutlich teurer. Und dafür ist die Wärmeverteilung auf diesem Grill einfach hervorragend. Man muß nicht ständig überlegen, welches Stück man wohin legen kann und darf, sondern man hat von vorne bis hinten abhängig von der eingestellten Temperatur einen gleichmäßigen Temperaturbereich. Da muß nur noch der Fleischer die Scheiben entsprechend gleichmäßig schneiden.
Ich habe noch einen acht Jahre alten Performer Touch and Go im Gebrauch und ich kann qualitativ da keine Unterschiede entdecken. Ich denke mal, daß ich mit beiden noch viel Freude haben werde.
LG