Wie reinigt Ihr denn eure Roste ohne Wasser, also die emaillierten?
Ich Grille unregelmäßig und reinige die Roste nach jedem Einsatz. Ich finde diese Löcher auf den Bildern ebenfalls sehr groß und ich würde auch reklamieren.
Nach dem Grillen das gröbste mit Holzspachtel und Küchenkrepp abwischen - zusätzliches Wasser oder "Spüli" hätte ich nie gebraucht. Dann nochmal aufheizen (Brenner voll auf), bis alles verbrannt oder zumindest trocken ist und dann mit einer Drahtbürste abbürsten. Eventuelle Reste (also kleinste trockene Krümel) kann man ignorieren - beim nächsten Grillen wieder aufheizen und dann nochmal abbürsten und dann das Grillgut auflegen.
Mehr ist nicht notwendig, auch wenn Weber das anders empfiehlt - diese Empfehlung richtet sich halt an den Standard-Kunden und das ist auch nicht grundsätzlich falsch, aber idR. unnötig.
Bevor das Argument kommt "das ist nicht hygienisch" oder "schmutzig": Problem is, dass die meisten Menschen einen falschen Bezug zu Schmutz, "Grillrückständen" und "Patina" haben - oft kursiert da die Mär, dass man einen Grill nicht putzen muss und dass die Grillstreifen und das Aroma vom Fett der letzten 10 Grillsessions kommen und das finden viele grauslig. Die die andere Fraktion putzt übereifrig alles blitzeblank bis auf das strahlende Chrom wieder runter. Und das ist beides gewissermaßen Unfug
Daher die Lösung (Achtung, Wall of Text):
Die Grillstreifen kommen von der Hitze: im Grillgut verkohlen dabei verharzen Fettsäuren, Kohlehydrate karamellisieren und Proteine werden über die Maillard-Reaktion umgesetzt. Da gibt es nichts zu diskutieren, das ist so (von Fake-Grillstreifen mit Lebensmittelfarbe reden wir jetzt nicht).
Den Grill nicht reinigen und den Dreck einfach drauflassen und beim nächstem Mal einfach das Grillgut drauflegen ist in der Tat grausig und keine Option: einerseits schmeckt ranziges Fett nicht gut (auch wenn es idR. nicht gesundheitsschädlich ist) und andererseits gibt es eine Menge Dinge, die auf alten Rückständen wachsen können und sich durch Hitze nicht so einfach zerstören lassen (z.B. Giftstoffe die durch Schimmelpilze entstehen)
Daher ist es imperativ den Grill zu reinigen:
Die Frage ist aber, was ist Dreck:
Fettsäuren im Öl verharzen und bilden ein Polymer, welches nach und nach immer dunklere Schicht ("Patina") bildet - das ist vor allem bei unbehandelten Gusseisen-Rosten wichtig - bei glatt emaillierten Rosten oder Edelstahl-Rosten ist diese Schicht aber unnütz, sieht nur unschön aus. Die Schicht ist aber de facto geschmacksneutral und behindert die Funktion des Rosts nicht.
Wenn man dieses Polymer sehr stark erhitzt, zerfallen die Verbindungen in Wasserstoff, Sauerstoff und Kohlenstoff wobei der Kohlenstoff als schwarze, poröse Kruste übrig bleibt - die kann man relativ leicht abbürsten. Auch sie ist fast geschmacksneutral und nicht schädlich, verfärbt aber das Grillgut schwarz, wenn man sie nicht abbürstet.
Das dritte was auf dem Rost sein darf sind Fette die nicht ranzig werden - wenn man z.B. länger nicht grillt und ihn nicht schützen will. Hier nimmt man idR. geschmacksneutrale neutrale Öle wie z.B. Mineralöle (gibts in der Spraydose) die man dann sehr dünn auftragen kann. Habe ich selbst noch nie benötigt für den Grill, aber wenn man den Grill tatsächlich monatelang vielleicht auf der feuchten Terasse im Winter stehen hat ist das eine gute Idee.
Fazit: Mit Aufheizen und Bürste bekommt man alles weg was weg muss - mit Wasser und Spülmittel auch, aber es dauert halt länger und ist mehr arbeit. Teilweise verharztes Fett mittels Pyrolyse wegbrennen dauert ein paar Minuten, mit Wasser und Spülmittel kannst du die Roste erstmal ein paar Stunden einweichen oder ordentlich schrubben.