Na man mag es kaum glauben, endlich hat sich etwas getan, wenn auch nicht viel, aber ich werde es so schön ausschmücken wie möglich.
Schon lange bevor ich mich mit dem Thema Jagd und Jagdschein ernsthaft befasst habe hatte mich mal der Geschäftsführer unseres Zweckverbandes beim stöbern hier erwischt. Konkret in einem Faden bei dem natürlich die erfolgreiche Jagd auf Schwarzwild reichlich bebildert war. So kam es dass wann immer er mich sah gestichelt wurde wann ich denn endlich den Jagdschein mache.
Eigentlich hatte ich die Anekdote schon fast wieder vergessen da wir uns, arbeitstechnisch Gott sei dank, eher selten sehen. Bis vor einigen Wochen.
Obligatorische frage nach dem Jagdschein die ich jetzt überraschenderweise bejahen konnte.
Rein zufälligerweise ist genau jener auch noch Mitpächter in einem schönen Revier im Hochmoor ist und ich zum Ansitzen eingeladen wurde.
Gestern dann der erste Versuch nach einiger Terminsuche.
Um 15.30 Uhr sollte es bei ihm losgehen. Spannend sind die Gedankengänge ja schon welche man bzw. ich hatte. Zwischen was darf ich auf gar keinen Fall vergessen, was könnte man vielleicht gebrauchen, was wäre übertrieben kommen dann die Überlegungen: wie war des nochmal mit dem aufbrechen? Habe ich mit dem Gewehr wirklich schon ausreichend Übung? Kann ich wirklich abdrücken? Suche ich dass richtige Stück aus? Komme ich richtig ab? Und noch ein bissl mehr.
Pünktlich dann beim Jagdherrn eingefunden, den Jagdaufseher gestreichelt und die Hunde kennengelernt. Oder andersrum. Die Nervosität habe ich denke ich ganz gut übertünchen können.

Dann gab es eine kleine Revierrunde und ein paar Infos, interessant auch die im Schnitt 5! Biber die jedes Jahr im Revier entnommen werden könnten, wenn man sie denn erwischen würde.
Am Sitz angekommen gab es noch die Infos was ich frei hätte: Schwarzwild kostenfrei, Rehwild (5€/kg), Fuchs und Hase, wobei Hase mit Kaliber .270Win eher nicht so prickelnd war.
Aber nun genug mit ausschmücken denn recht viel mehr ist auch gar nicht passiert, knapp 1,5 Stunden gesessen ohne anblick. Einerseits ein wenig frustrierend anderseits auch erleichternd, so musste ich die Entscheidung nicht treffen. Komisch oder?
Aber ganz Schneider sollte ich nicht nach Hause gehen meinte der Jagdherr als er mich abholte, seine Jungjäger hätten gerade frisch gewurstet, es sollte eine kleine Verkostung geben zu der ich quasi nicht Nein sagen konnte. So war ich keine zehn Minuten später mit dem Jagdherr in einem Wildfremden garten am Grill mit diversen Leuten die ich noch nie gesehen hatte und trank eine Alkoholfreie Weizenschorle. Die Hirschbratwürste mit dem Hausgemachten Kraut waren ein Traum. Die Schorle auch. So wäre ich eigentlich zufrieden gewesen, aber ganz so ohne Ausblick wollte man nicht aufgeben.
So hatten wir vereinbart heute nochmal raus zu gehen, bei mir war es aufgrund des hier anderswo erwähnten Weihnachtsdramas nicht sicher ob es klappen würde. Da aber alles soweit gut war hat man dann kurzerhand einen der Jungjäger dazu verdonnert mich heute nochmal auszuführen.
Heute ging es dann auf einen anderen Stand, jedoch mit dem fast dem gleichen Ergebnis. Einen Bussard und zwei Hasen gab es zu sehen, das war es dann leider auch schon.
Das war es dann erst mal.
Vielleicht ergibt sich im neuen Jahr nochmal eine Chance.
Weiter kann ich hoffen in annehmbarer Entfernung beim Staat in einen Jagdbogen zu kommen für denke ich ganz gute Konditionen, die Entscheidung fällt aber erst zwischen Januar und März.
Ich marschier jetzt an die Tanke mein Nachtdienstüberlebenspaket besorgen, sieben Stunden Dienst liegen noch vor mir!
