Sodele, der Bock ist tot. Ich hab mich selten so gefreut. Ich selber war es nicht, ein lieber Freund un Mitjäger konnte ihn zur Strecke bringen.
An sich nix spekatuläres, wenn nicht... Der Freund vor kurzem eine Daignose bekommen hätte, die die Frage aufkommen läßt, ob er den nächsten Jagdschein noch löst.
Ich war beim Nachbarn eingeladen, mein Mitjäger wollte lieber im eigenen - bekannten - Revier bleiben. Ich setze ihn also gegen 7 Uhr an der Kanzel ab, erkläre ihm noch, wo ich bisher den Bock habe ziehen sehen und mache mich auf den Weg zum Nachbarn. 5 KM weiter.
Ich sitze auf einer Kanzel auf einer Wiese, etwa 150 Meter vom Waldrand entfernt. Mir kommt sehr früh ein Bock, ich messe die Entfernung, 140 Meter.
Ich hatte zwar eine perfekte Auflage, wollte aber warten, bis er auf 80 Meter ran ist.
Den Gefallen wollte er mir nicht so recht tun, unter 100 kommt er nicht. Ich bin hin und her gerissen, halte aber an mich. Die Entscheidung wurde mir quasi doppelt abgenommen, aus unerfindlichen Gründen springt der Bock ab und fast gleichzeitig bekomme ich die Nachricht, Bock beschossen, der muß liegen.
Ich packe zusammen, melde mich beim Nachbarn ab und gehe in Richtung Auto. Nachricht: Schweiß wie aus der Gießkanne, hört aber genau am Rand vom Gebüsch auf, brauchen den Hund.
Es war genau so, wie beschrieben. Auf etwa 15-20 Metern Unmengen Schweiß, dann ins Gebüsch und ab da gar nix mehr.
Klappe auf, Hund raus. (eine Labradorin. Ich weiß, nach der gesetzmäßigen Weisheit bei den wilden Hunden ein Unding). Der Schweißspur nach ins Gebüsch, 20 Meter noch in die grüne Hölle und in der hintersten Ecke, kurz vor dem Wildschutzzaun, zwischen Brombeeren, Binsen und Farn lag der Bock.
Große Freude bei allen, Menschen und Hund glückliich.
Ich hab noch nie einem Mitjäger so sehr einen Bock gegönnt und mich mit ihm gefreut....
