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Herder Windmühlen-Messer Thread

Du nimmst ganz einfach den größten Topf den du hast. Wasser darin erhitzen. Dann die Platte aus. Dann die Tüte rein mit den Teelichten und den Messern und dann einfach warten bis der Topf langsam kalt wird. Je größer der Topf desto länger bleibt die Wärme. Am Schluss wird das Wachs dickflüssig. Es dringt dann kaum noch ins Holz. Dann können die Messer eigentlich raus.
 
Der Griff kommt nach unten die Klingen schauen oben aus der Tüte. Ich nehme einen Gefrierbeutel mit etwas dickerem Plastik, keine dünne Mülltüte. Man muss dafür sorgen, dass die Tüte nicht umkippt, sonst läuft Wasser rein und Wachs raus. Vor was sollte man die Klingen schützen?
 
Ich gehör zur Leinöl-Fraktion. Wenn du mal versucht hast einen eingetrockneten Leinölfleck wegzumachen, dann weisst du, dass das auch Messergriffe gut vor Wasser etc schützt. Vorallem ist es einfach: Leinöl erhitzen (nicht zu heiss, einmal hat bei einem Herder der Holzgriff angefangen zu arbeiten; so dass man noch reingreifen kann), die Messer in eine abgeschnitte Plastikflasche stellen und Leinöl drüber. Nach einigen Stunden ist das ca 1 - 2 mm eingezogen, was mir reicht. Dann mit Küchenpapier das überschüssige Leinöl abwischen. Fertig. Die Prozedur gönn ich meinen Messern so 2 mal im Jahr.
(Leinöl ist angeblich selbstentzündlich, also die Papierfetzen ev im Klo runterspülen zur Sicherheit)
Hab mal ein eines in der Spüle vergessen im Wasser für ein paar Tage :pie:...das Messer war logischerweisse ziemlich eingerostet aber der Griff war heil, nur kurz mit 000 Stahlwolle drüber und ein Tropfen Öl zur Pflege. (Der Rost geht super mit Wiener Kalk runter in Sekunden)
Die Klingen braucht man nicht besonders pflegen bei regelmässigem Gebrauch, wenn dann Kamelienöl da Ballistol mit der Zeit verharzt (und das geht dann ca so schwer weg wie Leinöl)
Mit Essig und Senf noch patinieren dann gibts weder Geschmack, Geruch noch Verfärbungen .
So machs ich halt. :trapper:
 
Mal eine Frage an die Kenner,
merkt ihr Windmühlenmesser Besitzer eigentlich irgend einen Unterschied von feingepließtet zu blaugepließtet?
Das Santoku mit POM Griffe von mir ist ja nur feingepließtet, mit Holzgriffe immer Blaugepließtet. (Rostfrei)
Das gleiche bei den Carbonstahl Gemüsemesser, nur das mit Pflaumenholz ist blaugepließtet.
Regieren die feingepließteten Carbonstahlklingen stärker mit Säuren und rosten die auch schneller?

Lohnt sich in euren Augen der Sprung zu blaugepließtet oder eher Kopf und Traditionssache?

LG
Sascha
 
Bei mir werden die Griffe satt mit Leinöl bestrichen (oder eingetaucht) kommen dann in einen Vakuumbeutel und werden vakuumiert. Nach zwei Tagen im Vakuum ist das ganze Öl im Holz und die Griffe sind schön und gut resistent gegen Feuchtigkeit..
 
@mgzr160: Bei rostfreien Klingen macht das höchstens einen optischen Unterschied. Aber ich bin mir nichtmal sicher, ob das heute noch gemacht wird. Lies den Thread mal von Anfang an. Rübennase hat meines Wissens ein paar Fotos mit den Unterschieden gepostet.

Lohnt sich in euren Augen der Sprung zu blaugepließtet oder eher Kopf und Traditionssache?
Für die Vitrine macht es einen Unterschied. Eine Patina bekommen beide rostenden Varianten (fein- und blaugepließtet) und ob man dann überhaupt noch feststellen kann, dass man ein blaugepließtetes hat, wage ich zu bezweifeln.

@Darkrost: Der Witz an der Leinölbehandlung ist meines Erachtens weniger die Tiefenwirkung, als die Wiederholung der Anwendung. "Das Volumen des Bindemittels Leinöl nimmt durch Oxidation (Aufnahme von Sauerstoff) zu und in der nachfolgenden Polymerisation wieder ab." Die Volumenabnahme ist m.E. der Grund, warum das Holz nach dem ersten Auftrag und dem Aushärten, wieder Öl aufnehmen kann. Also sollte man mehrmals ölen, wenn man eine geschlossen Oberfläche will. Das soll kein Argument gegen die Vakuumiermethode als ersten Auftrag sein, sondern dafür das trotzdem mehrmaliges ölen sinnvoll ist. Für die folgenden Behandlungen wäre erneutes vakuumieren jedoch überflüssig.
 
@mgzr160: Bei rostfreien Klingen macht das höchstens einen optischen Unterschied. Aber ich bin mir nichtmal sicher, ob das heute noch gemacht wird. Lies den Thread mal von Anfang an. Rübennase hat meines Wissens ein paar Fotos mit den Unterschieden gepostet.


Für die Vitrine macht es einen Unterschied. Eine Patina bekommen beide rostenden Varianten (fein- und blaugepließtet) und ob man dann überhaupt noch feststellen kann, dass man ein blaugepließtetes hat, wage ich zu bezweifeln.

@Darkrost: Der Witz an der Leinölbehandlung ist meines Erachtens weniger die Tiefenwirkung, als die Wiederholung der Anwendung. "Das Volumen des Bindemittels Leinöl nimmt durch Oxidation (Aufnahme von Sauerstoff) zu und in der nachfolgenden Polymerisation wieder ab." Die Volumenabnahme ist m.E. der Grund, warum das Holz nach dem ersten Auftrag und dem Aushärten, wieder Öl aufnehmen kann. Also sollte man mehrmals ölen, wenn man eine geschlossen Oberfläche will. Das soll kein Argument gegen die Vakuumiermethode als ersten Auftrag sein, sondern dafür das trotzdem mehrmaliges ölen sinnvoll ist. Für die folgenden Behandlungen wäre erneutes vakuumieren jedoch überflüssig.

Guten Morgen,
Zumindest sieht es so aus als ob einige wenige noch Blaugepließtet werden, aber wie du schon sagst, eher für die Vitrine.
Bei den Gemüsemesser ist z.b das blaugepließtet doppelt so teuer.
Ich hatte auch schon fast den gesamten thread überflogen, nichts richtig gefunden, vielleicht auch überlesen da es oft lange über 1922 oder k4/k5 ging.

LG
Sascha
 
@Darkrost: Der Witz an der Leinölbehandlung ist meines Erachtens weniger die Tiefenwirkung, als die Wiederholung der Anwendung.
Warum? Die Polymerisation zum Linoxin findet ziemlich sicher nicht ausschließlich an der Oberfläche statt, da der O2 der Luft durchaus in der Lage ist, ein Stück weit in das Holz einzudringen. Die "Schutzschicht" durch das Linoxin ist dann halt zum Teil auch im Holz anstatt lediglich an der Oberfläche des Holzes. Die Frage ist sogar, ob die Resistenz gegenüber (oft alkalischen) Spülmitteln dadurch nicht etwas erhöht wird, Laugen sind ja ohnehin die Achillesferse des Leinöls bzw. Linoxins.

P.S.: Meine Devise lautet: "Rösten statt rosten..." ;)
 
Im Holz dauert die Polymerisation aber viel länger, weil 1. sehr viel weniger Sauerstoff vorhanden ist und 2. kein Licht. Feuchtigkeit und Spülmittel greifen von außen an. Außerdem nochmal: Ich habe mich n i c h t gegen die Vakuumiermethode ausgesprochen, sondern zu bedenken gegeben, dass e i n e Leinölbehandlung auch wenn sie mit der Vakuumiermethode durchgeführt wird unvollständig ist. Leinöl wird immer mehrmals aufgetragen.

Das Ölen macht gegen Feuchtigkeit nicht 100% dicht. Bei längerer Feuchtigkeitseinwirkung kann das Holz z.B. trotzdem noch quellen. Man sollte seine Messer mit dem Griff also nicht über mehrere Stunden in einer Pfütze liegen lassen. Kurzfristige Feuchtigkeit macht aber nichts mehr aus.
 
Im Holz dauert die Polymerisation aber viel länger, weil 1. sehr viel weniger Sauerstoff vorhanden ist und 2. kein Licht. Feuchtigkeit und Spülmittel greifen von außen an. Außerdem nochmal: Ich habe mich n i c h t gegen die Vakuumiermethode ausgesprochen, sondern zu bedenken gegeben, dass e i n e Leinölbehandlung auch wenn sie mit der Vakuumiermethode durchgeführt wird unvollständig ist. Leinöl wird immer mehrmals aufgetragen.
Zunächst: Danke für die Klarstellung! Den von mir oben zitierten Satz hab ich so verstanden, daß die Vakuumiermethode im Prinzip nichts bringt, was ich aber anders sehe.

Die vollständige Polymerisation von Leinöl dauert meist ohnehin sehr lange, wenn man sie beschleunigen wollte, könnte man das Holz einer Wärmebehandlung unterziehen. Das Licht liefert ja "nur" die Aktivierungsenergie, Wärme ebenso. Die Doppelbindungen eines mehrfach ungesättigten Öls sind außerdem recht reaktiv, was man am raschen "ranzig werden" des Öls bemerken kann. Zusätzlich erfolgen die ersten Reaktionsschritte bei der Polymerisation mit freien Sauerstoff-Radikalen, die sich - wenn ich mich recht erinnere - nicht wirklich verbrauchen, d.h. die Menge des Sauerstoffs sollte keine große Rolle spielen...
 
Ich habe bereits das Gemüse Messer und das werde mir nun noch das santoku von Herder bestellen.
Hat jemand einen Tipp wo man es am besten bestellen kann und welches Zubehör (Schleifstein, wetzstahl?) benötige ich für die beiden Messer?
 
So das Gemüse Messer ist grade im Wachs Bad.
Es war nicht leicht wir mussten die Tüte etwas mit Klebeband zu kleben damit das Wachs hoch genug steigt. Die Klinge hat dabei wohl Wachs abbekommen, bzw. Steht auch im Wachs.
Ist das schlimm?
 
Der Pom Griff ist meistens besser verarbeitet.

Das Wachs macht der Klinge nix, machste halt einfach ab.
 
Ich hätte Interesse an einem vintage 1922 Kochmessermit schmalem Kropf.
Wo lohnt es sich zu schauen oder an wen knan ich mich wenden so ein messer zu kaufen !?
Bin für Tipps und Pns dankbar !
 
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