Also, jetzt alles ein bissi ausführlicher.
Um halb 7 gesessen. Kurz danach war der Strom am Händi alle. Nun gut, muß ich mir die Zeit halt anders vertreiben.
Wir mußten die Kirrung umbauen. Zur Erläuterung: Vor dem Sitz ein kleiner Tümpel und dahinter hat bisher der Futterautomat gestanden.
Auf Befehl vom Förster muß die Kirre 20 Meter vom Wasser weg. Und außerdem keine Automaten mehr, sondern nur noch winzige 5 Liter Kirrtrommeln.
Und die gibt´s in der Zugelassenen Version nur bei der Forstverwaltung zu kaufen und irre teuer. Alles Banditen.
Also die fleißigen JJ haben die Kirre umgebaut. Dummerweise ist es schon zu dämmrig, um anständig was zu sehen, aber mit der Beschreibung im Ohr, was sie gemacht haben, meine ich die Lage zu erfassen.
Nachdem ich den Nachtzielschießkuck (das "Eskannnichtseinwasnichtseindarf" Pard 2 Gen. 300 Euro) montiert hab, wickele ich mich in meine diversen Decken. Divers im Sinne von mehreren. Genauer gesagt drei. Die Kälte ist zu ertragen, isolierte Laufhose, gefütterte Hose, Jagd-Überhose, drei Decken. Obenrum war ich auch nicht oben ohne, 4 Lagen. In den dicken Lammfellstiefeln die Ganzsohlenwärmepads und in jeder Jackentasche auch eine Fingerwärme-Päd.
Solcherart gerüstet für das Kommandounternehmen mögen die Sauenfestspiele beginnen. Ist ja auch gemein kalt. Um die 0 Grad. Ich döse ein bissi vor mich hin, der Mond kommt, mit dem guten Zeiss-Fernglas ist alles ordentlich zu erkennen. Ich hab die Vergrößerung am ZF so eingestellt, daß ich die Kirre 40 Meter vor mir gut im Auge hab. Theorie und Praxis. Dazu später mehr.
Ich nuckele gemütlich einen veganen queeren Sauerkrautsaft und harre so vorm mich hin. Im Dorf schlägt die Kirchturmuhr 8 Uhr, ein paar Rehe kommen vorbei, in der Ferne ist ein Kauz zu hören. Ansonsten herrlich ruhig.
Gegen 10 nach 8 knackt es im Gebüsch und es sind Schritte zu hören. Aber keine Rehschritte. Also langsam das Fernglas greifen und suchen.
Und ploppploppplopp sehe ich Wutzen auf dem Weg neben dem Sitz. Keine 10 Meter. Vielleicht auch 15. Und jetzt kommt das Problem, daß ich das ZF auf die weitere Entfernung zur Kirrtrommel eingestellt hab. 7-Fach auf 15 Meter schwierig, aber irgendwann hab ich die Wutzen im Glas. Rumfummeln wollte ich jetzt nicht mehr.
Ich hab vorher eine kleine Compagnie ausgemacht. Eine Bache +/- 50 Kilo und 4 oder 5 Frischlinge.
Was jetzt kommt, kennt ihr alle, ein Frischling steht breit, der Leuchtpunkt wandert hinters Ohr, einstechen, Druck am Finger vorsichtig erhöhen. Päng, Bühne leer.
Totenstille. Gehörschutz absetzen, Fernglas greifen und nachsehen. Ja, liegt.
Ich greife mir meinen zweiten Sauerkrautsaft, fange an zu nuckeln und packe dabei in Ruhe zusammen. Nach etwa 20 Minuten klettere ich runter und gehe zu meiner Wutz. Nach 20 Schritten stehe ich vor der Suhle und mittendrin meine Wutz. Nu ist guter Rat teuer, Rucksack auf dem Rücken, Gewehr auch, Leihwagen, ein T-Roc, der nicht wirklich für jagdliche Zwecke geeignet ist. Also nach Möglichkeit keine Schlammorgien.
Gummihandschuhe aus der Hosentasche fummeln, Wutz aus dem Matsch. Aüßere Leichenschau. Schuß sitzt genau da, wo ich ihn wollte. "Küchenschuß", ich nenne ihn "kein Hund dabei sicher ist sicher Schuß" Auf dem Bild ist der Einschuß zu sehen.
Es liegt ein Frischlingskeilerchen von vllt. 25 Kilo. Vor dem Aufbrechen gefühlt das dreifache. Ich zerre ihn die 100 Meter an den Weg und gehe "das Auto" holen.
Laßt euch gesagt sein, Rundumkameras am Auto sind was Feines. Merkste erst dann richttig, wenn du sie gerade nicht hast.
Kofferraum auf, mit allen vorhandenen Decken auslegen, Wutz in die Mörtelwanne, ab in den Kofferraum und los zum Bauern.
Dort am Hof ist besser aufbrechen. Licht, sauber und es gibt einen geilen Hochdruckschlauch. Da geht das alles besser. Wutz aufgebrochen, dann hab ich den Bauern gerufen, der war gerade am Essen, noch einen kleinen winzigen französischen Sauerkrautsaft (sind glaube ich 200 ml-Flaschen) und dann bin ich heim.
Daheim angekommen Auto ausladen, vorher Nachtrunde mit den Hunden. Die Blicke waren ziemlich haßerfüllt. Gleich schneide ich noch die Zunge raus und ab damit in den Briefkasten. Trichinen. Morgen sollte dann das Ergebnis da sein.
So, das war die Geschichte vom Zukunftskeiler. Und bevor sich jemand Gedanken macht, da wo ich jage, ist das so alles legal. Mit Nachtkuck und so. Auch mit integrierter Röhre und so. Alles was IR ist, ist in Frankreich erlaubt, Thermik hingegen streng verboten. Warum auch immer, ist halt so.