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[Stiftung Kimbletest] Premium-Olivenöle

Ich werde jedenfalls zukünftig auf Reisen in den Süden sicherlich häufiger nach guten Ölen Ausschau halten.
Das ist ein guter Plan. Zusätzlich ist es hilfreich, sich mit einheimischen Gourmets zu unterhalten, da findet sich nämlich noch so mancher kleine Familienbetrieb, der wirklich hervorragende Öle - oft zu halbwegs moderaten Preisen - herstellt.
 
@Kingfisherteam + @Grillen mit stil
Nachdem mir jetzt noch jemand Gutes über das blaue 46° Parallelo erzählt hat, war ich so neugierig, dass ich es soeben in Italien bestellt habe. Ende der kommenden Woche soll es da sein, sogar die neue Ernte 2019/2020. Ich bin sehr gespannt wie es im Vergleich zu den anderen Ölen ist.

PS
Der Shop hat wirklich eine riesige Auswahl italienischer Öle: https://www.olivenoelausitalien.com/
 
Ich versuche es einmal mit Beispielen.

Wenn ich eine Languste anbrate, die eher süßlich schmeckt, ist etwas Fruchtigkeit durchaus erwünscht. Bei einem Weißfisch wie dem Steinbutt möchte ich ein ausbalanciertes Öl, das mit seiner Kraft nicht die feinen Geschmacksnuancen übertüncht. Bei einem Wagyu mit starker Marmorierung hingegen will ich keine Fruchtnoten und brauche keine Komplexität sondern primär Oliven-Power, so dass das Öl geschmacklich mit dem intensiven Fleisch mithalten kann.

Ich hoffe es ist nun etwas klarer.

mal eine andere Frage: man rät ja häufig davon ab, Olivenöl zum scharfen anbraten zu verwenden - hast du da andere Erfahrung / wie gehst du damit um?

Nutzt du es eher wie Butter nachher zum schwenken?
 
Ein super Testbericht :thumb2: Wir Lieben auch Olivenöl und haben schon so Einige probiert aber deine getesteten kannte ich noch nicht.
Am besten schmecken die Öle uns meist direkt vor Ort in Griechenland oder Italien.;)
 
mal eine andere Frage: man rät ja häufig davon ab, Olivenöl zum scharfen anbraten zu verwenden - hast du da andere Erfahrung / wie gehst du damit um?
Natives Olivenöl verträgt problemlos bis zu 180°C was für die meisten Brat- und Röstvorgänge vollkommen ausreicht. Für alles was darüber hinausgeht nutzen wir ein raffiniertes, aber dennoch qualitativ gutes Erdnussöl, was bis zu 230°C verkraftet. Da wir meist sowieso mit dem OHG oder Brenner bräunen, braucht man keine höheren Temperaturen.

Am besten schmecken die Öle uns meist direkt vor Ort in Griechenland oder Italien.;)
Das ist der normale Ferienbonus, im Urlaub vor Ort schmecken die Dinge fast immer besser als zu Hause ;-)
 
@Kimble: Ich empfehle eine schön "nussige" Tagliata, Onglet, oder Flank ohne jede Würzung, einen "Faden" 46° darauf und einen zum stippen daneben ... Jede weitere Beschreibung ist hierbei absolut überflüssig ... 46° ist die perfekte Ergänzung. Eine Offenbarung. Und das "Mosto" übertrifft das 46° noch um längen … ist aber, da sortenrein-unfiltriert nur kurzzeitig (Dez.-Febr,) erhältlich.

Grüße von einem, der in 1-2 Jahren seine Oliven bei Agririva für den Eigengebrauch (und Freunde) pressen lassen wird. leider ist die aktuelle Ausbeute noch zu gering, aber in 1-2-3 Jahren sind wir diesbezüglich "Selbstversorger" ;-)
 
Und das "Mosto" übertrifft das 46° noch um längen … ist aber, da sortenrein-unfiltriert nur kurzzeitig (Dez.-Febr,) erhältlich.
Das ist leider so gut wie gar nicht erhältlich, selbst der Shop mit jede Mengen Produkten von Agraria Riva del Garda hat es nicht. Dafür hat er ein Agraria Riva del Garda Olivenöl Extra Vergine Uliva 1111 für unfassbare 79 €/ 250ml (=316€/l) im Programm. :o Mit etwas Glück habe ich aber vielleicht doch eine italienische Quelle für die letzten Flaschen des MOSTO D'OLIO gefunden, Montag weiß ich mehr.

Grüße von einem, der in 1-2 Jahren seine Oliven bei Agririva für den Eigengebrauch (und Freunde) pressen lassen wird. leider ist die aktuelle Ausbeute noch zu gering, aber in 1-2-3 Jahren sind wir diesbezüglich "Selbstversorger" ;-)
Ich reserviere dann hiermit schon einmal eine Flasche :D

Ja das kann ich nur empfehlen. Wie oben schon erwähnt hat meine Familie 25 Jahre eigenes Öl in Griechenland produziert. Da kam qualitativ nichts in anderes ran!
Was ich mich dabei immer frage ist, wie man damit die Bandbreite der Öle abdecken kann. Wenn die Oliven am Hausbaum relativ fruchtig sind, kann ich daraus ja kein Bratöl für Lamm pressen.
 
@DarkRoast dann haben die mich hier veräpfelt oder einen Übersetzungsfehler: KLICK
Übersetzungsfehler ist es nicht, es scheint eine Sorte zu geben die so heisst: KLACK
 
@Kimble: Also vor etwa 3 Wochen gab es direkt im Shop in Riva del Garda noch 10-15 Fläschchen zu 250ml und 3-4 zu 5lt. Die zu 5 lt kosteten jeweils 99,00 Euro.

Eine 250er Mosto hätte ich noch hier bei mir. Wenn du sowieso nach Südtirol kommst, kannst sie dir hier bei mir inkl. einem Glas unserer Oliven in Salzlake abholen ... oder du bestellst es dir direkt über www.agririva.it

DSCF1052.JPG
 
10 von 10 Punkten für den Test :clap2:
Super Nachschlagewerk für den nächsten Olivenölkauf
Danke für Deinen Einsatz
 
@DarkRoast, @Luse: "Fantoio" bedeutet Ölmühle, das stimmt, es ist aber auch "die" gängigste unter den aromatischen "Zweinutzungs-Sorten" Italiens mit Ursprung Toscana. Etwa 3/4 unserer gut 80 Olivenbäumchen sind "Frantoio", der Rest sind (der besseren Bestäubung wegen) "Leccino".

Frantoio produnziert "mittelgroße" Oliven mit einer Maximalen Öl-Ausbeute von 20-22%. geschmacklich sehr fruchtig, mit Geruch nach frisch geschittenem Gras, angenehmer Schärfe und gering bis mittlerer Bitternis. Ideal für Öl und zum Einlegen der Oliven. Die Pflanze ist mit "kurzzeitig bis -8°c" relativ winterhart. Ideal für uns, denn tiefer wie -2°c wird es selten.

Leccino produziert etwas kleinere Oliven, jedoch mehr Früchte/Baum bei 18-20% Öl-Ausbeute. Das Öl ist relativ "neutral", kaum fruchtig, etwas grasig und kaum Bitternis. Ein ideales "Verschnitt-Öl". In Kombination mit Frantoio ergibt Leccino ein "rundes" Öl.
die Leccino-Pflanze ist dem Frantoio gegenüber etwas frost und Windresistenter. Das ist auch der Grund, warum ich die Leccinos an den etwas exponierteren Stellen stehen habe ... Sie sind meine "bestäubenden Windabweiser" ;-)

Zur Info, Die Industrie kauft das günstigere "Leccino-Öl" und impft es geringfügig mit den teuren aromatischen Ölen ... aber trotzdem ist sowas dann noch immer (wenn mind. 80% enthalten) "nativ extra" ... wenn dann 20% erhitztes zu gibst, bist immer noch gemäß EU in Ordnung ... Je größer der Betrieb, desto eher wird verschnitten.

Echtes, unverschnittenes "nativ extra" bedeutet für den Erzeuger "nur max 50%" ausbeute, will er die 100% erreichen, muss den "Abfall" (die "Sansa") nochmals mit über 40°c warmem Wasser aufmeischen, abfiltern und erneut mechanisch durchpressen. Das wären dann die "Brat-Öle" ... Somit bedeutet das in meinem Fall 100kg Oliven ergeben 10-12 kg extra-nativ für den eigengebrauch.

Agririva ist eine Bauern-Genossenschafft, für Nicht-Mitglieder wie mich kostet das pressen lassen von 100 kg Oliven 80.00 Euro ... Es ist somit eine "Lebenseinstellung" und kein Ökonomie-orientiertes Nischen-Geschäft. Ich mache das, weil der Olivenanbau übers Jahr am kl. Hof weniger Arbeit und finanziellen Aufwand mit sich bringt. Der Hof ist eh zu klein um davon leben zu können, somit minimieren wir die Ausgaben mit den Oliven gegen "null" und erhalten damit die Hofstelle für weitere Generationen ... denn die müssen nur mehr schneiden und ernten, die gr. Investitionen wurden ja schon getätigt.

Und in Bezug auf "Nachhaltigkeit" … Olivenbäume benötigen etwa 400lt Regenwasser m2/Jahr, Meran hat (langj. Mittelwert) 800-950 lt, wir sind somit (einmal gut angewachsen) auch in Punkto Wasserverbrauch mehr als nur "autark" ;-)
 
@Kingfisherteam
Vielen Dank für die aufschlussreichen Erläuterungen :thumb2:

Gut, dass Du das Thema "Geschmack der Oliven" erwähnt hast, denn das hatte ich unserem Test noch unterschlagen. Wir haben uns zusätzlich wenn möglich noch die passenden Olivensorten zu den jeweiligen Ölen besorgt, um ein Gefühl zu bekommen, wie weit das reinsortige Öl geschmacklich von der reinen Olive entfernt ist. Das war zur Einordnung und Benotung der Öl ebenfalls hilfreich, wenn man "das Original" kennt. Die großen Koroneiki-Oliven waren der Hammer :messer:

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@Kimble vorerst einmal danke fürs Testen!
Ich hab so im laufe der Jahre als Genussmensch so das eine oder andere gute Olivenöl zu kosten bekommen.
Mein Bruder bzw. Der Ritterorden dessen Mitglied er ist importieren Olivenöl und verkaufen es um Christen im Heiligen Land zu unterstützen. Aus diesem Grund hab ich ihm Anfangs einmal ein paar Flaschen für einen guten Zweck abgekauft. Immerhin 17,- für 500 ml. Ich muss ehrlich sagen, dass es für mein Geschmacksempfinden das beste Olivenöl ist, das ich je zu käuflich erworben habe. Seither beziehe ich meinen Jahresvorrat über den Ritterorden. (Im übrigen einer von zwei vom Vatikan anerkannten Orden)

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Lg. Alex
 
Ganz starker Beitrag! Olivenöl ist schon wirklich etwas ganz Besonderes!

Ich habe vor zwei Jahren im Urlaub einen kleinen Produzenten in den Marken entdeckt; seitdem nutzen wir kaum anderes... .
Im Sommer geht‘s wieder hin. Einmal Le Marche, immer Le Marche :-)

http://www.olioaleandri.com/
 
Hier tummeln sich ja viele Experten, was Olivenöl betrifft, deswegen frage ich mal hier...
Könnt Ihr per "Ferndiagnose" sagen, ob dieses Olivenöl halbwegs taugt?

https://www.olivenoel-morea.de/de/

Geht ums normale Kochen und so für Salate etc, also keine famosen Gourmetanwendungen :D
 
Eine ehrliche Antwort ?

Oliven sollten innerhalb der ersten 6 Stunden ab Ernte bei unter 30°c Lufttemperatur so schnell und schonend wie nur möglich verarbeitet werden. Jede Abweichung bringt einbusen in der Qualität. Die hier beschriebene Ölmühle ist ur-traditionell. Beim mahlen und einmeischen (notwendig damit sich die Flüssigkeiten von den Feststoffen lösen) vergeht viel Zeit. Zeit, die eine kleinere moderne Anlage in geschlossenen Kreisläufen (oxidation) durchläuft. Denn in den alten Mühlen oxidiert die Meische weil der ganze Vorgang (offen !!) einfach zu lange dauert. Nicht gut.

Dass sich eine kleine Kooperative keine kleine moderne Anlage leisten kann, lasse ich nicht gelten, denn ab einer stündlichen Produktionsmenge von 30 kg (für 10500,00 Neupreis) kann man sowas kaufen. Darin enthalen ist ein Zerkleinerer, ein Meischer, eine kühlbare (!!) Schnecken-Presse und eine Dekanter-Zentrifuge als Ölabscheider. Warum ich das weis? Weil ich nach einer gebrauchten 20kg/h seit geraumer Zeit ausschau halte ... Wer sie hat, gibt sie nimmer her.

Alles Andere was beschrieben wurde, also das Mischverhältniss zwischen halbreifen und reifen Oliven, entspricht einem hohen Qualitätsstandart.
 
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