@DarkRoast, @Luse: "Fantoio" bedeutet Ölmühle, das stimmt, es ist aber auch "die" gängigste unter den aromatischen "Zweinutzungs-Sorten" Italiens mit Ursprung Toscana. Etwa 3/4 unserer gut 80 Olivenbäumchen sind "Frantoio", der Rest sind (der besseren Bestäubung wegen) "Leccino".
Frantoio produnziert "mittelgroße" Oliven mit einer Maximalen Öl-Ausbeute von 20-22%. geschmacklich sehr fruchtig, mit Geruch nach frisch geschittenem Gras, angenehmer Schärfe und gering bis mittlerer Bitternis. Ideal für Öl und zum Einlegen der Oliven. Die Pflanze ist mit "kurzzeitig bis -8°c" relativ winterhart. Ideal für uns, denn tiefer wie -2°c wird es selten.
Leccino produziert etwas kleinere Oliven, jedoch mehr Früchte/Baum bei 18-20% Öl-Ausbeute. Das Öl ist relativ "neutral", kaum fruchtig, etwas grasig und kaum Bitternis. Ein ideales "Verschnitt-Öl". In Kombination mit Frantoio ergibt Leccino ein "rundes" Öl.
die Leccino-Pflanze ist dem Frantoio gegenüber etwas frost und Windresistenter. Das ist auch der Grund, warum ich die Leccinos an den etwas exponierteren Stellen stehen habe ... Sie sind meine "bestäubenden Windabweiser"
Zur Info, Die Industrie kauft das günstigere "Leccino-Öl" und impft es geringfügig mit den teuren aromatischen Ölen ... aber trotzdem ist sowas dann noch immer (wenn mind. 80% enthalten) "nativ extra" ... wenn dann 20% erhitztes zu gibst, bist immer noch gemäß EU in Ordnung ... Je größer der Betrieb, desto eher wird verschnitten.
Echtes, unverschnittenes "nativ extra" bedeutet für den Erzeuger "nur max 50%" ausbeute, will er die 100% erreichen, muss den "Abfall" (die "Sansa") nochmals mit über 40°c warmem Wasser aufmeischen, abfiltern und erneut mechanisch durchpressen. Das wären dann die "Brat-Öle" ... Somit bedeutet das in meinem Fall 100kg Oliven ergeben 10-12 kg extra-nativ für den eigengebrauch.
Agririva ist eine Bauern-Genossenschafft, für Nicht-Mitglieder wie mich kostet das pressen lassen von 100 kg Oliven 80.00 Euro ... Es ist somit eine "Lebenseinstellung" und kein Ökonomie-orientiertes Nischen-Geschäft. Ich mache das, weil der Olivenanbau übers Jahr am kl. Hof weniger Arbeit und finanziellen Aufwand mit sich bringt. Der Hof ist eh zu klein um davon leben zu können, somit minimieren wir die Ausgaben mit den Oliven gegen "null" und erhalten damit die Hofstelle für weitere Generationen ... denn die müssen nur mehr schneiden und ernten, die gr. Investitionen wurden ja schon getätigt.
Und in Bezug auf "Nachhaltigkeit" … Olivenbäume benötigen etwa 400lt Regenwasser m2/Jahr, Meran hat (langj. Mittelwert) 800-950 lt, wir sind somit (einmal gut angewachsen) auch in Punkto Wasserverbrauch mehr als nur "autark"
