• Du musst dich registrieren, bevor du Beiträge verfassen kannst. Klicke auf Jetzt registrieren!, um den Registrierungsprozess zu starten. Registrierte User surfen werbefrei, können Suchen durchführen und sehen die volle Darstellung des Forums mit vielen anderen Unterforen!!!

Wagyu Sauerland

JohnnyPirate

Fleischesser
Hallo Zusammen,

Vorweg: Dies ist mein erster Bericht überhaupt und zum Thema „Essen“ sowieso. Deshalb auch nicht wirklich die Erfahrung, wie andere in diesem Forum. Ich bitte um Nachsicht, möchte aber meine gemachte Erfahrung mit Euch teilen.

Letzten Samstag haben meine Frau und ich an einem Event teilgenommen, welches uns hellauf begeistern konnte. Die Rede ist von einem Tasting-Event bei Wagyu Sauerland (https://www.wagyu-sauerland.de) bei uns in Arnsberg. Im Vorfeld schon angeregt durch die diversen Berichte von @Sousvidebader und @Kimble bezüglich Wagyu-Wissen und Zubereitung, hatten wir bis jetzt immer Wagyu aus Düsseldorf von Otto-Gourmet (Kobe, Ozaki) geholt. Da uns dies immer ausgezeichnet geschmeckt hatte, waren wir auf das regionale Produkt gespannt. Der ganze Event dauerte offiziell vier Stunden. Darin enthalten war ein Menu mit fünf Gängen von verschiedenen Teilen des Tieres, eine Führung über Hof und Wiesen und natürlich die dazugehörigen allgemeinen Informationen zu Wagyu und und im speziellen zu Wagyu-Sauerland.

Zum Ablauf:

Wir kamen auf dem Hof an und wurden erst vom Hofhund und danach von Christoph herzlich empfangen und wurden sofort mit einem kühlen Getränk versorgt. Gegen 17:00 waren alle Gäste (unsere Gruppe zählte 16 Teilnehmer) da. Gestartet wurde mit einem Vorstellungskreis, bei welchem nebst Namen und Wohnort, auch die Wagyu-Erfahrung und die Teilnahmemotivation mitgeteilt wurde. Das war schon ein sehr spannender Auftakt und so versprach eine bunte Mischung der Teilnehmer ein gelungener Abend zu werden.



Es folgten die ersten beiden Gänge als Fingerfood.

Als Erstes gab es das Wagyu Tatar mit Kapern und Kartoffelchips

Tatar.jpg


Das Tatar war sehr dezent gewürzt, so dass mit dem messergeschnittenen Wagyufleisch für uns absolut stimmig war, da der Eigengeschmack des Rindes nicht übertüncht wird, sondern nur unterstrichen. Natürlich hätte ich auch gerne noch mehr davon gehabt, aber es kam ja bald darauf auch schon der Gang. Diesmal als Burger:
Burger 1.jpg


Burger 2.jpg


Burger 3.jpg


Burger 4.jpg


Burger geht immer und die Kombination von Büffel-Mozzarella mit Roasted Apple Grill Sauce und dem Zwiebel Chutney war einfach nur top.

Nach dem hervorragenden Start führten uns Christoph und Kati über Ihren Hof zu den weiblichen Tieren und erzählten uns etwas über die Herkunft der Rinder, die Blutlinien und die Problematiken bei der Zucht.
Kuh2.jpg

Kuh1.jpg


Nebenan lagen die wesentlich größeren Ochsen gemütlich in der Wiese und genossen ihr ruhiges Leben. Was schonmal sehr gute Voraussetzungen für eine gute Fleischqualität sind. Der Hof bietet ausreichend Hektar saftige Wiesen mit leichter Hanglage, so dass sich die Tiere (wenn ich richtig zugehört habe, aktuell 84 Stück) nach dem Wunsch von Christoph und Kati optimal bewegen können.


Ochse1.jpg

Die Tiere bleiben auch fast ganzjährig auf den Wiesen und futtern Gras. Die Ochsen kommen gegen Ende von drei Jahren für ein halbes Jahr in den Stall und erhalten kräftigeres Futter. Durch die eingeschränkte Bewegung und das energiereichere Futter wird erreicht, dass sich die Marmorierung stärker ausprägen kann. Danach geht es auf einem kurzen Weg zum Schlachthof.

Ochse3.jpg

Ochsen_fertig.jpg


Nachdem wir unsere nächste Bestellung noch im Stall besichtigen durften, gab es im Hofladen anschließend verschiedenste Teile und Marmorierung zu begutachten. Habe ich kein Bild davon gemacht.

Wir hatten schon einen Tag davor in der lokalen Zeitung gelesen, dass Wagyu-Sauerland den ersten Platz beim Deutschen Wagyu Fleisch Contest 2021 geschafft hatte.


Auszeichnung.jpg


Nach dem Rundgang war der nächste Halt ein langer, gedeckter Tisch gleich neben dem Grillbereich.



Tisch.jpg

Bei der Zubereitung konnte man dem Grillmeister Bjoern über die Schultern schauen und weitere Fragen stellen, welcher er sehr gerne beantwortete.

Fleisch 1.jpg


Fleisch2.jpg


Ich muss gestehen, für mich war die Zubereitung auf einer Feuertonne (oder doch nur Feuerplatte?) etwas Neues und da es am Abend doch schnell recht kühl wurde, zeigte sich später auch der gemütliche Effekt, wenn man mit mehreren Leuten drum herumstehen kann. Und schon hatte sich ein “Will-Auch-Haben“-Effekt bei mir im Kopf eingenistet. Leider will meine Frau keine Nr. 4 im Garten und ich müsste mich vorher von Einem trennen. Somit ist dieses Vorhaben erstmal Ad Acta gelegt.

Es folgten nun zwei Gänge, in welchem jeweils zwei Teile des Rindes im direkten Vergleich auf dem Teller platziert wurden.

Es wurde mit Filetspitze und einem Wagyu Tataki begonnen. Das Tataki war in diesem Fall ein als Steak geschnittenes Stück aus der Oberschale. Geschmacklich wieder beide Teile absolut super, von der Zartheit her hatte die Filetspitze natürlich die Nase vorn. Als Beilage gab es Grill-Karotten, Möhrengrün-Pesto und Kartoffeln. Auch das Gemüse hatte einen tollen Geschmack und hier gilt vor allem das Möhrengrün-Pesto hervorzuheben, welches ich zum ersten Mal gegessen habe. Und davor auch noch nie etwas davon gehört.
Gang1.jpg


Es folgten ein Rumpsteak und Hüftsteak. Für mich war hier das Rumpsteak aufgrund des zartschmelzenden Fettes der Gewinner. Komischer Weise war es für die Frau das Hüftsteak. Dazu ein Selleriepüree (man beachte die schwarzen Kugeln auf den ersten Bildern) und rote Beete-Chips (fast vergessen ein Foto zu machen).

Gang2.jpg


Was beide Gänge gemeinsam hatten war, dass es nach ein paar Minuten des Speisens einen Fleischnachschlag gab (geschätzt sieben Minuten nach Essensbeginn) und das Fleisch, egal welches Stück, nochmals merklich zarter wurde.

Nun wartete noch das Dessert auf uns. Dies bestand aus einem Taco mit Limmetencreme und Beeren.

Dessert.jpg

Aber die wichtigste Komponente fehlt noch. Als Topping gab es karamellisierter Wagyu-Bacon.
Bacon.jpg


Tja, was soll ich dazu schreiben. Es war ein sehr gelungener Abschluss und meine Güte war das lecker.

Natürlich kriegt man Lust zum Einkaufen und diese Möglichkeit wurde einem logischer Weise auch gegeben. Was haben wir gekauft? Wir haben uns Burger-Patties für den Geburtstag vom Sohnemann und eine Zunge gekauft. Wieso die Zunge? Weil ich das, was @Kimble ( hier als BBQ-Zunge vorgestellt hatte), ebenfalls im Smoker nachbauen möchte.

Wir waren gegen halb zwölf noch mit die Letzten am Tisch und durften noch Wagyu Trockenfleisch probieren, welches es leider noch nicht zu kaufen gibt. Vielleicht noch bisschen weniger Salz, aber ansonsten auch wieder top im Geschmack.

Fazit: Wir werden uns da auf jeden Fall wieder anmelden. Das hat so viel Spaß gemacht die Tiere zu sehen, zu streicheln und zu essen. Und die Qualität passt für uns auf jeden Fall.


Grüße

Stefan
 
Hallo JohnnyPirate,
schau doch mal bitte hier: Wagyu Sauerland. Da wirst Du fündig!
 
Toller Bericht! Danke
 
Ein sehr schöner und ausführlicher Bericht.

Sieht wirklich nach einem hervorragenden Event aus.

Gruß,

Hellboy76
 
Sehr schöner Bericht. Danke. Da wäre ich auch gerne dabei gewesen :messer: :thumb1:
Einen (oder auch 5 ) nennenswerten Absacker gab es nicht :pfeif:
 
Einen (oder auch 5 ) nennenswerten Absacker gab es nicht :pfeif:

Tatsächlich gab es den nicht, oder es wurde auch nicht explizit danach gefragt oder gewünscht. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, eigentlich ungewöhnlich für das Sauerland. Tut dem Ganzen aber kein Abbruch. Nebst Bier und anderen nicht alkoholischen Getränken, waren passender Rot- und Weißwein zu genügend vorhanden (Leider kein Foto gemacht). :glucker:
 
Hast du klasse gemacht. Dein Bericht vom Steak-Tasting hat mir gut gefallen. :thumb2:

Beim Sellerie vom Grill musste ich sofort an den Sellerie im Salzteig erinnert .

Eine Frage hätte ich noch, die du mir sicher beantworten kannst.

Was stehen den nun genau für Rassen auf dem Hof?
Im Shop finde ich dazu keinerlei Angaben. Es gibt ein Fleischpaket bei dem die Bezeichnung "Fullblood" angegeben ist.
Bei allen anderen Cuts steht nichts dazu ob es eben Fullblood, F1, F2, etc. ist.

Wurde euch das vielleicht bei der Hofführung gesagt ob hier Kreuzungen dabei sind oder nicht?
 
Danke für den tollen Bericht, das klingt wirklich spannend. Es freut mich, wenn wir euch etwas inspirieren konnten. Der Event sieht auf jeden Fall nach viel Spaß aus 👍
 
Ich habe den Hof Anfang 2020 besucht und meine, es wäre eine Kreuzung, will aber nichts falsches behaupten und finde nichts mehr auf der Homepage. Hatte damals die Patties gekauft, waren Ok aber der Wow Effekt wie beim Steak fehlte mir persönlich - und hatte Filet vorbestellt. Wartezeit sollte rund 4-5 Monate betragen aber es kam bis heute kein Lebenszeichen. Denke der Zettel ist einfach untergegangen. Der Beitrag ist klasse, glaube ich führe meine bessere Hälfte mal aus. Warum es aber Einweggeschirr für das Tatar gibt bleibt ein Rätsel, habe echt Probleme mit Holzgabeln, fast so fies wie diese Papierstrohhalme...
 
Warum es aber Einweggeschirr für das Tatar gibt bleibt ein Rätsel, habe echt Probleme mit Holzgabeln, fast so fies wie diese Papierstrohhalme...
Gehe ich zu 100% mit. Für mich gibt nichts schlimmeres als auf Einweg Holzgabeln zu beißen. Dasselbe gilt für Eis am Holzstiel. Papierstrohhalme gehen überhaupt nicht :frust: Ich habe deshalb tatsächlich immer ein zwei eigene (good old plastic oder Mehrweg) parat. Selbstverständlich verstaut in Gögas Tasche :pfeif: Die Nudeln als Strohhalm sind auch schon schlimm genug.
 
Was stehen den nun genau für Rassen auf dem Hof?
Wenn ich es noch richtig, bei all den erhaltenen Informationen, im Kopf habe, werden für die Zucht Samen der reinen Wagyu Blutlinien gekauft und eingesetzt, um der Inzucht-Problematik zu begegnen. Ich frage aber nochmals nach, nicht das ich das falsch verstanden habe und nun Käse erzähle.

Die Cuts werden auch nach der Marmorierung eingestuft. Wie genau und warum es nicht im Shop steht, frage ich ebenfalls nochmals nach.
 
Was stehen den nun genau für Rassen auf dem Hof?

Dazu habe ich folgende Antwort erhalten:

"..es ist immer wichtig, dass alle Blutlinien im Tier vertreten sind, das Tier also ausgeglichen ist, ein 100% Tajima Rind wäre zum Beispiel sehr klein und hätte nur sehr wenig Milch für sein Kalb. Deshalb haben unsere Tiere in der Regel zwischen 50-70% Tajima Anteil."

Wieso im Shop die Einstufung nicht steht, scheint wohl leider überlesen worden zu sein.
Trotz Ultraschallvoruntersuchung und ähnlichen Aktionen entscheidet sich das Marbling erst im Schlachthof.
Ja genau. Es werden zwischendurch Haarproben in Genlabore geschickt zur Untersuchung, womit man schon sehr genau sagen kann wie es wird. Am Schluss entscheidet aber auch die letzte Fütterung und Bewegungseinschränkung die Ausprägung. Diese fast weißen Wagyu-Stücke werden anscheinend durch, von Anfang an, durch energiereichere Nahrung und gezielter Bewegungseinschränkung erreicht. Im Sauerland fressen die Tiere ja erstmal nur das Gras von den Weiden und erst das letzte halbe Jahr ebenfalls energiereiche Nahrung, wo sich dann die Marmorierung weiter ausprägt.
 
Bravo 👍

Habe mir jedes Bild angesehen, den Text gelesen und förmlich verschlugen.

Manche Dinge muss man sich im Leben einfach mal gönnen.
 
Toller Bericht, danke für's mitnehmen!!!
 
Schöne Doku, und wenn du fragen zur Zunge hast kannst dich gerne melden, bzw wird das Rezept wohl in der nächsten Fire and Food landen
 
Zurück
Oben Unten