Hallo zusammen
Bevor ich starte erst einmal ein paar einleitende Worte:
Ich bin gestern auf einen Thread gestoßen, welcher sich u.a. mit der Frage beschäftigt, ob das Niveau, was die geposteten Gerichte angeht, den Bach runter geht. Sei es, weil es minderwertig, weil minderwertige Sachen, ist oder ob convinience eingesetzt wird. Das gilt auch, wie dies in Szene gesetzt wird. Denn oft wird, so der Vorwurf, viel Effekthascherei betrieben, um einfachste Sachen, effektvoll in Szene zu setzen. Hauptsache die Likes stimmen.
Da habe ich mir heute dann echt die Frage gestellt, kann, darf und soll ich meinen heutigen Kochversuch posten? Ist das, was ich hier mache, überhaupt kochen? Ist es vielleicht viel zu banal, weil viel zu einfach? Habe ich genug Mühe investiert damit es dem Anspruch genügt, gezeigt zu werden.
Ich war echt am Zweifeln, ob ich das wirklich einstellen soll. Habe mich dann aber dazu entschieden dies doch zu tun.
Eine kleine Vorwarnung vorweg muss ich aber aussprechen: Dieses Gericht enthält minderwertige Convinienceprodukte (Tomatenmark, geschroteter Pfeffer, Rinderfond). Es wurden auch keine BIO Produkte eingesetzt. Auch der Thymian wurde, zwar frisch, aber abgepackt gekauft.
So, jetzt kann es losgehen.
Hier ein kleines Gruppenfoto (Fleisch lag noch im Kühlschrank, Senf hatte ich vergessen dazuzustellen) :
Wie immer dachte ich mir: Auf einem Bein kann man nicht stehen. Setz mal die doppelte Menge an. Ok, war dann am Ende doch ein wenig viel
Die Menge reicht gut und gerne für 6-8 Personen.
Mengentechnisch waren das:
- 2.2 kg Rindergulasch aus der Keule
- knapp 2 kg Metzgerzwiebeln (leider gab es nur noch 6 Stück. Daher noch 2 weiße Zwiebeln dazugepackt)
- 1 kg Drillinge (Gewicht nach dem schälen)
- 6 Stiele Thymian
- 4 Pastinaken
- 5 große Möhren
- 2 Stangen Porree
- 2 Flaschen (0.33l) dunkles belgisches Bier. Da ich aber keins hatte wurde das gegen 2 Flaschen Köstritzer ausgetauscht
- 3 EL brauner Zucker
- 2 EL Senf (hatte Dijon Senf genommen)
- Salz und Pfeffer
- 800 ml Rinderfond
- Butter
- ein paar Knoblauchzehen (hatte 7 genommen)
- 2 EL Tomatenmark
- 4-5 Lorbeerblätter
Als Erstes wird das Gemüse geschnippelt.
Zwiebeln grob würfeln und den Knoblauch hacken
Pastinaken und Möhren würfeln. Porree in Ringe schneiden.
Booaah, kennt Ihr das? Da bist du Zwiebeln am schneiden und dann sowas?
Gefühlt, ist immer eine dabei
Dann geht es auch schon los mit dem Fleisch. Wie allgemein bekannt, immer portionsweise anbraten.
Und nein!!! Das Fleisch ist nicht grün!!! Das sieht nur so aus und war einer ungünstigen Lichtquelle zuzuschreiben.
Ja ich weiß. Die Qualität der sch... geposteten Handyfotos wurde auch schon angeprangert.
Jetzt das Fleisch wieder zurück in den Topf geben, gefolgt von den Zwiebeln und dem Knoblauch. Alles gut verrühren und für mindestens 10 Minuten mitbraten.
Das ist natürlich in einem Topf etwas schwierig. Dazu aber später mehr.
Das restliche Gemüse dazu.
Weiter anbraten. Dann, laut Rezept, ordentlich mit Salz und Pfeffer würzen.
Und damit fing das Dilemma an. Was bedeutet ordentlich würzen?
Der Topf, bis 1 cm unter dem Rand, fasst 8 Liter. Zu dem Zeitpunkt war er bis
zur 5 Liter Marke gefüllt. Nur das Fleisch und jede Menge Gemüse.
Also habe ich 3 EL Meersalz und 2 EL Pfeffer dazugegeben.
Das das "ein wenig" drüber war, habe ich erst später gemerkt.
Nachdem ich dann alles gut verrührt hatte, kamen das Tomatenmark, der Senf und Zucker dazu.
Ihr ahnt es. Alles wieder gut unterrühren.
Nun mit dem Rinderfond und dem Bier ablöschen und 4-5 Lorbeerblätter dazugeben.
Tja abgeschmeckt und ...
Wobei, wirklich versalzen war es nicht. Es war, schwer zu beschreiben, eher sehr kräftig.
Also an Großmutter erinnert. Wenn etwas zu salzig ist, nimm ne rohe, geriebene Kartoffel.
Habe 4 genommen, da die Drillinge ja nicht gerade die Größe von Bullenklöten haben.
Hat nicht wirklich viel gebracht, außer, dass alles jetzt anfing einzudicken. Also Wasser dazu.
Erst ein Becher, dann zwei. Nope, keine große Änderung. Einen weiteren EL Zucker rein. Nix.
Ok, dafür war alles wenigstens wieder etwas dünner geworden. Allerdings, für mein Empfinden,
zu flüssig. Also etwas Stärke in kaltem Wasser aufgelöst und nochmal einen halben Becher rein.
Jetzt passte es halbwegs. Dann kann es ja weitergehen.
Den Topfinhalt in einen Bräter geben.
WTF?!?! Ihr fragt Euch jetzt bestimmt, wieso gibt der Vollhorst jetzt alles aus dem Topf in den Bräter?
Wieso setzt er nicht direkt alles darin an? Die Antwort ist relativ banal. Der Boden vom Bräter setzt nicht
wirklich plan auf dem Herd auf. Außerdem ist die Zone für den Bräter auf dem Herd, knapp 1/3 kleiner
als der Bräter. Das macht es recht anstrengend.
Wie dem auch sei. Der Bräter kommt jetzt, mit Deckel, für knapp 2 Stunden in den vorgeheizten Backofen (160°C Umluft).
In der Zwischenzeit die Kartoffeln schneiden oder hobeln.
Den Brater aus dem Backofen holen...
... einmal umrühren und mit den Kartoffelscheiben belegen.
Alles wieder für ca. 45 Minuten in den Backofen stellen. Der Deckel bleibt aber diesmal runter.
Nach knapp 30-35 Minuten den Bräter aus dem Backofen holen...
... und mit der geschmolzenen Butter (habe ich nicht abgewogen. Müssten so um die 50g gewesen sein) bestreichen sowie dem Thymian belegen.
Alles nochmal für die restlichen 15 Minuten in den Ofen schieben.
Hier mal ein Blick in den Ofen
Und dann kann serviert werden.
Hier mal ein paar effekthascherische Fotos...
Und natürlich das obligatorische Tellerbild.
So Ihr Lieben. Das war (eigentlich) eine echt geile Nummer. Das mit dem Salz ist natürlich meine eigene Schuld gewesen. Das hat das ganze nur unnötig verkompliziert. Ich vermute mal, dass die viele Flüssigkeit mit schuld daran hatte, dass die Kartoffeln leider etwas eingesunken sind. Oder ich hätte doch noch etwas mehr abbinden müssen. Who knows...
Ich denke auch, dass, aufgrund der größeren Fläche, das Anbraten besser klappen würde. Hätte ich das denn direkt alles im Bräter angesetzt. Vielleicht kaufe ich mir auch mal einen Neuen.
Unterm Strich hat es aber allen geschmeckt. Aber letztendlich: Der größte Kritiker bin noch immer ich selber.
So und jetzt Feuer frei für Eure Kritik. Mir soll ja keiner nachsagen, ich würde das hier alles nur für Klicks und Likes einstellen.
Danke für's reinzappen
LG
Jörg
Bevor ich starte erst einmal ein paar einleitende Worte:
Ich bin gestern auf einen Thread gestoßen, welcher sich u.a. mit der Frage beschäftigt, ob das Niveau, was die geposteten Gerichte angeht, den Bach runter geht. Sei es, weil es minderwertig, weil minderwertige Sachen, ist oder ob convinience eingesetzt wird. Das gilt auch, wie dies in Szene gesetzt wird. Denn oft wird, so der Vorwurf, viel Effekthascherei betrieben, um einfachste Sachen, effektvoll in Szene zu setzen. Hauptsache die Likes stimmen.
Da habe ich mir heute dann echt die Frage gestellt, kann, darf und soll ich meinen heutigen Kochversuch posten? Ist das, was ich hier mache, überhaupt kochen? Ist es vielleicht viel zu banal, weil viel zu einfach? Habe ich genug Mühe investiert damit es dem Anspruch genügt, gezeigt zu werden.
Ich war echt am Zweifeln, ob ich das wirklich einstellen soll. Habe mich dann aber dazu entschieden dies doch zu tun.
Eine kleine Vorwarnung vorweg muss ich aber aussprechen: Dieses Gericht enthält minderwertige Convinienceprodukte (Tomatenmark, geschroteter Pfeffer, Rinderfond). Es wurden auch keine BIO Produkte eingesetzt. Auch der Thymian wurde, zwar frisch, aber abgepackt gekauft.
So, jetzt kann es losgehen.
Hier ein kleines Gruppenfoto (Fleisch lag noch im Kühlschrank, Senf hatte ich vergessen dazuzustellen) :
Wie immer dachte ich mir: Auf einem Bein kann man nicht stehen. Setz mal die doppelte Menge an. Ok, war dann am Ende doch ein wenig viel
Die Menge reicht gut und gerne für 6-8 Personen.
Mengentechnisch waren das:
- 2.2 kg Rindergulasch aus der Keule
- knapp 2 kg Metzgerzwiebeln (leider gab es nur noch 6 Stück. Daher noch 2 weiße Zwiebeln dazugepackt)
- 1 kg Drillinge (Gewicht nach dem schälen)
- 6 Stiele Thymian
- 4 Pastinaken
- 5 große Möhren
- 2 Stangen Porree
- 2 Flaschen (0.33l) dunkles belgisches Bier. Da ich aber keins hatte wurde das gegen 2 Flaschen Köstritzer ausgetauscht
- 3 EL brauner Zucker
- 2 EL Senf (hatte Dijon Senf genommen)
- Salz und Pfeffer
- 800 ml Rinderfond
- Butter
- ein paar Knoblauchzehen (hatte 7 genommen)
- 2 EL Tomatenmark
- 4-5 Lorbeerblätter
Als Erstes wird das Gemüse geschnippelt.
Zwiebeln grob würfeln und den Knoblauch hacken
Pastinaken und Möhren würfeln. Porree in Ringe schneiden.
Booaah, kennt Ihr das? Da bist du Zwiebeln am schneiden und dann sowas?
Gefühlt, ist immer eine dabei

Dann geht es auch schon los mit dem Fleisch. Wie allgemein bekannt, immer portionsweise anbraten.
Und nein!!! Das Fleisch ist nicht grün!!! Das sieht nur so aus und war einer ungünstigen Lichtquelle zuzuschreiben.
Ja ich weiß. Die Qualität der sch... geposteten Handyfotos wurde auch schon angeprangert.
Jetzt das Fleisch wieder zurück in den Topf geben, gefolgt von den Zwiebeln und dem Knoblauch. Alles gut verrühren und für mindestens 10 Minuten mitbraten.
Das ist natürlich in einem Topf etwas schwierig. Dazu aber später mehr.
Das restliche Gemüse dazu.
Weiter anbraten. Dann, laut Rezept, ordentlich mit Salz und Pfeffer würzen.
Und damit fing das Dilemma an. Was bedeutet ordentlich würzen?
Der Topf, bis 1 cm unter dem Rand, fasst 8 Liter. Zu dem Zeitpunkt war er bis
zur 5 Liter Marke gefüllt. Nur das Fleisch und jede Menge Gemüse.
Also habe ich 3 EL Meersalz und 2 EL Pfeffer dazugegeben.
Das das "ein wenig" drüber war, habe ich erst später gemerkt.
Nachdem ich dann alles gut verrührt hatte, kamen das Tomatenmark, der Senf und Zucker dazu.
Ihr ahnt es. Alles wieder gut unterrühren.
Nun mit dem Rinderfond und dem Bier ablöschen und 4-5 Lorbeerblätter dazugeben.
Tja abgeschmeckt und ...
Wobei, wirklich versalzen war es nicht. Es war, schwer zu beschreiben, eher sehr kräftig.
Also an Großmutter erinnert. Wenn etwas zu salzig ist, nimm ne rohe, geriebene Kartoffel.
Habe 4 genommen, da die Drillinge ja nicht gerade die Größe von Bullenklöten haben.
Hat nicht wirklich viel gebracht, außer, dass alles jetzt anfing einzudicken. Also Wasser dazu.
Erst ein Becher, dann zwei. Nope, keine große Änderung. Einen weiteren EL Zucker rein. Nix.
Ok, dafür war alles wenigstens wieder etwas dünner geworden. Allerdings, für mein Empfinden,
zu flüssig. Also etwas Stärke in kaltem Wasser aufgelöst und nochmal einen halben Becher rein.
Jetzt passte es halbwegs. Dann kann es ja weitergehen.
Den Topfinhalt in einen Bräter geben.
WTF?!?! Ihr fragt Euch jetzt bestimmt, wieso gibt der Vollhorst jetzt alles aus dem Topf in den Bräter?
Wieso setzt er nicht direkt alles darin an? Die Antwort ist relativ banal. Der Boden vom Bräter setzt nicht
wirklich plan auf dem Herd auf. Außerdem ist die Zone für den Bräter auf dem Herd, knapp 1/3 kleiner
als der Bräter. Das macht es recht anstrengend.
Wie dem auch sei. Der Bräter kommt jetzt, mit Deckel, für knapp 2 Stunden in den vorgeheizten Backofen (160°C Umluft).
In der Zwischenzeit die Kartoffeln schneiden oder hobeln.
Den Brater aus dem Backofen holen...
... einmal umrühren und mit den Kartoffelscheiben belegen.
Alles wieder für ca. 45 Minuten in den Backofen stellen. Der Deckel bleibt aber diesmal runter.
Nach knapp 30-35 Minuten den Bräter aus dem Backofen holen...
... und mit der geschmolzenen Butter (habe ich nicht abgewogen. Müssten so um die 50g gewesen sein) bestreichen sowie dem Thymian belegen.
Alles nochmal für die restlichen 15 Minuten in den Ofen schieben.
Hier mal ein Blick in den Ofen
Und dann kann serviert werden.
Hier mal ein paar effekthascherische Fotos...
Und natürlich das obligatorische Tellerbild.
So Ihr Lieben. Das war (eigentlich) eine echt geile Nummer. Das mit dem Salz ist natürlich meine eigene Schuld gewesen. Das hat das ganze nur unnötig verkompliziert. Ich vermute mal, dass die viele Flüssigkeit mit schuld daran hatte, dass die Kartoffeln leider etwas eingesunken sind. Oder ich hätte doch noch etwas mehr abbinden müssen. Who knows...
Ich denke auch, dass, aufgrund der größeren Fläche, das Anbraten besser klappen würde. Hätte ich das denn direkt alles im Bräter angesetzt. Vielleicht kaufe ich mir auch mal einen Neuen.
Unterm Strich hat es aber allen geschmeckt. Aber letztendlich: Der größte Kritiker bin noch immer ich selber.
So und jetzt Feuer frei für Eure Kritik. Mir soll ja keiner nachsagen, ich würde das hier alles nur für Klicks und Likes einstellen.
Danke für's reinzappen

LG
Jörg


die Kartoffelschnitz hascht aber nicht mehr gesalzen 

