Im letzten Jahr gab es bei mir noch eine ganze Reihe von Neuzugängen im Kochbuch-Regal, die ich hier nicht näher erwähnt habe, da ich mich meist auf die Highlights beschränke. Eines dieser Highlights habe ich Euch jedoch unterschlagen und möchte es nun vorstellen:
Fermentation
von Heiko Antoniewicz,
Die schlechte Nachricht vorab: Das Buch ist derzeit in Deutschland vergriffen und nur über die italienische Libro-Nostra erhältlich, wie ich von @DarkRoast erfahren habe. Nichts desto trotz sollte es in keiner Bibliothek für anspruchsvolle Küche fehlen.
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Zu Heiko Antoniewicz brauche ich wohl nicht mehr viel schreiben, er ist die Phalanx der deutschen Avantgarde-Küche und ein Spezialist für moderne Kochtechniken. Das einige Beiträge vorher erwähnte Umami-Buch zeigt das wieder eindrucksvoll. Der Aufbau des Buchs „Fermentation“ ähnelt insoweit seinen anderen Büchern.
Zunächst gibt es einen theoretischen Teil von 35 Seiten, der die Grundlagen des Themas beleuchtet. Dieser ist gut verständlich geschrieben und behandelt alle Themen. Wer jedoch wissenschaftliche Tiefe erwartet, ist hier fehl am Platze. Man findet aber alle Informationen, die man für das grundlegende Verständnis und die praktische Umsetzung benötigt.
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Wie bei allen Büchern von Heiko Antoniewicz wird eine (semi)professionelle Küche vorausgesetzt. Vom Dörrautomat über einen SV-Garer bis zur Nutzung von Gellan und Xanthan wird vieles erwartet, was man notfalls allerdings mit anderen Mitteln lösen kann. Es sind eben all die Geräte und Produkte, die in der heutigen Spitzenküche Verwendung finden, ohne dass man jedoch so abgedrehte Dinge wie in seinem Buch „Verwegen kochen“ (Rotationsverdampfer & Co) benötigt. Mit einer ambitionierten Hobbyküche sollte alles kein Problem sein
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Interessant ist sicherlich auch, dass der Klassiker der Fermentation (das Bier) besprochen wird. Dazu gibt es sogar ein paar Rezepte
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Die Rezepte klingen durchweg großartig und gehen quer durch alle Kochstile. Sie eint, dass sie nicht simpel aber trotzdem nicht zu komplex sind. Es sind keine verspielten „Streberteller“ sondern klar fokussierte Gänge, bei denen das Thema Fermentation eindrucksvoll in Szene gesetzt wird.
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Wer sich für das Thema Fermentation interessiert und etwas mehr als Sauerkraut oder Kimchi auf den Teller bringen will, liegt mit diesem Buch richtig. Man erfährt zwar keine chemischen Reaktionsgleichungen, dafür gibt es aber genügend Inspiration für Gerichte auf hohem Niveau mit fermentierten Produkten.
Eine klare Empfehlung für jeden, der das Thema Fermentation in der ambitionierten Küche umsetzen will.