Heute bekam ich von
@Mise en Place ein Buch geschenkt, das mir sehr gut gefällt und ich daher direkt komplett durchgearbeitet habe. In bin zwar beim Thema Rezensionen mit mindestens einem Dutzend Büchern aus dem letzten Jahr noch in Rückstand, aber irgendwann muss man ja mal wieder anfangen. Wie schon an anderer Stelle erwähnt, kochen wir derzeit auch in der Woche mittags trotz begrenzter Zeit möglichst immer frisch, wozu wir uns oftmals aus den
Schneller Teller Büchern von Stevan Paul (zu denen ich auch noch eine Rezension schreiben muss

) inspirieren lassen.
Das im Herbst erschienene
Koch was draus!: Was Spitzenköche aus 5 Zutaten zaubern sattelt ebenfalls auf den Trend der schnellen Küche auf für eine rastlose Gesellschaft, die immer weniger Muße zum Kochen aufbringt. Man könnte zunächst einmal einen Abklatsch der Jamie Oliver-Reihe mit seiner „5 Zutaten Küche“ oder „15 Minuten Küche“ und vieler ähnlicher Bücher vermuten, nur dieses Mal mit deutschen Köchen. Die Inspiration rührt sicherlich daher, nur stammen die Rezepte in diesem Falle von echten Spitzenköchen wie Mizja Birlo, Thomas Bühner, Sarah Henke und ihrem Mann Christian Eckhardt, Thomas Martin, Sascha Stemberg oder auch Spitzen-Pâtissier Andy Vorbusch.
Dementsprechend richtet sich das Buch eher nicht an kulinarische Grundschüler wie bei Oliver, sondern an etwas fortgeschrittene Köche, die die Grundtechniken beherrschen, wissen wie man gart und brät, und für die Isi-Whip und SV-Garer kein Fremdwort sind. Es bewegt sich dabei alles noch im Rahmen dessen, was ein Hobbykoch heutzutage in der Küche macht, es ist also keine Profi-Küche mit angeschlossenem Chemie-Labor wie bei
Heiko Antoniewicz notwendig. Die meisten, die hier gerne am Herd oder Grill stehen, werden problemlos damit zurechtkommen. Es ist nur kein Buch für die 18jährige Studentin, die nun erstmals selbst kochen muss.
Dabei bieten die Rezepte eine große Bandbreite von simpel
über scheinbar simpel
bis zu abgefahrenem Kram (natürlich von unserem Patti Andy

), dessen Überschrift eher 5 Stunden als 5 Zutaten lauten müsste.
Die Gerichte liegen insgesamt (mindestens) ein Level über denen aus „schneller Teller“, sind jedoch zumeist doch relativ einfach zuzubereiten, wenn man am Vorabend das Mise en Place erledigt hat. Vor allen Dingen sind die Zutaten absolut alltagsgerecht, so dass man sie problemlos nach Feierabend in einem gut sortierten Supermarkt einkaufen kann. Der Aufwand ist also deutlich geringer als bei klassischer Sterneküche, nichts desto trotz sind die Gerichte vom Ergebnis her auf so hohen Niveau, dass ich sie jederzeit Gästen anbieten würde.
Was mir besonders gut gefällt ist, dass die Autorin der Versuchung widerstanden hat, ein buntes Sammelsurium der Rezepte zuzulassen, was schnell zu einer reinen Selbstdarstellung der Köche werden kann, sondern fast jeder Koch ein Produkt in den Mittelpunkt stellt, zu dem er jeweils 3 Rezepte einbringt. Dazu gibt es dann etwas Produktkunde, ein paar Tipps vom Koch dazu und ein paar persönliche Sätze zum Thema „Küche“, ohne ins Plaudern zu verfallen. So steht beispielsweise bei Andy Vorbusch die Rote Bete im Vordergrund, bei Christian Eckhardt der Sellerie und bei Sacha Stemberg die Gurke
Fazit:
Koch was draus!: Was Spitzenköche aus 5 Zutaten zaubern ist eine klare Empfehlung für jeden, der sich für gutes Essen interessiert, aber nicht Stunden mit Einkaufstouren und in der Küche zubringen möchte. Mit 5 Komponenten wie in der Überschrift suggeriert, kommt man zwar nicht hin, aber der Aufwand hält sich noch in Grenzen. Wer neue Ideen auf hohem Niveau sucht, die sich relativ einfach umsetzen lassen, ist hier genau richtig. Das Buch ist eine tolle Ergänzung zum „Schnellen Teller“, auch wenn manche Teller hier nicht ganz so „schnell“ sind.