Riesling GGs kann man auch schon jung trinken (zB. St. Antony hab ich dieses Jahr mehrmals jung getrunken), richtig Spaß machen sie aber nach etwas Kellerreife.
Die Reifedauer hängt natürlich wie immer vom jeweiligen Wein ab. Ich würde sagen, als Faustregel liegt man mit +/- 10 Jahren nicht schlecht. Eher opulente Rieslinge wie Wachauer Smaragde oder Rheingauer GGs (ja, auch da gibt es Ausnahmen, klar) würde ich generell länger liegen lassen als filigranere. Man kann auch trockene Rieslinge wirklich lange reifen lassen, auf einem der Bilder ist zB. ein Hirtzberger Singerriedel aus dem Jahr 1991, der war noch absolut frisch, ich denke, der kann nochmal 20 Jahre liegen. Auch Breuer Schlossberg hab ich zB. schon öfter aus den 1990er Jahren getrunken, alle waren ausnahmslos herausragend. Restsüße Rieslinge können natrülich eher noch länger liegen.
Hier muss ich aber sagen, dass ich zB. Riesling Kabinett auch sehr gerne jung trinke, da gefallen mir die Reifetöne nicht bei allen Weinen gut, das ist auch jung ein Erlebnis. Ich hatte die letzten 2 Jahre sicher mindestens fünf- oder sechsmal Egon Müller Schartzhofberg Kabinett aus den Jahren 2015-2018, das ist ein jung ein unfassbar genialer Wein, der -für mich- von Reife nicht unbedingt profitiert. Das heißt natürlich nicht, dass man den Wein nicht weglegen kann, der wird später auch noch genial sein, dann halt aber anders.
Bei Chardonnay und v.a. Chablis im Speziellen bin ich bei weitem nicht so "eingetrunken", da können dir andere möglichweise besser weiterhelfen. Meine Erfahrungen sind, dass gerade im Chablis kleinere Winzer, die auch großen Lagen haben, meist eine gute Wahl sind. Den Vaudésir oben fand ich zB. sensationell. Auch die Stilistik von de Moor mag ich beispielsweise gerne, die Weine sind auch sehr bezahlbar.
Die richtigen Granaten wie der Raveneau oben sind halt leider am Sekundärmarkt preislich so durch die Decke gegangen, dass man da maximal mal in einem Restaurant ein Schnäppchen machen kann, wenn sowas zu einem erschwinglichen Preis auf der Karte ist.