sodele, gestern war wieder Drückjagd. Winterwunderland und angeblich grassiert Magen/Darm.

Alles Memmen, nur die Hälfte war da. Selbst von den Treibern, die ja bekanntermaßen nicht so verweichlicht sind.
Verweichlicht. Gutes Stichwort. Jagd im Schnee ist ja nett und schön, aber das Anziehen hat ja was von Ritterrüstung. Gefütterte Gorelaufhose, dann die warme Winterwolfskin und obendrüber die warme Jagd-Überziehhose. In den Stiefeln die Heizsohlen und Heizpäds unter die Zehen geklebt.
Für obenrum Gore-Leibchen, dann einen dicken atmungsaktiven Laufpulli in Signalgelb. Dann einen dicken Fleece-Hoodie und als Deckschicht die dicke Fleecesignaljacke.
Zwei Paar Händeheizpäds in die Taschen. Signalschlumpfenkappe nicht zu vergessen.
Solcherart gerüstet für das Kommandounternehmen ziehe ich los. Standheizung im Auto auf halb 7, um 7 Auto frei, mit den Hunden eine anständige Morgenrunde. Das war allerdings vor der Ritterrüstungsverkleidung.
Halb 9 sammeln, halb 10 stehe ich. Und es passiert einfach nix. Außer 4 Böcken, die bei mir vorbei kommen. Genau am Ende, ich habe gerade ein Schmalreh im Visir, es wird abgeblasen. Dadurch aufgeschreckt springt das Schmalreh ab. Ich hab es ziehen lassen, wild hinterherschießen nicht ohne Not.
Am Ende liegen 3 Sauen. Es hätten mehr sein können, wenn die Hunde nicht im Schnee stecken geblieben wären.
Danach heim, Hunde holen, Nachsuche auf ein Reh. Ihr werdet lachen. Reh liegt im Wundbett, danach nichts mehr. Kein einer Tropfen Schweiß. In weitem Umkreis nichts.
Absout gar nichts. Außer reichlich vielen Hundespuren.
Der Hund hat ja bekanntermaßen immer recht. Also zumindes bei der Nachsuche. (Frau Braun, mit der ich gesucht habe, möchte diese Feststellung, also mit dem immer recht haben, gerne auf alle Lebensbreiche ausdehnen, das aber nur am Rande.) ALso - Wundbett, Schweiß ohne Ende, aber kein Reh.
Frau Braun zieht mich weiter ins Gestrüpp, Bormbeeren und alles was sonst noch keine Freude macht. Kein Schweiß, dafür aber Hundespuren.
Ich beginne zu zweifeln und denke darüber nach, ob sie sich von den Hundepfoten hat verleiten lassen, als ich lautes Rufen höre. Ein Hund war noch abgängig und die Treiber sind los, um ihn einzufangen.
Vor einem Drückjagdbock lag das Reh. Und der Hund. Der sah ziemlich zufrieden und satt aus. Nicht zu ändern. Aber wieder mal beweist es sich, bei der Nachsuche sagt der Hund, was läuft.