Schmalreh tot.
Reicht das? Nein? Etwas genauer? Na gut....
Ich war bei einem Freund eingeladen. Der Raps ist ausgesät, treibt langsam das erste Kraut, eine unfallträchtige Schnellstraße ist nicht weit, dafür aber alle Sparziergänger, Radfahrer, Reiter, Hundemuddis & co. Die Freigabe war weit gefasst.
Gegen 6 Uhr besteige ich den Sitz und harre der Dinge, die da kommen mögen. Sonnenuntergang gegen 7 Uhr. Ich besteige in schwindelerregender Höhe den Sitz, richte mich ein und beginne zu harren, wobei mir die Gedanken zum Glück sehr schnell abschweifen.
10 nach 6. Auf 130 Metern kommt eine Geis mit 2 Kitzen aus dem Wald und zieht auf die Fläche. Ich beobachte die drei über eine halbe Stunde, ab und an die Entfernung gemessen. Ich lasse sie auf rund 60 Meter rankommen und schaue mir die Kitze genauer an.
Warum weiß ich nicht, aber unvermittelt springen sie ab, sind auf meinen Pfiff bei etwa 100 Meter stehen geblieben, aber das war mir alles zu hektisch und insbesondere wären im Schuß zwei von den dreien ab, das wollte ich so dann nicht.
Also lasse ich sie ziehen. Während ich darüber nachdenke, warum die abgesprungen sind, sehe ich auf der anderen Seite ein einzelnes Reh aus der Hecke kommen.
Ich spekuliere, ob es vllt. das Schmalreh sein könnte, das ich im Sommer schon gelegentlich gesehen habe. Das Licht ist noch gut, ich habe viel Zeit zum Ansprechen.
So gut das halt auf 220 Meter geht. Langsam zieht das Stück näher, erst war es nur ein vager Eindruck, der sich dann aber im Laufe der nächsten halben Stunde zusehens gefestigt hat. Ja, Schmalreh.
7 Uhr. Noch eine Stunde Zeit und es sind noch 150 Meter. Nicht so gut. Aber schaumer mal. Das Ansprechen war erledigt, nun hieß es, das Stück nicht mehr aus den Augen zu lassen und zu hoffen, daß es näher zieht.
Um 5 vor 8 bricht der Schuß auf 80 Meter. Und das Reh zusammen. Ich habe direkt neben dem Sitz geparkt, nach dem Schuß bricht Frau Braun im Auto in Kriegsgeschrei aus....
Ich greife in den Rucksack, krame den Sauerkrautsaft raus. Dann ein Kontrollblick durch den Nachtkuck, ja, liegt.
Also gemütlich den Sauerkrautsaft genuckelt, dabei zusammenpacken. Am Auto angekommen erst die Waffe und Rucksack wegräumen, die Gummistiefel anziehen, Frau Braun an die lange Nachsucheleine und los. Nicht daß die Suche nötig gewesen wäre, aber ich wollte ihr den Erfolg gönnen.
Es liegt ein Schmalreh mit 14,5 Kilo. Aufladen, Aufbrechen und im warmen Zustand abziehen und grob zerlegen hab ich daheim erledigt. Um halb 10 war alles erledigt und wieder sauber.....
Unspektakulär, aber erfolgreich. Und - man glaubt es kaum - bumundum gibt es doch noch. Einschuß rechts mittig 2 Finger hinter dem Blatt, genau auf einer Rippe

, Ausschuß Tiefblatt links, unterhalb des Ellbogens hat es den Knochen durchschlagen.