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Messer wieder scharf machen oder neue kaufen?

Warum soll ich Kfz-Mechaniker lernen, nur weil ich mit dem Auto von Hamburg nach München fahren möchte?
Es hat ja niemand gesagt, dass du Messerbauer werden sollst, um deine Messer scharf zu halten. Es geht ums Anwenden, nicht um's herstellen. Das Auto musst du auch erstmal fahren lernen und dazu gehört auch, dass man es pflegt: Tanken, waschen, Ölwechsel, Winterreifen usw.

Was ist denn soviel einfacher am Lansky? Die Führungsstange hilft den Winkel zu halten. Mehr ist es nicht. Zum Winkel halten auf Steinen gibt es Schleifhilfen. Dafür muss man beim Lansky das Messer einspannen. Stange am Tisch ausrichten. Winkelloch suchen. Aufpassen, dass man nicht rausrutscht. Nachoben schieben, dann abheben, nach oben schieben usw. Also automatisch geht da auch nichts. Und du hast mini-Steine. Dass Schleifen auf dem Stein kompliziert sei, ist wahrscheinlich eine Legende, die von Schleifsetherstellern unters Volk gebracht wurde. (Nee, stimmt nicht. Eher von Schleifsteinmuffeln)

Klar: ist toll, wenn man es kann... aber muss man das lernen, nur weil man einen Satz scharfe Messer braucht?
Deinen Lansky musst du auch bedienen lernen. Und ja - wenn man seine Messer nicht zum schärfen weggeben will, sollte man sich eine Form des Schleifens aneignen, mit System oder ohne spielt nicht so die Rolle. Wie machst du das bei härteren Messern? Jedes Mal das Lansky rauskramen, wenn die Schärfe etwas nachlässt? Mit dem Naturstein geht das echt flott.

Musste mich neulich eines Besseren belehren lassen, als meine eigene Mutter auf ner Glasplatte zu schneiden anfing...:frust:
Ja. Mütter sind sind so Spezialisten. Kann aber am Geschlecht und am Muttersein nicht liegen. Meine Mutter hat das auch gemacht. Als ich sie darauf angesprochen habe, meinte sie, irgendjemand hätte gesagt, das sei extra ein Glas, das Messer nicht abstumpft. Jemine! Und Feuer ist wahrscheinlich gar nicht heiß.
 
Komplizierter Weg: Umgang mit Schleifstein erlernen.
Einspruch!!! ..... was ist denn am Umgang mit Schleifsteinen kompliziert? Es ist einfach nur eine Übungssache. Komplizierter war es am Anfang, sich durch die verschiedenen Stahlsorten durchzuarbeiten um zu verstehen, warum manche Messer nicht richtig scharf werden oder warum sie schnell wieder stumpf wurden. Ich hätte da tausende von Sachen, die für mich komplizierter zu erlernen waren, als das Schleifen mit Schleifsteinen.
 
Also ich schleife am liebsten auf japanischen Wassersteinen mit weicher Bindung.
Einer in 1000 einer in 6000 dazu streichriemen und Chromoxid Paste.
Wenn es um billige Messer geht hab ich einen Scheppach Nassschleifer der gute Dienste leistet.
Ich nutze King Steine möglichst große wobei 20x5cm das mindeste sein sollte das erleichtert das führen und ein fördert ein gutes schliffbild.
Die weiche Bindung führt dazu das die Steine immer Scharfhausen sind da der Korund schnell freigegeben wird, bis 68 HRC kann man mit Korund schleifen.
Wichtig ist mMn noch das man die seien regelmäßig anrichtet, das kostet zwar Material aber ein gerader Sein ermöglicht einen guten Schliff.
Statt Lansky würde ich immer zu Gato greifen, die Steine sind größer und die Halterung besser bei gleichem Preis bessere Ergebnisse
Ein Wetzstahl dient im übrigen nur dazu einen klinge IM Einsatz scharf zu halten da der schneidgrat wieder aufgestellt wird, da wird kein Material abgetragen
 
Ja. Mütter sind sind so Spezialisten. Kann aber am Geschlecht und am Muttersein nicht liegen. Meine Mutter hat das auch gemacht. Als ich sie darauf angesprochen habe, meinte sie, irgendjemand hätte gesagt, das sei extra ein Glas, das Messer nicht abstumpft. Jemine! Und Feuer ist wahrscheinlich gar nicht heiß.
Ich habe meiner Mutter alle Glas-Schneidebretter gegen "Gescheite" ausgetauscht.

HiCollie Profi Messerschärfer für 25,99 (aktuell bei Amazon) müsste ich ja glatt mal meiner Sammlung hinzufügen...
Dann kann ich mal was im direkten Vergleich sagen.

Der China-Klon vom Lansky ist, für DAS Geld, ja der Hammer.
So littrich können sie es beinahe nicht bauen, dass es keine 15 € Wert wäre... :D

 
:ds:Gekauft! :ds:

Ich bin sehr gespannt.

Danke für den Hinweis!
 
Also ich nutze normal eine Abrichtblock für (ich glaube) so ca. 30 Euronen.
Aber wenn jemand sich so ein Schärf-Set kauft, weil er gelegentlich seine Küchenmesser nachschleifen möchte, ohne vollständig in die Materie einzusteigen, rentiert vermutlich schon fast der Neukauf des Schärf-Sets... :hmmmm:
Zumal bei dem aktuellen Preisverfall...
Meins hat damals noch richtig Geld gekostet, trotz US-Import.

Oder hast Du eine billige Methode, die funktioniert?
Auf Beton abrichten wäre, angesichts der ohnehin dünnen Schleifsteinchen, wohl etwas zu brutal...
 
Das ging aber schnell.
Ich bin sehr gespannt.
Ich bin auch gespannt, wie sich die Kontrahenten im Direktvergleich schlagen. Abrichten geht mit Schleifpapier auf ebener Unterlage. Man kann auch die Steine des Ruixin günstig nachkaufen. Muss man sowieso, wenn man das Teil häufiger benutzt.
 
Eine einfache Form des Abrichtens ist es, wenn du Schleifpapier und Siliciumcarbidpulver benutzt. Günstig ist die Backsteinmethode wo die Schleifsteine über den planen Backstein abgerichtet werden, was aber bei den kleinen Steinen nicht oft gemacht werden kann. Anders die Diamantschleifsteine von Lansky, die halten fast ewig ohne abgerichtet werden zu müssen. Allerdings sind hohl geschliffene Steine nicht wirklich ein großes Problem beim Messer schärfen. Anders sieht es bei Hobeleisen oder Stechbeiteln aus.
 
Guten Abend

Murry Carter mag Schleifsysteme und Geräte nicht, weil man damit nichts dazulernt. Das Schleifkönnen wird damit nicht entwickelt. Außerdem berücksichtigen sie nicht die Wichtigkeit des Sekundärwinkels. Schleifsystem sind Facettenschleifer.

Ich nehme an, Carter meint handelsübliche Schärfsysteme und du beziehst das jetzt auf Lansky oder Sharpmaker? Geführte Do it yourself-Systeme die übliche Banksteine als Schleifmedium kombinieren sind anders zu beurteilen, da man beliebig viele Steine die ja alle unterschiedliche Eigenschaften haben mit mechanisch reproduzierbaren Abläufen zu kombinieren versucht um beste Ergebnisse zu erreichen. Da muss viel gelernt werden, bis wirklich alles und das jedesmal passt. Carter wird solche Apparaturen nicht kennen, um sie beurteilen zu können, ob man damit dazulernt oder nicht.

Was ist mit Sekundärwinkel gemeint?

LG valdez
 
Hast du das Video nicht gesehen? Carter sagt "secondary angel" und meint damit das, was nach der Wate passiert. Also umgekehrt wie die Bezeichnungen hierzulande sind. Für ihn ist die Wate der "primary angel" (Sekundärfase) und der Winkel des Klingenblatts der "secondary angel" (Primärfase). Ich finde er hat recht: Praktisch alle Systeme sind Schneidfacettenschleifer. Was nur ein kleiner Ausschnitt seines fünf Punkteprogramms ist. Das was direkt hinter der Wate passiert ist ja entscheidend, während viele Systeme sich bloß um die Schärfe der Wate bemühen.

Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass Carter das Bogdan System ausnehmen würde. Mag schon sein, dass man einiges lernen muss. Die Verantwortung für den Winkel gibt man jedoch ab. Druckkontrolle gibt man auch ab. Also kann das feedback durch den Stein gar nicht mehr so unmittelbar sein, wie frei Hand. Gerade das intuitive lernen, mit jedem Zug auf dem Wetzstein geht verloren. Die individuelle Kontrolle jedes Messers und das einstellen auf die spezifisch eigenen Bedürfnisse fehlt mit System. Wenn man Carter schärfen sieht, finde ich merkt man seinen Bewegungsabläufen die unglaubliche Routine an. Ich finde auch seine Haltung toll. Ökonomisch schärfen - keine Wettbewerbe veranstalten - keine Haarspalterei, keine Wissenschaft. Zwei Steine und etwas japanisches Zeitungspapier - fertig. Nicht die Ausstattung macht's sondern der Kerl, der sie benutzt. So wie Bruce Lee. Nicht der Stil entscheidet, sondern der Kämpfer.
 
Mein Vater war Schreinermeister, er hat mir den Winklel bei 15° und bei 30° beigebracht.... Einmal im Jahr mache ich die Messer wieder scharf und ernte nur negatives von marcu/Mary,
Sie hobelt sich dann so alles ab, was sich so an Fingernägeln und Haut befindet..... Ich benutze einen uralten Schärfstein für Hobel und der ist in der Farbe Sanitär Manhathen grau.
 
Hallo

Das was direkt hinter der Wate passiert ist ja entscheidend, während viele Systeme sich bloß um die Schärfe der Wate bemühen.

Ich teile das auf. Was hinter der Wate ist, ist Geometrie. Was sich an der Schneide abspielt ( Schneidenspitze, Schneidfase, Schneidenwinkel ) ist Schärfen. Das beides ineinander übergeht ist klar, hat aber erst dann Relevanz wenn die ursprüngliche Geometrie durch häufiges Schärfen schlechter wird, dann muss eben nachjustiert werden. Bei jedem Schärfvorgang oder jedem Auffrischen auf Steinen auch gleich immer auszudünnen halte ich für übertrieben. Da kann man geteilter Meinung sein. Zudem bedeutet das auch einen zerkratzten Klingenspiegel, zumindest um die Wate herum, auch wenn man den Rest sorgfältig abklebt. Wenn man optisch Wert auf seine Messer legt, was ich tue, dann wäre mir den Aufwand jedes Mal viel zu groß und ich sehe bei mir auch keinen Bedarf.

Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass Carter das Bogdan System ausnehmen würde. Mag schon sein, dass man einiges lernen muss. Die Verantwortung für den Winkel gibt man jedoch ab. Druckkontrolle gibt man auch ab.

Das sehe ich auch anders. Man gibt die Verantwortung über den Winkel nicht ab, sondern übernimmt sie erstmals wirklich. Das Gleiche gilt für die Druckkontrolle.

Also kann das feedback durch den Stein gar nicht mehr so unmittelbar sein, wie frei Hand.

Für das Feedback gilt das Gleiche. Wenn ich alle meine Messer mit z.B. 10gr Auflagedruck schärfe, bekomme ich ungleich präzisere Rückmeldung, wie wenn ich Messer die um über 100gr Differenz aufweisen mit deren Eigengewicht + dem Druck der nötig ist, um manuell einigermaßen den Winkel zu halten und das Messer vorwärts zu bewegen. Vom Gewicht meiner Arme, die nach einer Weile müder werden, will ich gar nicht reden. Welche Variante unnötig mehr Material abträgt sollte auch klar sein.

Es geht jetzt in keiner Weise darum freihandschleifen auf Banksteinen zu verdammen, das wäre völliger Schwachsinn und es funktioniert ja immer noch mehr als ausreichend gut um scharfe Messer zu bekommen. Es geht nur darum nicht den Status Quo mit aller Kraft zu verteidigen und eine clevere Weiterentwicklung zuzulassen. Wenn jemand Jahrzehntelange Erfahrung im Schleifen/Schärfen auf Banksteinen hat, und zufrieden ist, wird er keinen Bogdan brauchen. Wobei seine Ergebnisse nur seiner eigenen Beurteilung standhalten müssen. Wenn so jemand seine Messer mal einem Profikoch in die Hand drückt der eine hohe Erwartungshaltung an Schärfe, Standzeit, Schnittgüte und Qualität der Schneide hat, bekommt dann eine externe Beurteilung, die vielleicht mit dem eigenen Anspruch kollidiert. Es gibt eine Vielzahl von Fehlern, die sich nicht unmittelbar nach dem Schärfen zeigen. Eine nur einseitig getroffene Schneidenspitze spaltet auch Haare, wie auch ein Fragment Restgrat das schafft. Trotzdem sind solche Schneiden technisch nicht sauber und die Haltbarkeit der Schneide/Schärfe ist geringer, als bei gemessenen Vorgängen.

Im Heimgebrauch auch völlig egal. Da reicht doch der berühmte Cerax 1000/3000 Kombistein. Ich rede hier nur von der Freiheit neue Erkenntnisse als Verbesserungen im Detail nicht als nachteilig gegenüber üblichem freihandschleifen zu beurteilen, wenn man diese Apparate nicht selber auf Punkt und Koma getestet hat.

Es ist mir schon klar, dass in diesem Forum der Preis die gläserne Decke bildet, deshalb habe ich mich hier auch angemeldet, da man auch mit wenig Geld eine gute Ausstattung erreichen kann. Aber umgekehrt darf nicht kostspieliges vorverurteilet werden, wenn es das Sammeln von Erfahrung und viele misslungene Schleifversuche abkürzt. Wenn das jemandem die Kohle wert ist, warum nicht.

Es gibt ja schon sehr einfache Nachbauten von Bogdan's Apparaturen um 100,- Euro Materilakosten, gefertigt mit einfachsten Werkzeugen.

Ich frage mich, wie viele hier die Fähigkeiten von Carter noch in diesem Leben erreichen könnten und stelle das in Relation zu den sehr rasch, sehr guten erreichbaren Ergebnissen, die alle Bogdan-Käufer bis jetzt erzielt haben. Beide, sowohl Carter als auch ein versierter Bogdan-Nutzer erreichen Ergebnisse die weit über dem Durchschnitt dessen liegt, was unter einem scharfen Messer allgemein verstanden wird.

Nicht die Ausstattung macht's sondern der Kerl, der sie benutzt.

Auch das finde ich so genial an einem geführten System: Selbst einem Laien gut und eindringlich erklärt und in kurzer Zeit kommt es zu exzellenten Ergebnissen. Die Person ist nur bedingt wichtig, solange die Ausführung und Einstellungen beibehalten und kontrolliert werden. Der mit dem besseren Feeling, wird wohl noch feinere Ergebnisse vorweisen können.

Es nützt mir wenig, wenn ich sehe welche Fähigkeiten Carter durch tausende Stunden schleifen erworben hat, er schärft ja nicht meine Messer, aber es ist natürlich beeindruckend und mir bleibt der Gedanke, das Carter auch nur ein Mensch ist und was ein Mann tun kann, kann auch ein anderer Mann tun.

Ich glaube aber kaum, das ich in diesem Leben nochmal so einen Freihandlevel erreichen werde! :) Ich wüsste auch nicht wie ich zu dieser Routine kommen sollte! Noch muss ich für meinen Lebensunterhalt arbeiten gehen und kann diese Zeit nicht mit schleifen üben ausfüllen.

lg valdez
 
Teilweise habe ich hier Murry Carter zitiert und der schaut sich beim schärfen eben auch den secondary angel an, was ja sehr löblich ist, da der leichte Schnitt eben nicht nur durch Schärfe leicht wird, sondern durch Geometrie. Meistens ist es ja nicht nötig oder es ist nur einmal nötig und dann lange nicht mehr.

"Man gibt die Verantwortung über den Winkel nicht ab, sondern übernimmt sie erstmals wirklich. Das Gleiche gilt für die Druckkontrolle."
Das ist aber nur eine andere Interpretation des selben Sachverhalts. Fakt ist, dass Druckkontrolle und Winkel durch das Gerät gewährleistet werden und deshalb nicht mehr zu einer menschlichen Fertigkeit werden können. Das wurde sozusagen ausgelagert in das Gerät.

Den Druck, der beim Freihandschärfen nötig ist, der vermittelt sich ja dadurch, dass die Klinge schwer oder leicht über den Stein geht d.h. das Eigengewicht des Messer wird hier automatisch berücksichtigt. Angenommen ich schiebe immer mit der gleichen Reibung, dann muss ich bei einem leichten Messer etwas mehr Druck aufbringen und bei einem schweren weniger, weil das Eigengewicht selbst Druck erzeugt. Das ist es, was intuitiv erlernt werden kann, wenn man von Hand schleift. Und wieso mehr Material abgetragen wird, erschließt sich mir auch nicht. Man schleift bis man einen durchgehenden Grat hat. Das ist mit dem System nicht anders.

"Es geht nur darum nicht den Status Quo mit aller Kraft zu verteidigen und eine clevere Weiterentwicklung zuzulassen."
Das ist nun wirklich nicht der Fall. Murray Carter hat hier lediglich ein Argument geäußert, was seiner Meinung nach gegen Schleifsysteme im allgemeinen spricht. Im Prinzip sagt er, wenn man Schleifsysteme benutzt, lernt man das (Freihand-) Schleifen nicht. Die Fertigkeit entwickelt sich nicht, weil zwischen Hand und Messer ein System tritt. Somit kann der Bewegungsablauf und die bewusste Korrektur durch Kontrolle nicht mehr als Automatismus vom Gehirn abgespeichert werden. Womit er natürlich recht hat, was andererseits die Systembenutzer nicht besonders kratzen dürfte, weil sie ja gar nicht freihandschleifen wollen. Ich meine sachlich und allgemein stimmt das, auch wenn es Unterschiede zwischen den Systemen gibt. Murray Carter sagt auch ausdrücklich, dass es s e i n e Methode ist und er sie nicht als die allein seligmachende verstanden wissen will. Es geht also gar nicht drum etwas zu verteidigen oder zuzulassen. Carter oder ich sind ja schließlich nicht die Schärfpolizei. Es geht darum die Vor- und Nachteile aufzuzeigen.

Ich muss den Bogdan nicht testen, um zu wissen, dass es ein Schleifsystem ist, das Winkelkontrolle und Druckkontrolle abgibt, denn das ist ja gerade die Leistung und der selbstgestellte Anspruch dieses Systems. Da kann ich den Vorwurf man solle nicht beurteilen, wenn man nicht getestet hat, nur als Maulkorb verstehen.

"Aber umgekehrt darf nicht kostspieliges vorverurteilet werden"
Auf solche Aussagen reagiere ich ziemlich allergisch, weil hier niemand etwas vorverurteilt hat. Ich habe hier einen Link zu Carter gepostet, der bei dir offenbar Widerspruch ausgelöst hat. Ich habe ja schließlich nicht geschrieben "Bogdan ist Scheiße". oder "edge pro taugt nichts". Oben habe ich sogar einen Link zu einem Edge Pro Klon gepostet. Also frag dich mal, wer hier die Verteidungshaltung einnimmt. Ich bin das sicher nicht.

" wenn es das Sammeln von Erfahrung und viele misslungene Schleifversuche abkürzt.... und stelle das in Relation zu den sehr rasch, sehr guten erreichbaren Ergebnissen, die alle Bogdan-Käufer bis jetzt erzielt haben. ...Selbst einem Laien gut und eindringlich erklärt und in kurzer Zeit kommt es zu exzellenten Ergebnissen."
Hier gibst du doch indirekt sogar zu, dass man die Schleiffähigkeiten nicht entwickelt, weil man es nicht muss. Da kannst du doch nicht auf die Palme gehen, wenn man genau das, wessen sich das System rühmt, (Fertigkeit wird in den Apparat verlagert) auch als Nachteil sehen kann, wie Carter das tut.

Meine Ansicht dazu ist eher, dass eine scharfe Schneidfacette nicht das große Problem ist. Dazu brauche ich persönlich kein System. Schwierig wird es erst, wenn es um Geometrie geht. Das ist entscheidend dafür, wie gut ein Messer schneidet. Ich überlege eher dran rum, ob man einen edge pro dazu benutzen kann, ein mäßiges Messer in ein gutes zu verwandeln. Das "schick es Schanz" ist nämlich auch nicht gerade innovativ.
 
Hallo,

Ich muss den Bogdan nicht testen, um zu wissen, dass es ein Schleifsystem ist, das Winkelkontrolle und Druckkontrolle abgibt, denn das ist ja gerade die Leistung und der selbstgestellte Anspruch dieses Systems. Da kann ich den Vorwurf man solle nicht beurteilen, wenn man nicht getestet hat, nur als Maulkorb verstehen.

Wie ich schon gesagt habe, die Druckkontrolle wird nicht abgegeben, sondern man hat sie zum ersten mal im Griff. Wenn du glaubst mit freier Hand auf einem Stein den Druck beim Schleifen vollständig kontrollieren zu können, kein Ding! Das ist keine Streitfrage mehr für mich, die es zu klären gilt.

Es spricht in der Regel nichts dagegen sich Wissen anzulesen und von den Berichten anderer zu profitieren. Ich mache das ja auch nicht anders und lese viel und überall mit. Alle Foren sind ja weitgehend öffentlich zugänglich. In diesem Fall reichen aber angelesene Informationen nicht aus, um mir zu erklären, was an diesem Schleifsystem Fakt ist und was nicht. Ich habe mir nach langen hin & her so ein Ding von Bogdan bauen lassen und die Bestellung incl. Zollabwicklung von Serbien nach DE war nicht unkompliziert, aber es ist angekommen. Seit Freitag sitze ich an dem Apparat und probiere alles mögliche aus.
Ich wollte mir selbst ein Bild von diesem umjubelten Gerät machen und bin nach dem Aufbau und Studium der in Netz zu sehenden Videos erst am Anfang meiner Erfahrungen, aber ich weiß bestimmt mehr über die tatsächlichen Funktionen als du. Sonst hätte ich mich nicht gestern zu diesem Thema hier geäussert wie ich es gemacht habe.

Du hast den Zweck der Druckkontrolle nicht völlig verstanden. Sie macht alle Messer gleich, weil es deren Eigengewicht auf Wunsch aufhebt. Natürlich kann ich wieder beliebig Druck auf den Stein bringen, wenn ich das will, auch bei justierter Druckkontrolle. Deshalb kommt es auf den korrekten Bewegungsablauf bei der Vorwärtsbewegung an. Der kann mit eingestellter Druckkontrolle einen bestimmten Auflagedruck haben, oder keinen und die Schneide gleitet nur über den Stein. Zweck ist, bei fein ausgeschliffenen Klingen unter 0,15mm an der Wate, eine plastische Verformung der Schneidenspitze auszuschliessen und so ein präzise Facette anzusetzen die auch unter dem Mikroskop sauber aussieht. Bei Solingern mit 0,5mm an der Wate und stumpfem Winkel passiert das natürlich nicht.

Zum halten des Winkels ist zu sagen, das niemand freihand den Winkel gradgenau beidseitig an einem Messer halten kann, ein Bogdan aber schon, sofern exakt ausgemessen und justiert wird, was seine Zeit dauert und wohlgemerkt Nerven kostet, bis die Klemme präzise justiert ist, weil Messer auch unsymmetrisch geschliffen sind und nicht einfach mittig geklemmt werden können.

Es braucht also schon Verständnis für den Ablauf und den Apparat, aber bei weitem nicht so viel gesammelte Erfahrung wie beim gekonnten Freihandschleifen. Ich hab ja vor dem Bogdan auch meine Messer abgezogen, mit Augenmaß eben und nicht so genau. Jetzt erziele ich eindeutig bessere und schärfere Ergebnisse als davor, bei ( noch?! ) deutlich längerer Vorbereitung, aber ich wollte das so, drücke das auch keinem auf's Auge, also mein Bier.

Das mit wenig Druck, viel weniger als von Hand, auch weniger Material abgenommen wird, steht für mich auch ausser Streit. Die Relevanz kann man in Frage stellen, selbstverständlich! Nicht aber die Tatsache, dass es druckkontrolliert geführt präziser geht.

Was ich in den letzten Tagen der Beschäftigung herausgefunden habe, so einfach und simpel wie es im KMS-Forum beschrieben wird ist es auch wieder nicht. Das Fixieren der Klinge in der Klemme dauert seine Zeit und 1°-1,5° Grad Abweichung bleiben bei flotter Montage der Klinge immer, erst ein weiteres hin und her mit gemessenem Winkel ( Digital ) führt zu einer Abweichung nahe Null. Wenn es in ein paar Wochen nicht flotter geht, liegts an der Konstruktion, jetzt vielleicht noch an mir.

Da brauchts dann keine S&G Steine mehr, weil das einfach nicht schnell geht, oder ich es eben noch nicht schneller schaffe.

Jedes Argument das sei Unsinn, übertrieben, unnötig usw. ist schon recht! Ebenso ist es mir aber als durchschnittlich begabter Schleifer gelungen, meine Messer auf eine Schärfe zu bringen, die sie noch nie zuvor hatten. Wenn jetzt noch was an der Verlängerung der Standzeit dran ist ( wird unter meinen Umständen lange dauern, dass ernsthaft beurteilen zu können ) dann stört auch das Aufbau-und Justageprozedere nicht, wenn ich einen Nachmittag pro Halbjahr/Jahr mit Messerschleifen zubringe.

Das Ausdünnen von Messern werde ich immer anderen überlassen, weil der Aufwand in keiner Relation zu den Kosten steht.

Hier gibst du doch indirekt sogar zu, dass man die Schleiffähigkeiten nicht entwickelt, weil man es nicht muss. Da kannst du doch nicht auf die Palme gehen, wenn man genau das, wessen sich das System rühmt, (Fertigkeit wird in den Apparat verlagert) auch als Nachteil sehen kann, wie Carter das tut.

Wenn jemand gerne und viel und als Selbstzweck schleift, dann soll er bitte schön seine Schleiffähigkeiten entwickeln, da spricht ja nichts dagegen. Hier finden sich aber keine leidenschaftlichen Schleifer, sondern alles praktisch orientierte Leute, die kochen, grillen und dazu Messer brauchen, die sie halt ab und an schleifen müssen. Wer von denen mit ein paar Ausnahmen beginnt stundenlang alte Messer zu Übungszwecken zu schleifen um sich weiterzuentwickeln?

Das was nötig ist, wird hier gemacht, darüber hinaus hab ich noch nicht viel gelesen. Jeder soll nach seiner Ansicht seine Messer scharf machen, ich werde da niemanden belehren. Nur erzähl mir bitte nicht, wie es mit dem Apparat von Bogdan so läuft und was der kann und was der nicht kann und dass das freihand auch alles genauso machbar ist usw., wenn Systemschleifen in dieser Art und Weise für dich ohne nähere Kenntnis ist.

Lg valdez
 
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