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Neapolitanischer Style

Jedoch ist der Rand nie richtig schön Voluminös und knusprig zu gleich.
Woran kann das liegen?
Bist du dir sicher, ob eine Neapoletana überhaupt dein Ziel ist? So richtig Knusprig sollen die nämlich gar nicht sein. Maximal ein ganz hauchdünnes Krüstchen auf einem ansonsten weichen Rand. Und je Schlauchboot artiger, umso weniger knusprig, würde ich auch tendenziell sagen.

Gruß Stefan
 
@Seestern007
Hier habe ich die verschiedenen S&F Phasen fotografiert. Da sieht man sehr schön wie sich der Teig verändert 😋😍
Post 135

https://www.grillsportverein.de/forum/threads/kennt-jemand-das-molini-pizzuti-mehl.317998/page-7
Perfekt hast du auch eine Idee wenn ich die Teigkugel forme um ihn bei Raumtemperatur bisscehn gehen zu lassen nachdem er ausm Kühlschrank kam..Warum dann oft die Kugeln so sehr aufgehen das die anschließend aneiander kleben?
 
Servus,

das ist doch völlig normal, dass die Teigkugeln zusammenpappen. Du streust einfach großzügig Semola drüber und stichst die Teiglinge ab. Der größere Fehler ist eher, die Teiglinge mit zu großem Abstand zu platzieren, damit haben die eher mehr Platz auseinander zu laufen.

Außerdem wäre mein Tipp, die Gare tendentiell zu verkürzen. Wenn ich mir deinen Teig so ansehe, dann schaut der schon eher überreif aus und die Oberfläche erscheint mir angetrocknet. Sicherlich mag eine lange Gare geschmacklich förderlich sein, aber je länger die Gare, desto mehr unerwünschte Effekte hinsichtlich Abbau von Glutenstrukturen und Zucker finden statt.

Lieber Gare auf 24-48h verkürzen und für den Geschmack auf Mehlmischungen setzen. Beispielsweise kann man für den Anfang mal 5% Vollkorn zugeben.

Übrigens reicht es, wenn du deine Anfragen an einer Stelle platzierst. Du willst ja selber den Überblick behalten.
 
Mit Mehlmischen hatte ich mich tatsächlich noch nicht so getraut...
Was ist den da genau der effekt von Mischen in dem Fall?

Es gibt ja auch verschiedene Caputo Mehlsorten....macht es hier auch sinn Cuoco mit etwas anderen zu Mischen?
Muss man da auf ein bestimmtes "verhältnis" zueinander achten?
 
Vollkorn Mehle (oder noch besser, frisch gemahlenes Getreide) bringen einfach wahnsinnig viel Geschmack und Komplexität in den Teig. Wenn man sie gering dosiert (5-10%) braucht man auch keine Angst zu haben, dass es zu gesund schmeckt oder sich die Eigenschaften des Teiges stark verändern.

Gruß Stefan
 
Naja, Roggen würde ich nicht unbedingt empfehlen oder aber noch geringer dosieren (vllt. 2%), aber sowas wie Emmer, Kamut, Dinkel oder Weizen passt auf jeden Fall.

Gruß Stefan
 
Perfekt hast du auch eine Idee wenn ich die Teigkugel forme um ihn bei Raumtemperatur bisscehn gehen zu lassen nachdem er ausm Kühlschrank kam..Warum dann oft die Kugeln so sehr aufgehen das die anschließend aneiander kleben?
Wenn die Stockgare im Kühlschrank beendet ist forme ich sofort meine Teiglinge und lasse die dann bei RT ca. 4-5h gehen. Entweder kommen dann die Teiglinge in eine Pizzaballenbox oder ich gebe die Teiglinge in die kleinen runden IKEA Behälter. In diesem Falle das einölen der Behälter nicht vergessen 😁 Ansonsten ist da keine Wissenschaft in meinen Augen dabei.
 
Hi

Ich hatte es ja schon im Koda Thread geschrieben. Eine Neapolitanische Pizza ist nunmal nicht kross, sondern am Rand zwar knusprig aber hauchdünn. Innen dann sehr lustig und weich.

Ist aber eigentlich nicht mit dem „knusprig“ zu vergleichen, wie man das eigentlich kennt.

Da wird eine andere Teigverarbeitung nur bedingt etwas ändern. Da würde ich eher die Temperatur runterfahren und länger backen.
 
Oder gleich mal die Pinsa-Rezepte anschauen - dann wird es knusprig
Napoletana ist (egal ob trad. oder zeitgemäss) immer weich, schnell gebacken und ein mix aus gar/roh und auch nie heiss.
Gruss von einem Napoletaner ;)
 
@Seestern007
Die Pizzen sehen doch sehr gut aus, vor allem die erste😋
Du machst deine Pizzen noch in Handarbeit, oder?
Als erstes brauchst du für eine Schlauchboot Pizza mehr Wasser! Ich würde Mal sagen ab 65% aufwärts, mehr ist natürlich besser. Da ich meinen Pizzateig auch noch in Handarbeit zubereite gehe ich folgendermaßen vor. Ich bevorzuge die Wasser zu Mehl Methode. Das heißt ich gebe zuerst das gekühlte Wasser (ca 12-13Grad) in die Schüssel und löse die frische Hefe darin auf.

Da ich auch gerade durch die Anfängererfahrungen gegangen bin. Man kann hier nix pauschalisieren, sondern muss es sich mit den eigenen Bedingungen erarbeiten.
Mit Cuoco und 65% wurde der Teig für mich beim Ausbreiten zu schwierig. Stückgare Teigfladen liefen dann schon ordentlich aus.
Schleifen usw. ging noch alles. Aber beim Ausbreiten, bzw. beim Ziehen wurde die Mitte zu dünn. Auch bei italienischer Belegung hatte ich dann im Ofen Probleme und Löcher. 60% war dann zu wenig, da wurde die Mitte zu dick und der Rand ging nicht richtig auf. Dafür dann knuspriger. @Seestern007 - so ein guter Kompromiss, wenn es EIN WENIG knuspriger haben möchte.
Ich denke eh DIE Neapolitana gibt es nicht.
Und man glaubt es kaum, dass Unterschiede von 1% bei der Hydratation etwas ausmachen.
Für mich hat sich 62% als MEIN Optimum erwiesen. Der ist noch gut zu verarbeiten und hat genug Feuchtigkeit, dass der Rand nicht zu schnell und zu dick kross wird.
Für die Mengen die PizzaApp und ne Kaffeewaage nehmen. Ne Küchenwaage ist zu ungenau (bei kleinen Mengen) und zu langsam. Sonst werden die Ergebnisse nicht nachvollziehbar.
Außerdem muss man wirklich aufpassen, dass den Rand beim Ausbreiten in Ruhe lässt. Ich komm am besten damit zurecht ihn über die Knöchel zu ziehen.
Davon ab bin ich bei unserem Sport Pragmatiker. Das Ergebnis zählt. Umso einfacher und bequemer ich das Ziel erreiche, umso besser.
Wasser kühlen - mache ich nicht. Leitungskalt reicht für mich. Da ich keine richtig Teigknetmaschine verwende - wegen Platz und benötigter Mengen - vermenge ich hauptsächlich in der Küchenmaschine. Dann noch ein wenig von Hand kneten. Halt aufpassen, dass die Teigtemp nicht über 25°C geht.
Dann nach jeweils 20-30 min noch 3x S&F. Dann über Nacht in den Keller. Im Kühlschrank habe ich keinen Platz. Am nächsten Tag 4-5 Std Stückgare.
Viele Jahre hab ich Pizza auf dem Grill mit Schnellteig gemacht. Die ersten deutlichen Fortschritte kamen mit dem ausprobieren längerer Teigführung (noch mit Standard Pizza Mehl). Aber 24h müssen reichen. Mit der Entscheidung für nen echten Pizza Ofen (Fontana Maestro), kam dann auch das "echte" Pizza Mehl. Brachte auch nochmal ne Verbesserung. Wichtig für Anfänger für den Pizza Ofen: Thermometer. Nur so kann man mangelnde Erfahrung ausgleichen und Ergebnisse werden nachvollziehbar.
Bei meinem Maestro mit den Originalsteinen haben sich Steintemperaturen von 380(brennerseitig) - 330(Öffnung) als praktikabel erwiesen. Innenraum dann ungefähr 450°C.
Ob den Beschreibungen hier komme ich da der Neapolitana recht nahe.
Viel wichtiger aber - ich erreiche die beste Pizza, die ich je gegessen habe. Und das nicht nur nach meiner Meinung. ;)
Sogar in Italien habe ich keine Bessere gegessen, wobei ich zwar oft in Italien war, aber Pizza für mich immer Fastfood war und dort nur selten gegessen.
Auch muss möchte ich diese Aussagen relativieren, weil ich denke, dass das Alles immer auch ein wenig Geschmacksache ist.
Final war ich überrascht, wie groß die Unterschiede der Ergebnisse in den Entwicklungsschritten sind.
Und ärgere mich, dass ich nicht früher drauf gekommen bin.
 
Hi

Ich hatte es ja schon im Koda Thread geschrieben. Eine Neapolitanische Pizza ist nunmal nicht kross, sondern am Rand zwar knusprig aber hauchdünn. Innen dann sehr lustig und weich.

Ist halt ne Frage der Bezeichnung. Ich glaube es schwierig die Unterschiede über die Begriffe knusprig und kross zu definieren, Die sind einfach nicht eindeutig.
Vielleicht definiert man es besser über die "Dicke der Kruste". Ne Kruste ist es immer und bei der Neapolitana halt sehr sehr dünn. Man weiß aber schnell, was gemeint ist, wenn man das Ziel einmal erreicht hat, oder bei jemand anders gegessen.
In der Pizzeria ist das aber eher schwierig. Was aber nicht heißt, dass die alle schlecht sind. Aber anders. Habe gerade noch eine vom Teiggeschmack durchaus leckere Pizza gegessen. Die Kruste war aber deutlich dicker. Aber durchaus lecker.
 
aber sowas wie Emmer, Kamut, Dinkel oder Weizen passt auf jeden Fall.
Ich habe mittlerweile fast immer einen nennenswerten (Ur-)Dinkelanteil (ca. 40%) in meinen Pizzateigen (abgesehen von den ca. 10% gemahlenem Khorasan das ich immer dabei habe).

Letztens habe ich einen Teig mit ca. 45%Weizenmehl, 20%Dinkelmehl und 25% Emmermehl gemacht, der hat uns geschmacklich weniger gut gefallen...
 
Ich glaube es schwierig die Unterschiede über die Begriffe knusprig und kross zu definieren,
In Neapel, sind sowohl traditionelle als auch zeitgenössische Pizzen weder Knusprig noch Kross. Wie FlorianH schon sagte: Sie sind zart und weich.
Je zarter dest besser, in den Augen der einheimischen.

Man muss das nicht mögen.

wer Kross mag, orientiert sich nördlicher oder gleich bei Pinsa
 
In Neapel, sind sowohl traditionelle als auch zeitgenössische Pizzen weder Knusprig noch Kross. Wie FlorianH schon sagte: Sie sind zart und weich.
Je zarter dest besser, in den Augen der einheimischen.

Man muss das nicht mögen.

wer Kross mag, orientiert sich nördlicher oder gleich bei Pinsa

Also wenn ich bei 450°C einen Teig backe, ist die Haut - ich nenne es mal so, um die Dicke zu beschreiben - knusprig, das geht nicht anders. Aber halt hauchdünn.
Auch der Boden kann bei 380°C im Bereich des Rands nur knusprig werden. Aber auch hauchdünn. Wir reden hier von +/- 90 sec.
Trotzdem bleibt der Gesamteindruck dieses Teiges dann - wie du es sagst - zart und weich.
Ich glaube wir haben hier genau mein beschriebenes Begriffsproblem.
 
Pizza im neapolitanischen Stil zu kreieren ist eine Kunst für sich, besonders da die meisten Mehle nicht über den nötigen, hohen Eiweßgehalt verfügen und normalerweise keinen angemessener, heißer Pizzaofen zur Verfügung steht. Doch ich habe in letzter Zeit einige wichtige Erkenntnisse gewonnen, die ich gerne teilen möchte.

Ich konnte zum ersten Mal bestätigen, dass der Eiweißgehalt des Mehls eine direkte Korrelation zur optimalen Hydration des Teigs aufweist. Bei höherer geplanter Hydration erfordert der Teig mehr Eiweiß im Mehl, um sich gut verarbeiten zu lassen. Dies bedeutet, dass für einen Teig mit geringerer Hydration ein Mehl mit einem niedrigeren Eiweißgehalt ausreicht - jedoch wird dies nicht den neapolitanischen Stil erreichen.

Ein Teig mit hoher Hydration benötigt bei gleicher Temperatur eine längere Backzeit, damit er am Ende mit einer leichten Kruste und relativ gut gebräunt aus dem Ofen kommt. Dies stellt bei handelsüblichen Öfen mit Temperaturen von bis zu 250°C ein Problem dar, da der Belag wie Käse trocken und/oder stark gebräunt werden kann.

Die Bräunung des Teiges lässt sich gut mit Backmalz und/oder Zucker/Honig beeinflussen.

Die Lösung für braunen und ggf. ausgetrockneten Belag ist ein Kombiofen. Mit meinem APO reicht es bereits aus, wenn die Dampferzeugung auf 50% eingestellt ist, damit der Belag nicht austrocknet. Das Ergebnis ist meiner Meinung nach sehr nah an dem eines richtigen Pizzaofens.

Man sieht: Für neapolitainschen Stil werden diverse, spezielle Sachen benötigt, die im durchschnittlichen Haushalt kaum zur Verfügung stehen.
 
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