Bei mir gab es gestern erstmalig
Pinsa im Luigi:
Bei meiner Bestellung bei Waldi habe ich mir den Pinsa-Mehlmix der Frießinger Mühle gegönnt (
Link). Nachdem Waldi ganz aktuell ein Video auf Youtube dazu gebracht hatte (
Link), war ich motiviert. Teig habe ich nach der Anleitung von Waldi zubereitet, welche der Anleitung auf der Mehlverpackung entspricht (Foto unten). Ich war schon etwas verwundert über die hohe Hefemenge (3g Trockenhefe = ich 9g Frischhefe auf 1kg). Aber ich wollte beim ersten Versuch nicht gleich was ändern. Der Teig hat sich zuerst echt gut zubereiten lassen. Ich hatte ihn dann allerdings rund 60 Stunden bei 4 Grad im Kühlschrank (was gemäß dem Video kein Problem sein sollte). Der Teig hatte trotz der niedrigen Temperatur gut gearbeitet. Die Teiglinge zu Kugel formen ging zwar irgendwie noch, diese sind im Tupper für die Stückgare nach einer Minute aber bereits wieder auseinandergegangen. Den ersten Teigling habe ich - wie ich bei Pizza auch vorgehe - in einen tiefen Teller mit Semola gestürzt (man könnte fast von rausgeflossen sprechen). Allerdings hatte ich keine Chance den Teigling unfallfrei aus dem Teller auf die Arbeitsfläche zu bringen. Ich war schon etwas am fluchen und habe in Gedanken schon einen Plan B fürs Mittagessen überlegt. Aber ich wollte nicht aufgeben und habe aus dem ersten Teigling zumindest noch einige kleine Brötchen hinbekommen. Der zweite Teigling dann direkt in ein Semolabett auf der Arbeitsfläche. Auch den konnte ich - egal wie vorsichtig - nicht aus dem Semolabett heben, ohne dass er gerissen oder total ausgedehnt wäre. Also musste ich mit der Pizzaschaufel ihn direkt aufnehmen und das Semola dann versuchen irgendwie abzuklopfen. Es war mein erstes Mal mit 75% Hydration, aber denke (/hoffe) trotzdem, dass diese Schwierigkeiten auch an einer Übergare lagen.
Laut Rezept der Frießinger Mühle sollte man bei 280-300 Grad, laut Wald bei 350-400 Grad backen. Habe mich dann für 330 Grad entschieden, da ich bedenken hatte, dass der Teigfladen beim Vorbacken sonst zu sehr aufgeht und dann an der oberen Heizspirale ankommt. Aus Faulheit (und weils Waldi im Effeuno auch so gemacht hat) habe ich den Biscotto drin gelassen (wohl wissend, dass der für so Temperaturen eher nicht gedacht ist). Dann rund 3-4 Minuten vorgebacken, abkühlen lassen, belegt und nochmals 3-4 Minuten gebacken. Der Boden war durch den Biscotto schon eher hell, aber das war nicht negativ. Vorteil des Biscottos war, dass das viele Semola kein Problem war (also nicht schwarz durch das Semola geworden). Letztendlich war ich doch etwas stolz, das ganze noch gut über die Bühne gebracht zu haben.
Das Endergebnis war wirklich lecker und superfluffig. Manch einem evtl schon zu fluffig (man wundert sich, dass man trotz großem Bissen gefühlt wenig im Mund hat). Ist definitiv mal eine gute Alternative, auch wenn die normale Pizza die Regel bleiben wird. Belag war einmal Tomatensoße, Parmesan, Mozzarella, Zwiebeln und nach dem Backen noch Rucola, kleine Tomaten und Parmesan und einmal Tomatensoße und Prosciutto und nach dem Backen Büffelmozzarella und Basilikum. Die Pizzabrötchen für die Kids waren durch das wenige Salz etwas fad. Danach nochmal quasi das identische Programm, was es morgen nochmal aufgewärmt gibt.
Fazit: definitiv mal was anderes und sehr lecker! Das nächste Mal (ich habe noch 1kg des Mehlmixes hier) werde ich auf jeden Fall die Hefe reduzieren (danach haben ich erst gesehen, dass im auf der Mehlverpackung verlinkten Rezept der Pizza-Schule nur 1 statt 3g Trockenhefe angegeben sind und Waldi in einem alten Rezept nur 1,5g Frischhefe genutzt hatte…), das Salz erhöhen und vermutlich den Cordieritstein nehmen.
Nun die Bilder: