Für mich liegt der Vorteil darin, dass ich mir das Fleischstück zum Altern selbst aussuchen kann. Außerdem gibt es kaum noch Metzger in Wien bei dem Überangebot an Supermärkten. Und die meisten blocken aus Hygienegründen ab.
Und Fleisch bestellen ist auch eher unpraktisch wenn man berufstätig ist, da ich zu 99% nicht zu Hause bin, wenn das Fleisch geliefert wird.
Wen es interessiert:
Mein Dry-Aged Roastbeef
Im Grunde hast Du absolut recht: Selbst gemacht schmeckt am Besten.
Was mir gestern Abend auch gedämmert hat:
Viel wichtiger als der absolute, reelle Geschmack, den man mit Blindverkostung und co. bewerten kann, ist ohnehin der subjektive Geschmackseindruck.
Beispiel:
Einmal gekörnte Brühe mit Einlage (angenommen, die würde tatsächlich haargenau so schmecken wie die Selbstgemachte, und einmal tatsächlich selbst gekochte Rinderbrühe.
Mir würde die Selbstgemachte immer besser schmecken, auch wenn ich wüsste, dass die andere genauso gut ist.
So ist das nunmal. Da spielt einem der eigene Gaumen einen Streich, weil das Essen nunmal mehr ist, als sein Geschmack. Für uns ist es die Freude auf dem Weg zum fertigen Gericht.
EDIT: hab gerade Deinen Bericht gelesen. Das US-Fleisch ist so lange unterwegs, dass es bei uns definitiv reif ankommt. Das, was jetzt im Beutel passiert ist einfach kontrolliertes Antrocknen und hat mit Reifung nichts mehr zu tun. Ein Gag, mehr aber auch nicht.
Mit Schlachtfrischem Fleisch in so einer Tüte kann man vielleicht einen Reifeprozess steuern, der an Trockenreifung angelehnt ist, aber gereiftes Fleisch in einen Beutel zu stecken, hat damit wohl nichts zu tun. Das ist Show und mag als Geschenk toll sein.
Dry AGING ist was anderes.