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Herder Windmühlen-Messer Thread

@Mr. Pink und @Luse, vielleicht ist da was falsch rübergekommen. Was ich zum Ausdruck bringen wollte, war ja, als Antwort auf den unzufriedenen Post von @zed00, daß ich sehr zufrieden mit dem K5 bin. Es ist halt kein Poser-Messer, sondern was für jeden Tag, da kommen nach-und-nach eh genug Genrauchsspuren dran vom Arbeiten. Die Eigenschaften, Form, Leichtfüßigkeit beim Schneiden, aber auch die etwas rustikale Optik, machen das Messer zu meinem Liebling und es wird immer als erstes gezückt (habe allerdings auch nicht sooo viel Auswahl).
 
Bei mir war das auch so rübergekommen, ich nutze Herder Messer seit Jahrzehnten, aus den gleichen Gründen wie du.
Der rustikale Griff gehört dazu.
 
"Poser-Messer" --> Ich meinte Messer die so supergut aussehen, oder so rar sind, daß sie in einer Vitrine oder sonstwo, hochglanz-poliert dahinvergetieren, ohne benutzt zu werden!
 
Hallo

Hat jemand Erfahrung mit dem Herder K 4 Messer ? Ich finde hierzu sehr wenig Erfahrungsberichte, obschon ich mit dem Messer seit langem liebäugele...Irgendwie sind das K2/ K3 und K5 immer wieder mal zu finden, das K 4 aber nicht.....warum ?
 
Weil es so ne merkwürdige Mischung darstellt. Es ist zu kurz ist für ein großes Kochmesser und zu breit für ein kleines.
 
Hi,

ich war vor zwei Wochen bei Herder am offenen Smastag mit Verkauf. Habe mir das Messer dort angesehen. Es lag super in der Hand ( haptoisch & Gewicht ). meiner Vorstellung nach sollte es zwischen das petty und das Santoku als Ergänzung und Abrundung passen.
 
Ich wollte schon lange mal einen Faden zur K-Serie aufmachen und die Hauptmesser vorstellen, aber ich habe derzeit viel zu tun und mir fehlt auch so ein bißchen die Lust am fotografieren. Im folgenden gibt es wenigstens ein paar ältere Fotos zu sehen:

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Das Problem ist, wenn man irgendwas Großes über Windmühlenmesser schreibt, dann nehmen die es gleich zum Anlaß, die Preise in geradezu unverschämter Weise zu erhöhen. Mir ist die Lust vergangen, ehrlich gesagt. (Allerdings habe ich mich mal für 2-1/2 Jahre zurück gehalten, teurer wurden die Messer trotzdem...) Wie lange das noch gut geht für die Firma, bleibt abzuwarten.

CS1600_1537.jpg


Das K4 ist handlich und ein vollwertiges Kochmesser, meines Erachtens eher eine Ergänzung zum 1922 denn zum K5. Durch das breite Klingenblatt (es ist tatsächlich bis zu 2mm breiter als das K5, also ich meine den Abstand zwischen Schneide und Rücken, Nicht die Rückenstärke) ist der Schneidwinkel sehr schmal (scharf) und das K4 ist auch überraschend robust. Habe neulich erst ein rostfreies verschenkt, ist gut angekommen.

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Ein typisches Problem, welches beim K4 scheinbar häufiger als bei anderen Messern der Serie auftaucht, sind Ausbrüche an der Vorderkante des Griffes. Da hilft nur noch, es mit einer Nagelfeile und ein wenig Geschick abzurunden und beide Seiten anzugleichen, dann hat man Ruhe.

CS6_1610_1600.jpg


Wie gesagt, schneiden tut es und hat auch eine sehr gute "Durchsetzungsfähigkeit" auf dem Brett, eben wie ein großes Kochmesser, nur handlicher. Wer rostfreien Stahl bevorzugt und der Griffproblematik aus dem Weg gehen will, kann eine Variante mit Kunststoffgriff (POM) kaufen, die ist auch günstiger.

CS6_1613_1600.jpg


Messer sind immer eine Geschmackssache. Wenn einen das Design anspricht, dann macht man mit dem K4 nichts falsch. Es könnte höchstens sein, daß man irgendwann meint, noch etwas größeres zu brauchen. Aber es liegt wirklich gut in der Hand, ist angenehm schwer (Druckübertrag auf die Schneide ist optimal) und macht durchaus Spaß.

Viele Grüße,

Rübennase
 

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Das K4 gefällt mir von allen K-Messern am wenigsten. Anderthalb cm länger, nicht ganz so breit (Schneide-Rücken). Das Markensymbol nicht so weit unten. Dann ist der angedeutete Fingerschutz am Übergang zur Klinge einfach nicht materialgerecht und bricht, wie man sieht. Das ist schlechtes Design. Holz ist eben kein Kunststoff und wer das in der Form nicht berücksichtigt, der hat Form und Funktion nicht in eins gebracht, sondern lässt die Form dominieren auf Kosten der Funktion. Beim K5 ist der Radius am hinteren Ende der Klinge zu groß. Das nimmt dem Messer bestimmt 1cm Klingenlänge. Das K4 hat für mich einfach keine stimmige Gesamtform, die z.B. das K5 durchaus besitzt. Ein großer K5 Griff wurde mit einer zu kurzen Klinge kombiniert.
 
Das K4 gefällt mir von allen K-Messern am wenigsten. Anderthalb cm länger, nicht ganz so breit (Schneide-Rücken). Das Markensymbol nicht so weit unten. Dann ist der angedeutete Fingerschutz am Übergang zur Klinge einfach nicht materialgerecht und bricht, wie man sieht. Das ist schlechtes Design. Holz ist eben kein Kunststoff und wer das in der Form nicht berücksichtigt, der hat Form und Funktion nicht in eins gebracht, sondern lässt die Form dominieren auf Kosten der Funktion. Beim K5 ist der Radius am hinteren Ende der Klinge zu groß. Das nimmt dem Messer bestimmt 1cm Klingenlänge. Das K4 hat für mich einfach keine stimmige Gesamtform, die z.B. das K5 durchaus besitzt. Ein großer K5 Griff wurde mit einer zu kurzen Klinge kombiniert.

Das waren im wesentlichen auch meine Gedanken, bis ich mal eines in der Hand hatte und damit herumprobiert habe. Klinge laut Papierform nur so lang (oder kurz) wie K3, Deba Form in Doitschland, was soll das?

Das K4 ist ähnlich optimiert für den Druckschnitt wie das K2, es hat eine erstaunlich gute Handlage und überträgt den Druck optimal auf die Schneidkante, keine zu langen Hebel im Spiel. Der Griff ist kein Vergleich zur kleinen K-Serie, deutlich voluminöser. Praktisch jede Griffart geht spielend leicht damit, auch der Pinchgriff wie beim chinesischen Cleaver. Es hat genügend Abstand für die lieben Fingerlein zum Brett und man kann bequem damit arbeiten. Grob gesagt, das K4 ist laut Papierform nur in etwa so groß wie das K3, wiegt aber ziemlich genau das Doppelte und man hat doitlich mehr in der Hand. Kannste glaubn. Das Ding macht bisweilen sogar richtig Spaß.
 
Als Vergleich kam mir eher ein Funayuki in den Sinn, aber irgendwie ist es das auch nicht. Sagen wir mal so. Ein Zugschnitt ist dank fehlender Länge sowieso nicht richtig möglich also bleibt nur der Druckschnitt. Je kürzer das Messer desto besser wird der Druck übertragen, das hat also auch bloß mit der Länge zu tun. Wenn man das Messer auch noch im Pinchgrip verwendet, dann ist ja von der Schneide gar nichts mehr übrig. Ich habe ein ähnliches Messer 12,2 cm Schneidenlänge Funayukiform 4,3cm Klingenhöhe. An der schmalsten Stelle ist der Griff 1,5cm an der breitesten 2,5cm Gewicht 110g. Ich benutze das nur für Spezialaufgaben und auch nur weil ich es habe. Ein Santoku taugt genauso. Für Chili und Knoblauch ist es gut. Die Fingerfreiheit ist ein Vorteil. Aber nochmal: Ich bestreite gar nicht, dass so ein Messer prinzipiell taugen kann - ich finde nur es ist besch... designt. Die Gesamtform ist nicht ausgewogen. Die Klinge 1cm zu kurz und ein paar mm zu hoch, der Griff ist der Standardgriff des K5. Warum nicht den Griff auf die spezielle Klingenform abstimmen, statt die gesamte Serie mit zwei Griffgrößen zu versorgen. Das Design ist einfach missraten und zu allem Überfluss sitzt auch das Logo zu tief.
 
Guten Abend zusammen

Das waren im wesentlichen auch meine Gedanken, bis ich mal eines in der Hand hatte und damit herumprobiert habe.

Ich glaube auch, das man die Tauglichkeit eines Messers, das sich geometrisch keine Fehler leistet, erst dann seriös beurteilen kann, wenn man es benutzt hat. Man sollte aber überlegen ob man für diese Klingenform passende Aufgaben hat. Darf ich fragen welche Aufgaben du dieser kurzen und sehr hohen Klinge bevorzugt zukommen lässt?

LG Valdez
 
Guten Abend zusammen

Ich glaube auch, das man die Tauglichkeit eines Messers, das sich geometrisch keine Fehler leistet, erst dann seriös beurteilen kann, wenn man es benutzt hat. Man sollte aber überlegen ob man für diese Klingenform passende Aufgaben hat. Darf ich fragen welche Aufgaben du dieser kurzen und sehr hohen Klinge bevorzugt zukommen lässt?

LG Valdez

So ganz verstehe ich diese Frage nicht. Ich denke nicht in Kategorien wie: "Mehr als 3 Möhren zu schneiden -> K4" sondern ich habe so Phasen wo ich bevorzugt mit einem bestimmten Messertyp schnippel, und dann mache ich praktisch fast alles damit um herauszufinden, wozu es taugt. Okay, zum Brotschneiden ist es nicht so gut geeignet, und wenn man nur noch schnell eine Zwiebel klein geschnitten braucht, ist es auch zu unhandlich (habe ich aber auch schon gemacht, weil es gerade eingematscht war).

Ich habe schon alles mögliche damit gemacht, von der Brotzeit (Wurst, Schinken, Käse, Tomaten, Gurken, Brötchen) bis zur kompletten Vorküche (zusammen mit einem kleinen Mittelspitz und einem Sparschäler). Es ist in meinen Augen ein vollwertiges Kochmesser. Allerdings sind wir nur ein kleiner Haushalt mit gelegentlich ein paar Gästen, also keine Riesenbraten und so'n Zeug. Dafür hätte ich dann andere Messer.

Derzeit habe ich z.B. ein altes Fleisch- und Tranchiermesser von der Windmühle in bevorzugtem Gebrauch, und weil es bereits gebraucht war und deutliche Gebrauchsspuren hat(te), dachte ich mir, Prima, dann nehme ich es für alles her und sehe, wozu es taugt. Stellt sich heraus, daß es mein zweitbestes Brotmesser im Haus ist! Allg. Kochaufgaben gehen ebenfalls gut damit. Ich bin, was Messer angeht, eher unkonventionell und stelle alles mögliche damit an. Deshalb taugen Japaner nicht für mich, die sind noch empfindlicher als Solinger Dünnschliffmesser und zweckgebunden. Nicht so Windmühlenmesser.
 
Kannst du das näher bestimmen, vielleicht mit einem Link oder ist das so alt, dass es das nicht mehr zu kaufen gibt.

Es ist ein ganz normales Tranchiermesser 1922 mit Gebrauchsspuren.

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Der Vorbesitzer hat es etwas stiefmütterlich behandelt und wohl auch mal fallen gelassen, denn die Spitze ist minimal abgebrochen. Es war richtig stumpf und mußte auf den Stein, aber jetzt schneidet es Brot wie ein Weltmeister. Wohl gemerkt: Kastenbrot oder leicht altbackenes, kein dickes Krustenbrot! Dafür wäre die glatte Schneide zu empfindlich, da nimmt man eine Brotsäge her.

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Es hat noch einen Kirschholzgriff und ist ungefähr 215mm lang (Klinge inkl. Schmalkropf), ca. 2008-10 gebaut (schon HRC60). Darunter ist ein 21cm Kochmesser aus der späten Fehrekampf Ära (Pflaume) und ganz unten ein altes 24cm Kochmesser aus den 1920ern (Kirsche) in gutem Erhaltungszustand. Schneidet wie Gift.

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Das große Kochmesser wurde ab und zu mal im Auftrag vom Stammkunden Manufactum endmontiert. Das hier dürfte aus den 1980ern stammen (die Klinge ist Original 1920er) mit den schlichten alten Schmalnieten ohne Zierrat. Damals war es noch zu einem menschenfreundlichen Preis zu haben, nicht wie jetzt zum Phantasiepreis (siehe "Goldene Zwanziger").

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Wer genau hinschaut, sieht, daß die alten Schleifer nicht nur die Klinge extrem ausgedünnt haben, sondern auch den Grifferl V-förmig ausdünnten um Gewicht zu sparen. Damals war man so klug und weise daran zu denken, daß höchstwahrscheinlich eine Frau dieses 24cm Kochmesser schwingen würde, also hat man Gewicht gespart wo es ging. Ergebnis: ein traumhaft handliches gr.Kochmesser von nur 170gr Gesamtgewicht! Der 21cm Holzspalter daneben bringt 240gr auf die Waage, ist aber zugegebenermaßen ungewöhnlich dick geraten für Fehrekampf-Verhältnisse (scheiden tut es trotzdem gut).
 

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Ja, das steckt einiges an Handwerkskunst drin, die man auf den ersten Blick nicht sieht. Mir gefallen ja die schmalen Schmalkröpfe so gut und kann gar nicht verstehen, dass manchen Messerproduzenten es gar nicht aufzufallen scheint wie unelegant so ein dicker Kropf wirkt. Ich benutze übrigens auch ein glattes Brotmesser, aber kein so schönes wie dein 1922er. Die Kante am Griff beim 1922er Tranchiermesser sieht ein bisschen zerfasert aus, die würde ich mit einem feinen Papier glätten und dann nachölen.
Kochmesser von nur 170gr Gesamtgewicht!
Wow. Das ist ne Leistung.
Danke fürs zeigen.
 
Guten Morgen.

So ganz verstehe ich diese Frage nicht.

Die Frage war nicht sehr kompliziert. Du bist Sammler und von den vielen Messern in deinem Besitz, verwendest du auch einige. Die kurze und hohe Klinge ist eben sehr speziell und wenn du sie als vollwertige Kochmesserklinge ansiehst, der Griff ist ja vollwertig, deshalb beziehe ich mich nur auf die Klinge, dann scheint mir das als sehr persönliche Wahrnehmung und nicht massentauglich.

Das war der Grund zu fragen, was du denn damit bevorzugt schneidest. Da du keine speziellen Aufgaben für dieses Messer vorsiehst, sondern nur allgemeine Schneidaufgaben die die meisten von uns mit größeren Messer erledigen, weil dies in den meisten Fällen praktischer und effizienter sein wird, gibt es eben keine Antwort darauf. Du schneidest mit dem Messer, weil es da ist und nicht weil es für eine Aufgabe besonders geeignet ist.

So verstehe ich deinen Beitrag. Ist ja auch jedem seine Sache, welche Messer er kauft und wie er sie benützt.

Herzliche Grüße, Valdez
 
Ja, klar. Braucht man ein K4 oder fällt tot um? Natürlich nicht!

Die gesamte K-Serie ist ein Versuch der Windmühle, ihr Programm zu "gentrifizieren", d.h., teuer-zu-sanieren. Man will den inzwischen gewonnenen Ruf nutzen um möglichst viel Umsatz zu machen mit immer teureren Serien. Das ist Kapitalismus in Reinkultur, ob man es nun mag oder nicht. Fakt ist, daß es früher ganz gut auch ohne die K-Serie ging, aber es wurde hier gezielt danach gefragt.

Ich meine, was willst Du mit einem Messer wie dem K4 speziell anfangen? Du mußt doch selber irgendeine Vorstellung vom möglichen Einsatzzweck haben?

Wenn ich Spezialisten für jeden Einsatz brauche, dann würde ich mich wohl auch bei Japanern umsehen, aber das ist nicht mein Ding. Ich brauche Messer welche mir gut gefallen und/oder vielseitig sind, und wenn sie sich leicht scharf halten lassen ist das sicher kein Nachteil. Das K4 erfüllt fast alle diese Kriterien. Wem es gefällt, der kauft es, und wem nicht, der läßt es eben sein. Ich habe nichts davon wenn die Windmühle mehr oder weniger dieser Messer verkauft, aber sie existieren nunmal und ich muß auch erstmal versuchen herauszufinden, was man sich wohl dabei gedacht hat.

Das K4 ist ein gutes Messer mit der Betonung auf Vielseitigkeit und Handlichkeit. Berufsköche können es sich zusammen mit dem K2 und dem Office 1922 ansehen, das sind ideale Druckschnittmesser. In meine Bestenliste oder Top3 / Top6 von der Windmühle würde ich es nicht aufnehmen, einfach weil ich die neue Geldschneiderei zum [Pünktchen Pünktchen] finde.
 
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