Allerdings ist das Futter auch wichtig - das unterscheidet z.b. US Beef vom agrentinischen. In der Regel bekommt US Beef 1 - 3 Monate vor der Schlachtung Kraftfutter
Auch haben viele Leute schon festgestellt das z.b. argintisches Rind das im wet aging verfahren zu uns geschippert wurde oft einen metallischen Geschmack hat. Falls jemand hier Infos hat woher der oftmals metallische Geschmack kommt, würde mich das sehr interessieren.
Ich stehe der Verfütterung von Mais aus 2 Gründen sehr skeptisch gegenüber, obwohl das Ergebnis natürlich sehr gut sein kann:
1. Sind Kühe Wiederkäuer und ihr Verdauungssystem ist auf Gras und Gräser ausgelegt, kommt mit Mais (sehr Stärkehaltig) nicht richtig klar. Die Maisfütterung ist alles anere als artgerecht.
2. Liegt darin auch der Grund für das häufige Auftreten von beispielsweise E. coli O137/157/123/..., bei uns besser bekannt als EHEC/VTEC.
Wagyu beispielsweise neigt aufgrund der "günstigen" genetische Ausstattung dazu, intramuskuläres Fett einzulagern - bei manch anderer Rasse muss dazu intensiv gemästet werden. Klar, Wagyu werden auch gemästet, damit der BMS noch weiter steigt, obwohl man sich das ab einem gewissen Punkt auch sparen könnte (BMS 8 sollte ja wohl ausreichen). Oder man züchtet eben weiter in Richtung hoher BMS, was ja auch gemacht wird. Vielleicht sollte man einfach die genetischen Limitierungen beachten, anstatt die Viecher mit Mais zu quälen.
Ich habe auch schon zartes und saftiges trockengereiftes Fleisch von ausschließlich weidenden Hinterwäldern gegessen, das in Konsistenz, Geschmack, und Saft einem Wagyu vom Otto kaum nachstand (ja, ich habe den Vergleich selbst gemacht).
Bei arg. Rind habe ich bisher im frischen Zustand, also nicht aus der TK einen Geschmack nach frisch gemähtem Gras festgestellt, ähnlich wie grasige Noten in bspw. Wein (zb. Sauvignon blanc), was ich als angenehm empfand und die Wahl des passenden Weins vereinfachte. Gras schmeckt ein wenig metallisch, vielleicht ist es ja eine schwach ausgeprägte Gras-Note gewesen. Ich kann es nicht beurteilen.
Statt für das Erzielen optimaler Fleischqualität auf Mästung zu setzen, sollte lieber der Reifung wieder mehr Bedeutung zugesprochen werden. Und da kommen die Reifebeutel ins Spiel. Es braucht nämlich nicht intramuskuläres Fett zum Reifen (wozu auch?), sondern eine Fettschicht außen drauf, die man im Trocknungsprozess opfern kann. Wäre sie nicht da, müsste man zum Entfernen der Kruste nach der Reifung Muskelgewebe entfernen, was selbstredend keiner will. Insofern kann ich durchaus eine Lanze für Bemühungen und Produkte brechen, die in diese Richtung gehen. Bei gelegenheit probiere ich mal mageres (iiiiie) Hinterwälder aus dem Beutel aus.