Wie Dinge bei uns eskalieren .. ..
Das Telefon klingelt:
„Nach reiflicher Überlegung wurden Sie für würdig befunden, Spargel von Robert Blanc zu erhalten.“
Kurze Fassungslosigkeit … „Ja ich will“
„Wie viel“
„Ja, alles“
„Ok, dann 5 Kilo für den Anfang, kommen Freitag“
Klack, Gesprächsende
Nachdem ich ein paar Minuten in die Tüte geatmet und sich mein Puls wieder etwas beruhigt hat, schreibe ich eine kurze Nachricht an die Sternegriller:
„Ab heute müsst ihr mich im Pluralis Majestatis ansprechen und vor mir auf die Kniee gehen, denn ich habe soeben den Ritterschlag erhalten und wurde in den Adelsstand der Köche erhoben. Ich wurde nach Jahren des Wartens endlich als würdig befunden, Spargel von
Robert Blanc zu erhalten. Dieser soll schon an diesem Freitag bei uns eintreffen. Da ich natürlich gütig zu meinen Untertanen bin, habe ich direkt ein paar Stangen mehr bestellt, so dass ihr an meiner Freude teilhaben könnt, denn ich lasse Euch zum Wochenende von diesem königlichen Gemüse etwas zukommen, wenn ihr möchtet.“
Die Antworten lässt nicht lange auf sich warten
„Ich hoffe aber du weißt, was mit Königen passiert, die dem Volk Kuchen versprechen, und sie dann hungern lassen? Gibt's aus der Chroma Serie auch ein Fallbeil? - Lieber ohne Kopf als ohne Robert-Blanc-Spargel“
Also muss ich wohl Wort halten, wenn mir mein Leben lieb ist und so biete ich jedem an, ihm für das Wochenende Spargel zu schicken. Zusätzlich habe ich noch 5kg feinsten Spargel von
Christoph Sauvecanne aus Pertuis bestellt – was sollte da schon schiefgehen? Wo ich schon dabei war, habe direkt noch ein paar andere Kleinigkeiten vom Rungis in Paris dazu bestellt:
„Ein paar
Spitzmorcheln und ein paar
Mar de Bois Erdbeeren würden eventuell auch noch den Weg in das Paket finden, wenn ihr wollt.“
„Probieren würde ich das Unkraut schon ganz gerne, leg rein“
„Wenn ihr Interesse habt lege ich noch ein Stück Perlhuhn- Brust vom
Mieral dabei dann hättet ihr ein komplettes Essen für den Sonntag“
Die Dinge beginnen langsam zu eskalieren … ein letzter verzweifelter Versuch des Widerstandes:
„Ich sehe die Rechnung schon über 500€ steigen. Ich dachte du wolltest uns nur 500gr Spargel schicken.“
„Musst du ja nicht es ist nur ein Angebot ansonsten bleibt es bei Spargel und ein paar Morcheln“
Der innere Widerstand versandet schon mit der nächsten Nachricht:
„Nein das nennt sich Preiswert. ..Habt ihr zufällig von der Albufera noch etwas da. Damit wäre es dann wirklich ein ganzer Gang und ich hätte etwas zum Muttertag.“
„Wenn du möchtest koche ich euch auch noch etwas von der Sauce“
„Sauce albuféra? Hatten wir die schon mal? Ich kann mich nur daran erinnern, dass ständig davon erzählt wurde aber ich kann mich nicht erinnern, dass davon jemals bis zum Tisch kam“
„Wenn ihr möchtet kann ich die Perlhühner auch direkt mit Trüffel und Geflügelfarce füllen, Dann wäre das ein Probeessen für die Pfingst.Box“
„Klingt Gut“
„Bin dabei“
.....
Und so kam es, dass aus 5 Stangen Spargel zur Probe ein kompletter Gang zum Muttertag für 10 Personen wurde.
Damit hätte die Geschichte zu Ende sein können, aber wenn eines im Gastro-Handel sicher ist, dann dass nichts sicher ist. Und so kam was kommen musste, denn wenn Donnerstag nachmittags das Telefon klingelt bedeutet das selten etwas Gutes. Heute war es ein Anruf aus Frankreich, dass die Lieferung von
Robert Blanc verunfallt sei, so dass es jede Menge Bruchware gibt. Für uns wurde trotzdem noch ein Bund großer Spargel organisiert, allerdings 2,5kg statt 5 kg. Dieses eine Bund müssen wir dann unter uns allen brüderlich aufteilen. Aber es kommt ja zum Glück noch etwas Ware von
Christoph Sauvecanne, so dass wir alle nicht verhungern werden.
Daher haben wir die Spargelmengen für jeden etwas rationiert und heute mit der Generalprobe für die Pfingst.Box angefangen:
Getrüffelte Perlhuhnbrust und die Kimble-Version der
Sauce Albuféra, hier schon mal ein paar Bilder von heute Abend
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Morgen geht es dann mit dem Spargel weiter.