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Sicherheit beim Grillen

               

Sicherheit beim Grillen – so grillt man sicher!

Tag für Tag überfluten uns die Medien mit Meldungen, dass sich wieder etliche Unfälle beim Grillen ereignet haben.Jedoch kann man mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen dies leicht umgehen. Ich biete hier ein möglichst umfassendes Kompendium, bei dem alle Facetten abgedeckt sind. Beginnen werde ich mit einer Einteilung in die verschiedenen Grillarten.

Gas

 Technisch sind Gasgrills komplexer als Holzkohlegrills, deshalb kann hier auch viel mehr schiefgehen.

– Lies die Anleitung !!! Folge allen Sicherheitsrichtlinien, die Du findest. Du musst wissen, welche Spezifikationen der Grill hat, bevor Du ihn in Betrieb nimmst. Hast Du den Grill gebraucht gekauft, dann findest Du auf der Internetseite des Herstellers die benötigte Datei.

– Untersuche die Gasschläuche auf Risse, Löcher oder auf korrodiertes oder poröses Material. Man sollte sie alle 3 bis 5 Jahre durch neue Schläuche ersetzen.

– Bei der Suche nach Lecks hilft Dir Seifenwasser, bürste über die Anschlüsse und die Schläuche und Du kannst Lecks visualisieren, wenn sich kleine Blasen bilden.

– Verwende bei der Suche nach Gaslecks niemals Streichhölzer oder Feuerzeuge.

– Pass bei heißem Fett und anderen heißen Flüssigkeiten in der Nähe der Schläuche auf.

– Achte darauf, dass die Schläuche keiner zu großen Hitze ausgesetzt sind. Sollte dies unvermeidbar sein, konstruiere Hitzeschilder aus Metall, die die Hitze vom Schlauch fernhalten.

– Lagere keine leicht entzündlichen Flüssigkeiten in der Nähe des Grills.

– Lagere die Gasflaschen immer stehend.

– Gasflaschen sollten nie im Keller aufbewahrt werden. Ist ein Leck in der Gasflasche, dann strömt das Gas in den Keller und da es schwerer als Luft ist, besteht einerseits Erstickungsgefahr, andererseits noch viel schlimmer: Explosionsgefahr.

– Der Druckminderer sollte auch alle 5-10 Jahre ausgetauscht werden.

– Obwohl die Spezifikationen es erlauben, sollte man keine Gasflaschen im heißen Auto lassen. Der Gasdruck steigt bei hoher Temperatur dementsprechend an und auch bei Unfällen stellt die Gasflasche eine Gefahrenquelle dar.

– Zünde den Gasgrill nur bei geöffnetem Deckel. Vor allem wenn der Deckel lange geschlossen bleibt und Gas ist bereits ausgeströmt, kann es zu einer Explosion kommen.

– Beuge Dich nicht über die Grillfläche beim Anzünden des Gasgrills

– Solltest Du einen Gasgrill aus den USA oder einem anderen Land importieren, achte darauf, dass der Gasanschluss meist nicht dem deutschen Standard entspricht und kaufe qualitativ hochwertige Umrüstsätze. Du musst Dir im Klaren darüber sein, dass in den meisten Fällen auch die Garantie erlischt.

– Der Grill muss an einem gut belüfteten Platz stehen.- Trenne niemals den Schlauch von der Flasche, wenn der Grill in Betrieb ist und vor allem nicht, wenn das Flaschenventil geöffnet ist.

– Benutze nie eine Gasflasche, die äußerliche Schäden wie Dellen, Risse oder Ähnliches hat. Bring sie unverzüglich zurück zum Gashändler.

– Nach einer lange Periode der Nichtbenutzung (was hoffentlich nicht vorkommt) suche beim Grill nach Undichtigkeiten in der Gaszufuhr und schaue nach dem generellen Zustand des Grills, ob alle Teile noch sitzen oder ob über den Winter das Metall in einem schlechten Zustand ist.

– Führe die Arbeiten innerhalb der Wartungsintervalle durch. Gehe nach der Anleitung des Grillherstellers vor.

– Wenn ein Brenner nach 10 Sekunden nicht zündet, schließe zuerst die Gaszufuhr. Halte den Deckel offen und warte 5 Minuten bevor Du es nochmals versuchst. Wenn die Brenner während des Betriebes ausgehen, verfahre ebenso nach der 10-5er-Regel.

– Bleibe während des Grillvorgangs immer beim Grill.

Kohle 

– Der allerwichtigste Punkt zuerst. Benutze NIE NIE NIE Spiritus, Benzin oder andere hochentzündliche Flüssigkeiten zum Anzünden. Spiritus verdampft sehr schnell und eine Spirituswolke bildet sich um den Grill. Kommt nun Feuer ins Spiel, dann gibt es unweigerlich eine Verpuffung, die alle herumstehenden mit schweren Verletzungen beglückt. Ganze Familien wurden dadurch schon ausgelöscht und etliche Kinder für ihr Leben gezeichnet.

– Das Gerät deiner Wahl zum Kohlenanzünden ist der Anzündkamin. So zündet man die Kohlen richtig an.

– Benutze einen Holzkohlegrill niemals in geschlossenen Räumen. Bei der Verbrennung und beim Verglühen der Kohle entsteht Kohlenmonoxid, das leider einen schnellen und unerwarteten Tod beschert. Kohlenmonoxid ist geruchlos und tötet innerhalb von wenigen Minuten. Deshalb nochmals: Nicht in geschlossenen Räumen grillen und vor allem auch keinen noch aktiven Grill ins Haus stellen, um etwas Wärme abzubekommen.

– Auch wenn der Grill schon vollständig ausgeglüht ist, schütte die Asche nie auf brennbaren Untergrund, es könnte noch eine versteckte Glut vorhanden sein, die einen Brand auslöst.

– Stelle den Grill entfernt auf von Dingen, die gerne brennen, z.B. Zäune, Hecken, Bäume u.ä. auf. Der Funkenflug beim Umfüllen der Kohle kann schnell trockenes Umland in Brand setzen.- Grille niemals im Wald, dort herrscht fast immer hohe Waldbrandgefahr.

– Auch solltest du bei Platzwahl bedenken, dass sich möglichst nichts Brennbares über dem Grill befindet. Denke immer an das Worst-Case-Scenario. Was passiert, wenn im Grill eine Stichflamme entsteht? Überlebt das der denkmalgeschützte Holzbalkon über dem Grill?

– Sei darauf vorbereitet, dass ein Feuer ausbricht. Wenn dies passieren sollte, kannst Du die Ruhe bewahren und das Feuer mit Übersicht löschen.

– Achtung bei Löschtechniken: Wasser schadet dem heißen Grill und bei einer Anwesenheit von heißem Fett bricht das Hölleninferno los. Solltest Du Wasser auf heißes Fett geben, entsteht eine Explosion durch das schnell verdampfende Wasser, das alle Beteiligten mindestens ins Krankenhaus bringt.Der Deckel ist meist die Löschmethode der Wahl. Ruhe bewahren, das Feuer geht von alleine aus, wenn der Sauerstoff ausbleibt.

– Solltest Du einen Feuerlöscher verwenden wollen, dann mache Dich mit der Handhabung desselbigen vertraut. Du wirst im Ernstfall nicht die Zeit haben, die Anleitung durchzulesen.-Grille nicht barfuß. Wenn Kohlenstücke auf Deinen Fuß fallen, wird dies äußerst schmerzhaft. Ebenso tritt man so leicht in die Glut, die beim Umschütten auf den Boden gefallen ist.

– Hitzeschutzhandschuhe tun meist sehr guten Dienst beim Grillen. Man kann sogar recht schnell Brandblasen bekommen, wenn man die Hand nur über die Grillfläche hält. Schnell greift man unbedacht an den Grill, den Rost oder an heiße Pfannen und ruckzuck bleibt die Haut kleben. Das beschert einem schön konstante Schmerzen für die folgende Woche.

– Der Grill muss stabil stehen. Teste ohne Kohlenbefüllung, ob der Stand sicher ist. Sind die Beine richtig befestigt? Ist der Untergrund eben?

– Positioniere den Grill an einem taktisch klugen Ort. Überlege Dir, welche Wege die Gäste nehmen, um auf die Toiletten oder ins Haus zu gelangen oder wohin sie müssen, wenn sie das Essen abholen wollen. Du solltest Dir einen separaten Tisch zum Servieren organisieren, damit nicht Horden hungriger Gäste um dich herumstehen, während Du grillst. Dies birgt natürlich auch wieder das Gefahrenpotential von Verbrennungen.

– Stelle Deinen Grill nicht direkt neben Treppen, Stufen oder auf unebenen Boden. Achte darauf, dass die Umgebung des Grills frei von Unrat oder Kinderspielzeug ist, über den die Gäste fallen können.

– Die Überreste der Kohle kannst Du prima zum Düngen von Pflanzen verwenden, aber erst ein bis zwei Tage, nachdem der Grill verwendet wurde. Hier empfehlen sich Kugelgrillmodelle, die einen Aschebehälter haben, dort kann man viele Grillvorgänge lang die Asche ansammeln und dann gezielt einsetzen.

  Kinder 

– Wenn Kinder beim Grillen dabei sind, sollte man sie nie unbeaufsichtigt lassen.

– Bringe Kinder den sachgemäßen Umgang mit dem Feuer bei. Sie dürfen keine Angst mehr haben, aber der Respekt davor ist sehr wichtig.

– Achte darauf, dass die Kinder auch die richtige Kleidung zum Grillen anhaben, vor allem lasse sie Handschuhe tragen. Schnell passiert es, dass sie stolpern und instinktiv halten sie sich irgendwo fest, meist ist das dann der Grill.

– Viele Unfälle mit Kindern passieren leider auch, weil der Alkoholpegel der Erwachsenen zu hoch ist und sie unbedarft Sachen tun, die sie nicht tun sollten. Also entweder ohne Kinder grillen oder in Maßen trinken. Und hiermit ist nicht das Trinken in dm^3-Einheiten gedacht..Hier gibt es weitere Tipps für das Grillen mit Kindern. Der Grillsportverein unterstützt aktiv Paulinchen e.V., die Initiative für brandverletzte Kinder. Hier geht es zum Spendenforum.  

MaĂźnahmen bei Verbrennungen

Bei Verbrennungen unterscheidet man 3 verschiedene Grade.

Verbrennungen ersten Grades: Die äußere Schicht der Haut ist verbrannt, aber die unteren Hautschichten sind unversehrt. Die Haut ist rot, geschwollen und schmerzt leicht.

Verbrennungen zweiten Grades: Wenn nicht nur die erste, sondern auch die zweite Hautschicht (Dermis) betroffen ist, spricht man hier von einer Verbrennung zweiten Grades. Es entstehen Blasen auf der Haut und sie wird sehr rot mit teils gelben Flecken.

Bei kleineren Verbrennungen sollte man sofort folgendes einleiten:

– Kühlung der Verbrennung, idealerweise bis zu 15 Minuten unter kaltem Wasser oder mit kalten Kompressen. Verwende kein Eis, da die Temperatur zu niedrig ist. Die Kühlung lindert die Schmerzen und die Schwellung reduziert sich.

– Bedecke die Verbrennung mit einem sterilen Verband. Der Verband darf nicht aus zu losem Stoff bestehen, da sich evt. Stoffreste in der Wunde verfangen. Der Verband lindert ebenso die Schmerzen.Diese Verbrennungen heilen meist in kurzer Zeit problemlos ab.

Merke:

– Kein Eis- Keine Butter, Honig oder Sonstiges auftragen – Infektionsgefahr

– Steche nicht die Blasen auf

– Infektionsgefahr

– Ist die Tetanusimpfung noch wirksam?

Verbrennungen dritten Grades: hier sind alle Hautschichten betroffen, sogar die Muskeln oder Knochen können in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Haut ist teilweise sogar schwarz verbrannt.

Merke:

– Rufe sofort die 112

– Entferne nicht die verbrannte Kleidung, achte aber darauf, dass keine Hitzeherde mehr an der Kleidung sind.

– Kühle große verbrannte Hautflächen nicht mit kaltem Wasser, dies könnte in einen zu schnellen Abfall der Körpertemperatur führen (Hypothermie) und zu einem zu niedrigem Blutdruck und Schockzustand führen.

– Kontrolliere die Atmung des Opfers.

Fleisch und Grillgut  

– Das sichere Grillen startet schon im Supermarkt. Achte darauf, dass das letzte, was Du kaufst, das Fleisch ist. Unterbreche nicht die Kühlkette, idealerweise sollte man eine Kühlbox zum Einkaufen mitnehmen, so kann man auch noch den einen oder anderen Abstecher in andere Geschäfte machen und das organisieren, was man vorher vergessen hat. Das Fleisch bleibt ebenso schön kühl.

– Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass man nie das Fleisch in Berührung mit Gemüse oder anderen Lebensmitteln bringt, die roh verzehrt werden. So können Bakterien auf die Lebensmittel gelangen, die fiese Krankheitssymptome auslösen können, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte. (Stichwort: Geflügel – Salmonellen usw.)- Mariniere das Fleisch nicht draußen in der Sonne, sondern im Kühlschrank. Das Wachstum der Keime wird so nicht gefördert.

– Achte beim Garvorgang auf die richtige Kerntemperatur. Diese lässt sich leicht mit günstigen Einstechthermometern messen. Ist die benötigte Kerntemperatur noch nicht erreicht, serviere es nicht Deinen Gästen. 

– Bakterien vermehren sich ab einer Temperatur um den Gefrierpunkt bleiben bis ca. 74 Grad Celsius am Leben. Innerhalb von zwanzig Minuten verdoppelt sich ihre Zahl bei optimalen Bedingen und das exponentielle Wachstum lässt die Zahl innerhalb kürzester Zeit auf schwindelerregende Höhen ansteigen.

– Die Grundregeln sind: Sei immer vorsichtig, bedecke das Grillgut, halte es kühl, erhitze es bis zur richtigen Temperatur und benütze Deinen Kopf. Beachte immer, dass Du leichter eine Lebensmittelvergiftung bekommen kannst wie die Grippe.

– Beim falschen Grillen entstehen krebserregende Stoffe, vor allem Benzpyrene und etliche andere Stoffe wie heterozyklische Amine und Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe. Achte darauf, dass das Fleisch nicht schwarz wird und entferne gegebenenfalls die verkohlten Stellen.- Nichts Gepökeltes grillen, hier entstehen Nitrosamine.

– Taue das Grillgut im Kühlschrank auf, nicht auf der Terrasse und in der Sonne.

– Wenn Du das Grillgut auf Raumtemperatur kommen lässt, dann mache das bei ca. 20 Grad. Stelle die Lebensmittel nicht in die pralle Sonne und nutze nicht die Abstrahlhitze des Grills.

– Wenn Du das Grillgut bepinselst, teile die Sauce vorher in 2 Teile auf. Eine zum Bepinseln und eine zum Servieren. Koche die Marinaden, in denen Fisch, Geflügel oder Fleisch eingelegt wurde, mindestens 30 Sekunden lang auf, bevor du sie servierst.

– Verwende saubere Zangen oder Spateln, um das fertige Grillgut auf den Teller zu befördern. Das heißt: nicht die Werkzeuge verwenden, mit denen man das rohe Grillgut auf den Grill befördert hat. So wird nichts nachträglich kontaminiert.

– Lege niemals fertig gegrilltes Fleisch auf den Teller, mit dem Du das rohe Fleisch zum Grill gebracht hast (es sei denn der Teller wurde in der Zwischenzeit gründlich gereinigt)

– Wasche Deine Hände bevor und nachdem Du mit rohem Fleisch in Berührung gekommen bist.

– Verwende nicht die gleichen Schneidbretter für die Vorbereitung von Fleisch und von Salat oder Gemüse

– Achte auf das Mindesthaltbarkeitsdatum, das auf der Verpackung zu finden ist. Verwende keine Produkte, die bereits das Datum überschritten haben, vor allem weiß man nie genau, ob die Lagerung sachgemäß war.

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