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Lik├Âr

Die ber├╝hmtesten Lik├Âre stammen aus Frankreich. Ihr Ursprung ist im Mittelalter und in den Kl├Âstern zu suchen. M├Ânche sammelten Kr├Ąuter, lie├čen sie in Wein oder Weingeist ziehen, gaben damals kostbaren Zucker oder Honig hinzu und verabreichten ihr Elixier Kranken und Schwachen. Heute ist Chartreuse der einzige Lik├Âr Frankreichs, der noch von M├Ânchen hergestellt wird. Drei Klosterbr├╝der ├╝berwachen gewissenhaft Destillierung und Komposition. Getreu halten sie sich an ein Rezept, das dem Kloster 1605 vermacht, aber erst seit 1737 umgesetzt wurde. Auch Benedictine basiert auf alter M├Ânchstradition.
Als Markenlik├Âr war er aber von Anfang an ein weltliches Unternehmen.

Nach der Franz├Âsischen Revolution (1789) gewann die ganze Nation Geschmack an s├╝├čen Seelentr├Âstern. Jedes St├Ądtchen hatte seinen eigenen Liquoristen, doch erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts boten sich ihnen bessere Chancen. Damals entwickelte sich eine Vorliebe f├╝r Orientalisches Als dessen Inkarnation galten Orangen, unter den Lik├Âren der holl├Ąndische Curacao aus Pomeranzen, den nussgro├čen Urapfelsinen. Da dieser jedoch dunkel, schwer und aromatisch ├╝berladen war, ersann Edouard Cointreau, Lik├Ârfabrikant in Angers, eine wasserklare, simplere und weniger s├╝├če Alternative, die er ┬╗Triple See┬ź nannte.

Dem Zeitgeist entsprechend, setzte er auf die Werbung, um sein Produkt bekannt zu machen ÔÇô mit gro├čem Erfolg.
Das gleiche galt f├╝r Grand Marnier, den Louis Alexandre Marnier aus Bitterorangenessenz und Cognac komponierte.

Ob aber Orangen- oder Kr├Ąuterlik├Âr, die Herstellung folgt immer der gleichen Prozedur: Je nach Pflanze werden Bl├Ątter, Stengel, Wurzeln, Schalen, Rinden oder Samen mit Wasser und Alkohol angesetzt.
Diese Mazeration kann einige Stunden, aber auch Wochen dauern. Durch das Wasser quillt der Pflanzenteil, und Alkohol kann eindringen, der Aromen l├Âst. Anschlie├čend wird destilliert. Dabei steigen Alkohold├Ąmpfe und essentielle ├ľle auf und kondensieren. Ein zweiter Brennvorgang, die Rektifikation, verfeinert die Aromen. Vor oder nach der Destillierung werden die Komponenten zusammengestellt. So erh├Ąlt der Lik├Ârmacher das Alkoholat, das aromatische Prinzip. Mit Zucker, Alkohol und Wasser vermischt und gefiltert, ergibt es den Lik├Âr. Bei anderen, aufwendigeren Herstellungsverfahren wird Alkoholat mit mazerierten Fr├╝chten oder Nussschalen assembliert. Grand Marnier f├╝gt Cognac zu, Izarra, der Kr├Ąuterlik├Âr der Basken, enth├Ąlt Armagnac. Einige legen Wert auf eine Reifezeit in alten Fudern. Letztendlich wahrt indes jede Marke ihr ÔÇô oft seit Generationen ├╝berliefertes ÔÇô Geheimnis. Auch wenn sie sich als Zutat zu Longdrinks oder Cocktails einiger Beliebtheit erfreuen, zeigen sie ihre wahre G├╝te immer noch am besten als Digestif.




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